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Biathlon-WM in Östersund : Gold und Bronze für deutsche Frauen in der Verfolgung

Wie im Sprint wird Laura Dahlmeier auch in der Verfolgung Dritte. Eine Klasse für sich war ihre Landsfrau Denise Herrmann.

Denise Herrmann zeigte in der Verfolgung eine starke Leistung.
Denise Herrmann zeigte in der Verfolgung eine starke Leistung.Foto: Sven Hoppe/dpa

Denise Herrmann hat bei den Biathlon-Weltmeisterschaften im schwedischen Östersund Gold in der Verfolgung gewonnen und mit dem ersten großen Titel überhaupt ihre zweite Karriere als Biathletin gekrönt. Nicht mal drei Jahre nach dem Umstieg von den Langläuferinnen behielt die 30-Jährige am Sonntag die Nerven und entschied das Jagdrennen trotz zwei Strafrunden überlegen für sich. „Es ist unglaublich. Ich habe voll versucht, mich aufs Schießen zu konzentrieren. Bis zum letzten Schießen kann dir immer alles passieren. Ich bin so stolz auf das, was heute passiert ist. Ich bin so froh, dass mir so etwas Großes gelungen ist“, sagte die Oberwiesenthalerin.

Die bereits mit Mixed-Silber dekorierte Herrmann setzte sich nach zehn Kilometern mit einem Vorsprung von 31,4 Sekunden vor der Norwegerin Tiril Eckhoff, die im Zielsprint Olympiasiegerin Laura Dahlmeier um 0,2 Sekunden auf den Bronzerang verwies, durch. Für Herrmann, die 2014 mit der Langlauf-Staffel noch Olympia-Bronze gewann, war es der vierte Karrieresieg im Biathlon.

Dahlmeier kämpfte bis zum Schluss um den ersten deutschen WM-Doppelerfolg seit 2009, aber am Ende musste sie sich denkbar knapp geschlagen geben. Aber für die Doppel-Olympiasiegerin war es nach Bronze im Sprint die 13. WM-Medaille in Serie. Das schaffte noch niemand im Biathlon-Zirkus.

Herrmann erst seit 2016 Biathletin

Herrmann, die 2014 noch mit der Langlauf-Staffel Olympia-Bronze holte, krönte damit ihre zweite Sport-Karriere. Die 30-Jährige war erst im Frühjahr 2016 zu den Skijägern gewechselt. Im Dezember 2017 hatte sie beim Weltcup-Auftakt in Schweden ihre ersten beiden Weltcupsiege gefeiert.

Nach ihren zwei tollen Erfolgen hatten viele eine weitere Leistungsentwicklung von Herrmann erwartet. Aber danach lief sie mehr als ein Jahr kein einziges Mal mehr auf das Podium. Erst am 16. Februar war es mit dem Verfolgungssieg bei der WM-Generalprobe von Soldier Hollow wieder soweit. Insgesamt übewogen aber mehr die Enttäuschungen. Bis zur WM hatte sie es in dieser Saison nur dreimal in die Top Ten geschafft. Zu oft patzte Herrmann am Schießstand und vergab so Podestplätze. Ihre Trefferquote im Vergleich zur Vorsaison sank von 80 auf 76 Prozent, vor allem im Liegendschießen verschlechterte sie sich.

Herrmann startete als Sprint-Sechste 24 Sekunden hinter Sprint-Weltmeisterin Anastasija Kuzmina, ging forsch los und war schnell vorne. Bei immer wieder auffrischendem Wind behielten sie und Dahlmeier in den beiden Liegend-Einlagen die Nerven - nach Rennhalbzeit führte Herrmann vor der Schwedin Mona Brorsson (+ 0,5 Sekunden) und Dahlmeier (+ 8,3).

Danach erhöhte Herrman in der Loipe weiter das Tempo, die anderen konnten ihr nicht mehr folgen. Auch Dahlmeier nicht, da sie nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte ist. Doch Herrmann schoss im ersten Stehendschießen zwei Fehler, Dahlmeier einen und so führte die Schwedin Brorsson mit mehr als 30 Sekunden vor den beiden Deutschen. Im finalen Schießen schoss Brorsson dann aber viermal daneben, Herrmann und Dahlmeier blieben dagegen genau wie Eckhoff fehlerfrei. Während Herrmann ihre Langlauf-Qualitäten ausspielte und die Schlussrunde genießen konnte, musste Dahlmeier sich knapp geschlagen geben - doch ihre Serie hielt: In den letzten 13 WM-Rennen hat sie eine Medaille gewonnen. (dpa)

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