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Das Schlosstheater wurde 2020 nach siebenjähriger Sanierung wieder eröffnet. 2021 gibt es endlich auch wieder Oper.
© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten SPSG

Lüftungssystem im Schlosstheater: Winteroper im Wintermantel

Sieben Jahre Sanierung, und dann Frieren im Schlosstheater? Der Veranstalter sagt: Kein technischer Defekt, sondern eine weitere Schutzmaßnahme gegen Corona - und für die Instrumente.

Potsdam - Nach achtjähriger Pause konnte die Potsdamer Winteroper mit „The Rape of Lucretia“ 2021 wieder Premiere im Schlosstheater feiern. Das wurde nicht nur von viel Beifall für die Kunst begleitet, sondern auch von Kritik am Belüftungssystem der historischen Spielstätte. Dieses war als Teil der jüngsten Sanierungsmaßnahmen in siebenjähriger Arbeit erneuert worden – insgesamt 2,8 Millionen Euro hatten die Maßnahmen gekostet. 

Thema Klimatechnik komplett ausgespart?

Dennoch musste sich die Kammerakademie Potsdam als Veranstalterin der Winteroper nun damit behelfen, durch offene Türen für zusätzliche Lüftung zu sorgen – weshalb es einzelne Beschwerden über zu kühle Temperaturen und Zugluft gab. Auch von dem Rezensenten dieser Zeitung: Das Thema Klimatechnik sei bei der Sanierung „konsequent ausgespart“ worden.

Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten, weist das zurück. Die Belüftungsanlage sei „voll funktionstüchtig“. Allerdings würden in der Winteroper nur 40 Prozent der Anlage genutzt – um die historischen Instrumente der Musiker:innen zu schützen. 

Abluft schadet den Instrumenten

Problematisch sei, dass die Abluft bei dem Belüftungssystem im Schlosstheater in den Orchestergraben gezogen werde, erklärt KAP-Geschäftsführer Alexander Hollensteiner. Diese Luft schade den Instrumenten. So habe man sich entschieden, ab einem bestimmten CO2-Wert lieber die Türen zum Gang offenzuhalten, als die Lüftungsanlage voll einzusetzen. 

Bei der unter 2G-Bedingungen ausverkauften Premiere waren erstmals alle 226 Plätze im Saal besetzt und besagter Wert wurde erreicht. Daher blieben die Türen offen. Zu warm darf es in dem historischen Theater ohnehin nicht sein: Als denkmalverträglich gilt eine Temperatur von bis 22 Grad. 

Ein denkmalgeschützter Raum, nicht der Nikolaisaal

Weitere Klagen über Temperaturen habe es indessen kaum gegeben, sagt Hollensteiner. „Die allermeisten Besucher wissen, dass wir es hier mit einem denkmalgeschützten Raum zu tun haben und daher nicht alles sein kann wie im Nikolaisaal.“ Im Übrigen: Mäntel können an der Garderobe abgegeben werden – aber ein Zwang dazu besteht nicht. 

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