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Homepage: Von Wespen und Krisen

Das Sommerprogramm des Einstein Forums

Im Zeitalter der Globalisierung geht der Einzelne im Meer der Möglichkeiten verloren. Im Spannungsfeld von Flexibilitätsdruck und Selbstverwirklichungsanspruch droht die „Krise des Charakters“, so die pessimistische Sicht auf das Wesen des modernen Menschen. Auf der zentralen Tagung „The Future of Character“ des Potsdamer Einstein Forums, am 8. und 9. Juni im Rahmen des neuen Sommerprogramms, werden jedoch nicht nur Stimmen des Abgesangs auf das Individuum zu hören sein. Neben dem britischen Philosophen Zygmunt Bauman werden unter anderem der amerikanische Soziologe Richard Sennett und der Schriftsteller Breyten Breytenbach erwartet.

Die Ausstellung „Schöne Scheiße“ des in Chile geborenen und in Berlin schaffenden Künstlers Claudio Lange am 19. April wird sich dem delikaten Thema sowohl auf theoretische als auch auf eine „ungewohnt ästhetische Weise“ nähern. Die Eröffnung mit Vortrag ist um 19 Uhr. In der Reihe „American Voices“ wird die Harvarddozentin Louise Richardson am 21. Mai in Berlin über das Thema „What Terrorists Want. Understanding the Enemy“ referieren. Dabei werden neben den unterschiedlichen Zielen der zahlreichen Terrorgruppen auch „sinnvolle“ Gegenstrategien und die Versäumnisse der amerikanischen Sicherheitspolitik nach den Anschlägen des 11. Septembers im Zentrum der Betrachtungen stehen. Auch die Naturwissenschaften sollen nicht zu kurz kommen: Am 9. Mai stehen Wespen im Mittelpunkt des Interesses. Der amerikanische Biologe James H. Hunt geht dabei der Frage nach, inwieweit tatsächlich die Soziologie die naturwissenschaftliche Sichtweise auf das Verhalten des Insektenvolkes geprägt hat. In Zusammenarbeit mit dem British Council findet am 11. Mai in Berlin ein internationaler Workshop zum Thema Kohlendioxid in Städten statt. Im Zusammenhang mit der aktuellen Klimadebatte werden Projekte zur gezielten Verminderung des Kohlendioxid-Ausstoßes aus London, Berlin, Neu Delhi und Hong Kong vorgestellt und auf ihre Wirksamkeit hin miteinander verglichen.

Das international ausgeschriebene und erstmals vergebene Albert-Einstein-Stipendium geht an den Nachwuchswissenschaftler und „Universalisten“ Mischa Gabowitsch. Der Philosoph und Historiker wird während seines fünfmonatigen Forschungsaufenthaltes im Einstein Sommerhaus in Caputh residieren. Der aus einer Vielzahl von Bewerbungen hervorgegangene Stipendiat möchte mit seinem interdisziplinär ausgerichtetem Forschungsprojekt „The (Post-) Soviet Condition: An Ethical Inquiry“ die schwierige Bewältigung der Sowjetära im heutigen Russland unter Einbeziehung moralphilosophischer und biografischer Aspekte erfassen sowie Unterschiede zur Vergangenheitsbewältigung in Nachkriegsdeutschland aufzeigen. Die Forschungsergebnisse werden voraussichtlich im Rahmen eines Workshops im Januar 2008 präsentiert. Arno Meinken

Das Programm im Internet:

www.einsteinforum.de

Arno Meinken

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