zum Hauptinhalt
Annemirl Bauer, „Emma gewidmet“, 1979, ist ab 5. September 2026 im Minsk zu sehen.

© Annemirl Bauer (VG Bild-Kunst, Bonn 2025)

Kollektivität und Lokalkolorit: Kunsthaus Minsk zeigt 2026 Oscar Murillo und Annemirl Bauer

Das Potsdamer Kunsthaus will 2026 seinen Innen- und Außenbereich am Brauhausberg mit einem partizipativen Projekt bespielen. Und es gibt erstmals den inhaltlichen Brückenschlag zum Barberini.

Stand:

Das Kunsthaus Minsk übt 2026 erstmals den Schulterschluss mit dem Museum Barberini: Im März sollen in beiden von Hasso Plattner gegründeten Häusern Werke des kolumbianischen Künstlers Oscar Murillo zu sehen sein. Die im Minsk angekündigte Ausstellung „Kollektive Osmose“ wird vom 14. März bis 9. August 2026 den Innen- und Außenbereich des Hauses am Brauhausberg bespielen, wie das Kunsthaus mitteilt.

Gedacht sei die Ausstellung als lebendiges Experiment über Austausch und Gemeinschaft, heißt es. Mit dem Projekt „Kollektive Osmose“ schaffe Murillo, 2019 mit dem Turner Prize geehrt, einen Dialog zwischen seiner eigenen malerischen Praxis, seinen Installationen und den impressionistischen Werken Claude Monets. Im Sommer 2024 setzte er sich bereits in einem großen partizipativen Auftragswerk unter dem Titel „The flooded garden“ in der Tate Modern mit Werken Monets auseinander.

Oscar Murillo hat sich 2024 mit Monets Werken in der Tate Modern auseinandergesetzt, 2026 macht er das in Potsdams Kunsthaus Minsk.

© Oscar Murillo/Foto: Tim Bowditch

Murillo, 1986 in La Paila geboren, wolle den wissenschaftlichen Begriff der Osmose zum Sinnbild für die Öffnung des Museums machen, heißt es: „Seine Ausstellung schafft Durchlässigkeit und Austausch zwischen Innen und Außen, zwischen Museum und Stadt sowie zwischen Potsdam und der Welt.“ Kuratiert wird sie von Kunsthaus-Leiterin Anna Schneider und Daniel Milnes.

In der zweiten Jahreshälfte widmet sich das Minsk einer lokalen Größe: Vom 5. September 2026 bis 7. Februar 2027 plant das Haus eine umfassende Retrospektive der Ostberliner Künstlerin Annemirl Bauer (1939 – 1989). Ab 1976 lebte Bauer in einem baufälligen Pfarrhaus im brandenburgischen Niederwerbig.

Sie gilt als kritische und unabhängige Stimme aus der DDR, die lange aus dem künstlerischen Kanon ausgeschlossen blieb. Ihre Werke nennt das Kunsthaus „Zeugnisse ihres Selbstverständnisses als Malerin und einer kompromisslosen Beobachterin, die sich fortwährend für soziale Gerechtigkeit einsetzte und gegen die Repressionen der SED-Politik aufbegehrte“.

Zur Startseite

showPaywall:
false
isSubscriber:
false
isPaid:
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })