Basketball : Alba Berlin hat Spaß an der Improvisation

Alba Berlin eilt von Sieg zu Sieg. Das ist erstaunlich, denn die Vorbereitung war laut Manager Baldi "fürchterlich" verlaufen.

Auch Kenneth Ogbe (Nummer 25) überzeugte gegen Göttingen.
Auch Kenneth Ogbe (Nummer 25) überzeugte gegen Göttingen.Foto: imago/Camera 4

Beim Basketball-Bundesligisten Alba Berlin kann es auch Spaß machen, Marco Baldi zu beobachten. Der Manager von Alba war einst selbst Bundesliga-Spieler, und ein bisschen tobt und flucht er heute noch, als stünde er auf dem Parkett.

Das war hin und wieder auch am Samstag der Fall, als die Berliner die Überraschungsmannschaft aus Göttingen empfingen. Dabei hatte es für Groll bis auf ein paar marginale Fehlentscheidungen der Schiedsrichter keinen Grund gegeben. Alba fegte über die Niedersachsen hinweg, gewann 95:68 (51:24). Es war dies der zehnte Sieg im elften Pflichtspiel dieser noch jungen Spielzeit, und Manager Baldi muss sich manchmal doch sehr wundern über diesen Saisonstart.

„Wir hatten eine fürchterliche Vorbereitung“, sagt er. Tatsächlich erwischte es Alba vor und während dieser Saison hart. Die beiden Center Johannes Thiemann und Dennis Clifford sowie Guard Joshiko Saibou fielen aus, vor etwas mehr als einer Woche erwischte es auch noch Spielmacher Peyton Siva – allesamt Leistungsträger bei Alba. Ein Basketballklub in der Bundesliga kann so etwas mit Ausnahme von Bayern München nicht kompensieren – das war zumindest die gängige Auffassung vor der Saison. Alba Berlin aber verblüffte Beobachter und auch die gegnerischen Trainer. „Durch die Ausfälle und die Abgänge dachten wir, dass die Berliner eine gewisse Anlaufzeit brauchen“, sagte der Ludwigsburger Trainer John Patrick. „Sie sind aber noch besser als letzte Saison.“

Alba kompensiert seine Ausfälle

Es wirkt bei den Berlinern so, als hätten sie geradezu Spaß an der ununterbrochenen Improvisation gefunden. Fehlen die Center Clifford und Thiemann, springen die kleineren Luke Sikma oder Tim Schneider in die Bresche, machen das Spiel unter dem Korb gar variantenreicher. Und fällt der zuletzt überragende Peyton Siva verletzt aus, schüttelt sein Backup Stefan Peno ein Zauberpass nach dem anderen aus den Händen.

Albas Trainer Aito Garcia Reneses, ein Verfechter des zwanglosen Spiels, beobachtet all das mit großer Freude. Zumal auch die jungen Talente um Jonas Mattisseck und Franz Wagner immer mutiger aufspielen. Es läuft also bei Alba, auch wenn der Manager Baldi hin und wieder etwas tobt.

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