• 6:0-Sieg bei Germania Halberstadt: Der 1. FC Union zieht mühelos in die nächste Runde ein
Update

6:0-Sieg bei Germania Halberstadt : Der 1. FC Union zieht mühelos in die nächste Runde ein

Der Berliner Bundesligist schlägt den Viertligisten Germania Halberstadt mühelos. Nur in der ersten Hälfte klemmt es etwas.

Rein damit. Keven Schlotterbeck (oben) köpft zur Führung für Union ein.
Rein damit. Keven Schlotterbeck (oben) köpft zur Führung für Union ein.Foto: Swen Pförtner/dpa

Wenn Wünsche in Erfüllung gehen, ist das immer eine nette Sache. Erst recht, wenn sie von rund 3000 Menschen vorgebracht werden. So viele Fans, vornehmlich in Rot und Weiß gekleidet, fuhren mit den Bundesligaspielern des 1. FC Union zum DFB-Pokal-Duell bei Germania Halberstadt. Was sie sich von dem Trip nach Sachsen-Anhalt versprachen, teilten sie ihren Lieblingen auf einem langen Banner kurz vor dem Anpfiff mit: „Die Saison ins Rollen bringen“, stand darauf. Die Profis gehorchten, 6:0 (1:0) gewannen sie beim von Sven Körner trainierten Klub aus der Regionalliga Nordost.

Keven Schlotterbeck, Sebastian Andersson, Christopher Lenz, Joshua Mees, Robert Andrich und Anthony Ujah schossen den nie gefährdeten Sieg heraus, der die Köpenicker in die zweite Runde bringt. „Ich habe heute ein gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen, was auch damit zu tun hatte, dass Halberstadt mitgespielt hat“, sagte Unions Trainer Urs Fischer. „In der ersten Halbzeit hat mir die Effizienz gefehlt, da hatten wir gute Möglichkeiten, unsere Führung auszubauen. In der zweiten Halbzeit hat das besser funktioniert, da haben wir das Maximum aus unseren Chancen herausgeholt. Es war ein gutes und wichtiges Spiel für uns, auch mit Hinblick auf den kommenden Sonntag.“

Fischer hatte eine 4-4-2-Formation auf den Platz geschickt, die das Innenverteidiger-Duo Keven Schlotterbeck und Michael Parensen nach vorn trieb. Letzterer spielte wohl auch deshalb, weil Marvin Friedrich im DFB-Pokal noch eine Gelb-Rot-Sperre absitzen musste und Nicolai Rapp (krank) sowie Florian Hübner (Trainingsrückstand) ebenfalls fehlten. Neven Subotic wollte Fischer offenbar auch nicht zu früh belasten, obschon der frühere Dortmunder gute Signale sendet.

Union startete verhalten ins Spiel. Geduldig passten sich die Berliner die Bälle hin und her, das letzte Risiko vermieden sie allerdings. Erst nach 20 Minuten schoss Sebastian Andersson ein erstes Mal flach aufs Halberstädter Tor, in dem Florian Sowade mühelos hielt. Eine Minute später zielte Andersson etwas höher, aber ähnlich ungenau wie im ersten Versuch, Sowade packte sicher zu.

Während die Fans der Berliner ihre Schals der Sonne entgegenreckten, erhöhten die Gästespieler auf dem Rasen das Tempo. Weil Union allerdings ein Handelfmeter verwehrt blieb, musste eine von vielen Ecken her, um in Führung zu gehen. Den von Trimmel nach innen getretenen Ball wuchtete Schlotterbeck in die Maschen. Für den aus Freiburg ausgeliehenen Schlotterbeck war es ein ganz besonderes Tor, der erste Pflichtspieltreffer im Profibereich nämlich. Vor dem Duell hatte er noch elterlichen Besuch angekündigt, neben dem Platz stimmte das Timing also auch.

Nach der Pause wird's deutlich

Union blieb dran und drängte mit Nachdruck auf weitere Tore. Insbesondere über die rechte Seite, auf der Neuzugang Sheraldo Becker einen guten Eindruck hinterließ, kombinierte Union immer wieder gefährlich nach vorn. Nur die Abschlüsse gerieten stets etwas zu unpräzise. Lenz drosch den Ball aus gut 30 Metern an die Latte, Gentners Flachschuss lenkte Sowade an den Pfosten. Auch bei einem weiteren satt getroffenen Ball von Lenz parierte Sowade glänzend, den letzten Versuch vor der Pause setzte Gentner knapp vorbei.

Lenz’ Serie kraftstrotzender Schüsse setzte Trimmel nach wenigen Minuten im zweiten Durchgang fort, doch auch dem Kapitän fehlten Zentimeter zum 2:0. Und wer vorn die Tore nicht macht, der bekommt sie halt hinten. Einer dieser inflationär häufig verwendeten Fußballsprüche hätte sich auch in Halberstadt fast bewahrheitet. Doch Dennis Blasers feines Tänzchen mit integriertem Beinschuss gegen Lenz wurde nicht belohnt, Blaser löffelte den Ball links vorbei.

Viel mehr kam von den fleißigen, aber klar unterlegenen Gastgebern nicht. Stattdessen holten die Berliner zuvor Versäumtes nach. Nach etwas über einer Stunde Spielzeit klaute Marcus Ingvartsen dem ansonsten aufmerksamen Halberstädter Innenverteidiger Michael Ambrosius an der Eckfahne den Ball, passte in die Mitte, wo Andersson zum 2:0 einschoss.

Danach schwanden die Kräfte bei den Halberstädtern schneller als Eiswürfel bei 30 Grad. Union nutzte dies konsequent und erhöhte nach teils schönen Kombinationen binnen elf Minuten auf 5:0. Erst schlenzte Lenz den Ball gefühlvoll ins Dreieck, dann machte der für Becker gekommene Mees aus kürzester Entfernung sein Tor und Robert Andrich traf sehenswert per Volley. Den Schlusspunkt setzte schließlich Anthony Ujah. (Tsp)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!