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Das Duo John Apart bietet fette Beats und sphärische Sounds.
© promo

"John Apart"-Konzert im Waschhaus: Potsdamer Elektro-Pop-Duo stellt neue Platte vor

Komprimiert und auf den Punkt: So beschreibt "John Apart"-Schlagzeuger Felix Noster die neuen Songs. Im Herbst geht's auf Tour.

Von Erik Wenk

Potsdam - Fans von John Apart mussten lange auf diesen Moment warten: Am Freitag veröffentlicht die Potsdamer Elektro-Pop-Band ihr drittes Album und feiert dies mit einem Release-Konzert im Waschhaus. „Wir waren ein Jahr lang auf Tauchstation“, sagt der 28-jährige Schlagzeuger Felix Noster. Dabei hatte das vergangene Jahr so hoffnungsvoll angefangen: Im Frühjahr 2021 hatte das Duo – bestehend aus Noster und Sänger und Gitarrist Maximilian Sterr – mehrere Singles veröffentlicht, das Album und eine Tour sollten folgen. 

Aber die nach wie vor schwierige Lage von Clubs und Festivals in der Pandemie sowie einige private Baustellen verhinderten dies. „Es war insgesamt eine sehr unkreative Zeit mit wenig Inspiration“, sagt Noster. „Viele hatten sich zurückgezogen, ich hatte das auch bei einigen anderen Musikern aus meinem Umfeld beobachtet.“

Songs sind teils schon schon vor längerer Zeit entstanden

Nun jedoch ist das neue, schlicht „John Apart“ betitelte Album da, und diesmal sogar auf Vinyl. „Wir sind noch einen Tick moderner geworden“, sagt Noster. Zwar gebe es hier und da auch mal eine verzerrte Gitarre oder längere Instrumentalstücke, aber insgesamt dominiere ein fetter Schlagzeugsound, der von Synthesizer und Bass komplettiert wird. 

„Die Songs sind immer sehr komprimiert und auf den Punkt“, so Noster. Die deutschsprachigen Stücke sind dabei zum Teil schon vor längerer Zeit entstanden, immerhin ist das letzte John Apart-Album 2015 erschienen. Auch textlich haben sich die Pandemie-Jahre in einigen Songs niedergeschlagen, etwa wenn es darum geht, in Zeiten von Zoommeetings und Kontaktreduzierung die große Liebe zu finden.

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Von ihren Fans hat die Band viele erfreute Rückmeldungen auf die Ankündigung zum Konzert bekommen: „Es ist sehr erfrischend, wieder mit einem Publikum in Kontakt zu stehen“, sagt Noster. Auch für ihn ist es das erste Konzert nach langer Zeit, sowohl als Musiker als auch privat: „Ich vermisse das sehr, früher habe ich mir fast jedes Wochenende eine Band angesehen.“ Er sei gespannt, wie sich das Release-Konzert nach der Lockerung der Maßnahmen anfühlen werde. Um Rücksicht auf vorsichtige Besucher:innen zu nehmen, soll mehr Fläche vom Raum genutzt werden, damit sich das Publikum nicht zu stark aneinander drängen muss.

Schwer für kleine Bands, an Aufritte zu kommen

Leider wird die anschließende Tour erst im Herbst stattfinden: „Es war super schwierig, in den Clubs einen freien Slot zum Auftreten zu bekommen“, sagt Noster. Viele Clubs arbeiten nach wie vor die verschobenen Konzerte vom letzten oder gar vorletzten Jahr ab, weshalb es gerade für kleine Bands schwer ist, an Auftritte kommen. 

Ähnlich sah es bei den Festivals aus: „Wir konnten keine Zusagen bekommen, weil viele Festivals im Winter noch nicht wussten, wie die Situation im Sommer sein wird“, sagt Noster. Trotzdem habe man nach der langen Pause nicht mehr warten wollen, zumindest in Potsdam den Auftakt zu machen: „Wir wollten unbedingt endlich dieses Album raushauen“, so Noster. 

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