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Playoffs in der Basketball-Bundesliga: Alba Berlin besiegt Ludwigsburg 102:87

Im ersten Spiel der Halbfinal-Serie gegen Ludwigsburg gelingt Alba Berlin ein am Ende deutlicher Heimsieg. Die Berliner gehen damit 1:0 in Führung.

Spiele mit Beteiligung der Riesen Ludwigsburg können sehr unangenehm werden. Das Team von John Patrick jagt seinen Gegner 40 Minuten lang über das Parkett, presst bei jedem Ballbesitz und schreckt auch nicht vor Fouls zurück, um den Rhythmus des Gegenübers zu unterbrechen. Am Montag übernahm der US-amerikanische Trainer diese Aufgabe höchstpersönlich. Im zweiten Viertel des ersten Play-off-Halbfinales gegen Alba Berlin reklamierte Patrick beim Stand von 44:35 für Alba an der Seitenlinie so heftig, dass ihn die Schiedsrichter mit zwei technischen Fouls innerhalb weniger Sekunden aus dem Spiel ausschlossen. Sein Team animierte das zu noch mehr Intensität und der Berliner Vorsprung schmolz immer weiter zusammen. Doch im Schlussviertel hatte Alba die besseren Nerven und siegte vor 8210 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof 102:87 (27:23, 30:23, 22:28, 23:13). In der Best-of-five-Serie führen die Berliner damit 1:0. 

Alba hatte die drei bisherigen Spiele gegen die Ludwigsburger in dieser Saison gewonnen, brauchte aber einige Minuten, um in das Spiel zu finden. Die erwartet intensive Verteidigung der Gäste provozierte anfangs einige Ballverluste. Alba konnte so nur selten den schnellen Basketball zeigen, der das Team in dieser Saison auszeichnet. Auf der anderen Seite versuchte es Ludwigsburg sehr häufig aus der Distanz und traf allein im ersten Viertel fünf Dreier. Nach einigen Minuten kamen die Berliner dann aber auf Betriebstemperatur. Vor allem Spencer Butterfield (14 Punkte) traf mit seiner lehrbuchreifen Wurftechnik immer wieder, auch Luke Sikma (19) war nach seiner schwachen Offensivleistung im letzten Spiel gegen Oldenburg wieder in Normalform – was beim besten Spieler der Liga nur Gutes für Alba heißen konnte. Nach dem ersten Viertel führten die Berliner 27:23. 

Im zweiten Spielabschnitt wurde die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses dann auch aus der Distanz warm. Butterfield, Sikma, Joshiko Saibou und Akeem Vargas trafen ihre Dreier innerhalb weniger Minuten und so wuchs der Vorsprung immer weiter an. Beim Stand von 44:35 vergab Ludwigsburgs Jeremy Senglin am Ende einer unübersichtlichen Situation einen Korbleger und Patrick wollte dabei ein Foul erkannt haben. Die Disqualifikation des Coaches brachte Alba zwar zwei Freiwürfe, die Ludwigsburger schien die Entscheidung der Schiedsrichter aber anzustacheln. Bis zur Halbzeit hielten sie den Rückstand konstant und nach der Pause kamen sie sehr präsent aus der Kabine. 

Aus elf Punkten Vorsprung für Alba wurde ganz schnell wieder ein enges Spiel. Berliner Ballverluste nutzten die Gäste zu schnellen Punkten und auch aus der Distanz trafen sie wichtige Würfe. Auf dem Parkett wurde es immer intensiver und das ist bekanntlich eher das Spiel der Ludwigsburger. Albas Manager Marco Baldi hatte im Vorfeld gesagt, dass sich jene Mannschaft durchsetzen würde, die ihren Stil durchziehen kann. So war es durchaus verständlich, dass auch Reneses an der Seitenlinie deutlich häufiger stand und gestikulierte als üblich. Die Berliner hatten zu kämpfen und in das letzte Viertel ging es schließlich mit 79:74. 

Hier fand die Ludwigsburger Aufholjagd ihre Fortsetzung. Alba tat sich in der Offensive sehr schwer, leistete sich einige Ballverluste und hatte gegen die aggressive Verteidigung der Gäste Probleme mit der Wurfgenauigkeit. Mitte des Schlussviertels ging Ludwigsburg zum ersten Mal seit der Anfangsphase in Führung, die Berliner schlugen sofort zurück. Das Spiel stand nun auf der Kippe. Doch vier Minuten vor dem Ende gelang den Gastgebern doch noch der entscheidende Zwischensprint. Peyton Siva traf einen Dreier, der ebenfalls starke Bogdan Radosavljevic (16 Punkte) holte sich einen wichtigen Rebound und Sikma schraubte die Führung mit einem Distanzwurf auf sieben Punkte hoch. Damit war das erste Halbfinale entschieden.

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