
© A. Klaer
Landeshauptstadt: Wickeltische auch in der Herren-Umkleide In Babelsberg entsteht eine Baby-Schwimmschule
Noch ist es still in dem kahlen Rohbau, doch schon bald werden quietschende Baby-Stimmen von den Wänden widerhallen: Am heutigen Donnerstag feiert die Babelsberger Schwimmschule „Kugelfisch“ in der Heinrich-von-Kleist-Straße Richtfest. Die Besonderheit: Die Einrichtung hat ihr eigenes, 40 Quadratmeter großes Schwimmbecken.
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Noch ist es still in dem kahlen Rohbau, doch schon bald werden quietschende Baby-Stimmen von den Wänden widerhallen: Am heutigen Donnerstag feiert die Babelsberger Schwimmschule „Kugelfisch“ in der Heinrich-von-Kleist-Straße Richtfest. Die Besonderheit: Die Einrichtung hat ihr eigenes, 40 Quadratmeter großes Schwimmbecken. Noch plätschert darin kein 33 Grad warmes Wasser, doch Schwimmschul-Leiterin Brita Oehme hat den späteren Zustand schon genau vor Augen: „Hier wird es ein kleines Selbstbedienungscafe geben“, sagt sie mit Blick auf den Eingangsbereich und zeigt dann auf eine quadratische Einfassung vor dem Schwimmbecken: „Und hier können die Eltern an der großen Panorama-Scheibe vor dem Becken sitzen.“
Die Idee zu der Schwimmschule kam Brita Oehme nach der Geburt ihrer heute zweijährigen Tochter: „Lilli ist total wasserverrückt und wir wollten sie unbedingt irgendwo in Babelsberg in einer Schwimmschule unterbringen“, sagt Vater Lutz Klotzsche, „aber hier gab es nichts.“ Im Bewegungsbad des Oberlinhauses werden aber nur wenige Babyschwimm-Kurse für junge Eltern angeboten und auch die beiden Schwimmhallen am Brauhausberg und Am Stern waren für die Familie keine echte Option: „Dort ist es für Kleinkinder meist viel zu laut“, sagt Oehme, „und es gibt zu wenig Wickelmöglichkeiten“. In der Schwimmschule „Kugelfisch“ wird das anders: Zehn Wickeltische in der Damen-Umkleide und sieben in der Herren-Umkleide wird es geben.
Nicht nur Tochter Lilli, auch das aus dem sächsischen Freiberg stammende Paar liebt Wasser: Brita Oehme betreibt selbst seit dem vierten Lebensjahr Schwimmen als Leistungssport und war mit 18 Jahren Jugend-Schwimmtrainerin. Später arbeitete sie als Vertriebsleiterin, "jetzt kehre ich sozusagen zu meinen Wurzeln zurück", meint die 41-Jährige. Auch der 45-jährige Lutz Klotzsche, der früher als Sprengmeister im Tunnelbau gearbeitet hat, besitzt Erfahrungen als Rettungsschwimmer. Begonnen hatte das Paar mit seinen Plänen im Herbst 2011: "Wir haben Business-Pläne geschrieben und uns mit dem Auto in Babelsberg nach einem Grundstück umgesehen", erzählt Oehme. Dabei hatten sie Glück: "Wir haben quasi die letzte noch verfügbare Fläche hier in Babelsberg gefunden, auf der wir so etwas verwirklichen konnten." Im September 2012 erfolgte der erste Spatenstich, derzeit müssen unter anderem noch Fenster eingesetzt, die Fassaden verputzt und Elektrik installiert werden. Gefördert wird die Schwimmschule von der Berliner Volksbank und der Bürgschaftsbank Brandenburg.
Angesichts des immer noch ausstehenden Schwimmhallen-Neubaus am Brauhausberg ist der Bedarf an Schwimmkursen im kinderreichen Babelsberg groß: Bereits jetzt hat die Schwimmschule, die voraussichtlich am 1. Oktober eröffnen soll, rund 60 Anmeldungen "Es kommen im Schnitt fünf pro Tag dazu", sagt Oehme, "zum Teil haben sich auch Eltern aus Zehlendorf und Kleinmachnow angemeldet." Erik Wenk
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