1. FC Union Berlin : Dreimal stornieren bitte!

Kurz vor dem Trainingslager in Spanien verkleinert der 1. FC Union seinen Kader. Die Abgänge kommen allerdings nicht wirklich überraschend.

Kenny Prince Redondo hatte zuletzt bei Union wenig Grund zum Jubeln.
Kenny Prince Redondo hatte zuletzt bei Union wenig Grund zum Jubeln.Foto: dpa

Bevor der 1. FC Union am Samstagmorgen ins Trainingslager nach Spanien abhob, mussten drei Sitze wieder storniert werden. Kenny Prince Redondo, Simon Hedlund und Christoph Schösswendter gehören nicht mehr dem Kader des Fußball-Zweitligisten an. Der Österreicher Schösswendter, dessen Vertrag aufgelöst worden war, wechselt in seine Heimat zurück und schließt sich dort Admira Wacker an. Hedlund zieht es zu Bröndby IF und Redondo zur Spielvereinigung nach Fürth.

Für Letzteren sollte am 17. März 2018 eigentlich vieles wieder besser werden. Da stand Redondo beim 2:2 gegen Jahn Regensburg tatsächlich auf dem Platz, zwar erst ab Spielminute 82, aber immerhin. Die Fans feierten ihn, denn der Mittelfeldspieler war ja lange weg gewesen, vier Monate wegen eines Meniskusschadens im Knie. „Mein Ziel ist es, so viel zu spielen wie möglich“, sagte Redondo hinterher. Er war es nun mal gewohnt, dass er viel spielt. 33 Mal hatte ihn Trainer Jens Keller in der Saison 2016/17 eingesetzt. Auch Kellers Nachfolger, André Hofschneider, zählte im Saisonendspurt, als es noch um den Klassenverbleib ging, auf den schnellen Redondo und seinen starken linken Fuß – doch blieb Hofschneider eben nicht über die Saison hinaus Coach der Berliner.

Seit dieser Runde hat Urs Fischer das Sagen an der Alten Försterei – weshalb Redondos Qualitäten kaum noch gefragt waren. Das Ziel, so viel wie möglich zu spielen, wurde für den 24-jährigen Mittelfeldspieler unter Fischer zu einem aussichtslosen. Sieben Einsätze, davon keiner von Beginn an, stehen in Redondos Bilanz. Das waren ihm dann doch ein paar zu wenig.

Keiner der Spieler gehörte in der Hinrunde dauerhaft zur Stammelf

Beim Tabellenelften Greuther Fürth freuen sie sich auf den Neuzugang, der in Berlin in 68 Ligaspielen sechs Tore schoss und vier vorbereitete. „Kenny ist technisch versiert, bringt viel Schnelligkeit mit und hat einen guten Zug zum Tor“, erklärte Trainer Damir Buric. Manager Rachid Azzouzi lobte: „Kenny ist ein junger, hungriger Spieler, der viel Potenzial mitbringt, aber auch schon einige Erfahrungen gesammelt hat. Damit passt er genau in unser Profil.“ Über die Ablösesumme vereinbarten beide Klubs Stillschweigen.

Der Fall Simon Hedlund, für den Bröndby dem Vernehmen nach etwas weniger als eine Million Euro nach Köpenick überweist, ähnelt dem Redondos. Auch Hedlund, 25, kam unter Fischer nur noch sporadisch zum Zug (elf Einsätze, vier von Beginn an) und bemängelte dies auch öffentlich. „Vielleicht mag er andere Spieler einfach mehr“, mutmaßte Hedlund ein paar Tage vor Weihnachten im schwedischen Blatt „Boras Tidning“. Das verneinte Fischer natürlich, wobei davon auszugehen ist, dass sich die Chancen des Schweden auf mehr Einsatzzeit durch dessen Äußerungen nicht unbedingt verbesserten. „Es war der ausdrückliche Wunsch von Simon Hedlund, sich im Winter sportlich zu verändern“, erklärte Unions Manager Oliver Ruhnert. Nach 70 Ligaspielen für Union (acht Tore, fünf Assists) hofft Hedlund, dass sein neuer Trainer, der frühere Stuttgarter Coach Alexander Zorniger, ihn mehr mag.

Auf eine neue Chance setzt auch Christoph Schösswendter. Gerade mal 69 Spielminuten hat der Innenverteidiger unter Fischer in der Zweiten Liga absolviert, nun kehrt der 30-Jährige an seine alte Wirkungsstätte zurück. „Ich hatte hier bei der Admira die wohl aufregendste, erfolgreichste und schönste Zeit meiner bisherigen Karriere. Deswegen freut es mich umso mehr, dass ich wieder zurück nach Hause komme“, kommentierte Schösswendter.

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