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Immer wieder kommen gestandene Löwenzahn-Fans in den Filmpark Babelsberg, um den originalen Bauwagen von Peter Lustig zu fotografieren.
© Filmpark Babelsberg

Peter Lustigs Bauwagen im Filmpark Babelsberg: Zwischen Apfelbaum und Gemüsebeet

Am Dienstag ist Peter Lustig im Alter von 78 Jahren verstorben. Der originale „Löwenzahn“-Bauwagen aber existiert noch: im Filmpark Babelsberg.

Potsdam - Gleich hinter dem Eingang zum Filmpark, rechts, da steht er, der originale himmelblaue Bauwagen von Peter Lustig. Mit Außen-Stuhltreppe, die zur Dachterrasse führte, ein cooles, einzigartiges Domizil, wie es keiner hatte – nur Deutschlands vielleicht beliebtester Erklärbär. Der Kindern und Erwachsenen in seiner TV-Sendung „Löwenzahn“ die Zusammenhänge in Natur und Technik so darstellte, dass man es verstand und Spaß dabei hatte. 200 Folgen entstanden von 1981 bis 2005 mit Peter Lustig, stets in Latzhose und Nickelbrille und immer geheimnisvoll entspannt. Jetzt ist er im Alter von 78 Jahren verstorben.

Den originalen Löwenzahn-Bauwagen aber gibt es noch, er steht liebevoll gepflegt seit 2007 im Filmpark Babelsberg, wie es sich gehört auf einer Wiese mit Apfelbaum und Gemüsebeet, mittendrin die Open-Air-Badewanne. Der Garten ist Pilgerstätte für Löwenzahn-Fans, die oft längst erwachsen sind. „Dann stehen hier schon mal Fünfzigjährige mit Tränen in den Augen“, so Matthias Voss vom Filmpark.

Der Bauwagen von Peter Lustig unter Bestandsschutz

Er hat damals mit dem ZDF verhandelt, als es um den Wagen ging. Die Geschichte geht so: Peter Lustig hörte 2005 – gesundheitsbedingt – als Löwenzahn-Moderator auf. Natürlich sollte es weitergehen, mit Guido Hammersfahr als Fritz Fuchs. Doch der Bauwagen war in die Jahre gekommen, nach gut 25 Jahren galten längst schärfere Sicherheitsbestimmungen am Arbeitsplatz der Schauspieler. „Solange noch mit Peter Lustig gedreht wurde, stand der Wagen sozusagen unter Bestandsschutz“, sagt Voss. Für Fritz Fuchs allerdings musste ein neuer her, den er – so die Legende für die Zuschauer – in seiner Garage entdeckte und aufpeppte. Unter anderem mit größeren Innenmaßen, um die Dreharbeiten zu erleichtern. Als man für den alten Wagen einen Ruheplatz suchte, bot sich der Filmpark an. Besitzer blieb allerdings das ZDF. Auch jetzt, nach dem Tod Peter Lustigs, werde der Bauwagen den Potsdamern erhalten bleiben. „Das ZDF war damals sehr froh, einen angemessenen Ort dafür gefunden zu haben“, sagt Voss.

Von Anfang an gehört der Löwenzahn-Garten zu den Hauptattraktionen des Parks. Man habe sogar Vorkehrungen zum Schutz vor aufdringlichen Fans treffen müssen. So wurde die Treppe außen am Wagen verkürzt, damit niemand auf das Dach steigen kann. Abgeschlossen ist der Wagen ohnehin, nur am Tag des offenen Bauwagens zu besichtigen. Die meisten Besucher nähern sich durchaus respektvoll, sagt Voss, jedoch komme es auch vor, dass sich jemand für ein Selfie in die Badewanne lege.

Eine Form des Gedenkens im Filmpark Babelsberg

Zurzeit ist Winterpause im Filmpark, der Wagen wird, wie jedes Jahr, überholt, das Holz überarbeitet, eventuell lackiert, kleine Schäden ausgebessert. Obwohl der Filmpark noch geschlossen ist, haben am gestrigen Mittwoch Besucher angefragt, ob dort ein Kondolenzbuch für Peter Lustig ausgelegt werde. „Das machen wir nicht, das ist wohl eher Familiensache“, sagt Voss. Aber man wolle bis zur Saisoneröffnung am 23. März eine Form des Gedenkens finden, ein Foto oder ähnliches am Bauwagen anbringen. Gut möglich, dass der Filmpark jetzt erst recht zum Wallfahrtsort für die großen Peter-Lustig-Fans werde. Und jetzt – abschalten bitte. 

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