Champions League : Borussia Dortmund und Schalke 04 ziehen ins Achtelfinale ein

Nach Bayern haben auch Dortmund und Schalke das Achtelfinale erreicht. Schalke konnte sich dabei sogar einen Patzer erlauben.

Zunge raus. Marco Reus mühte sich gegen Brügge redlich.
Zunge raus. Marco Reus mühte sich gegen Brügge redlich.Foto: imago/DeFodi

Drei aus vier und das nach fünf von sechs. Drei der vier deutschen Starter in der Champions League haben das Achtelfinale erreicht – und das bereits nach nur fünf der sechs Gruppenspielen. Nach den Bayern am Dienstag zogen am Mittwoch Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 nach. Dem BVB reichte ein 0:0 gegen den FC Brügge, die Schalker konnten sich sogar eine 1:3-Niederlage gegen den FC Porto erlaubten. Nur die TSG Hoffenheim hat am letzten Spieltag in zwei Wochen keine Chance mehr, die K.-o.-Runde zu erreichen.

„Es war ein zähes Spiel, kein gutes Spiel. Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei hundertprozentige Chancen, danach wurde es schwieriger, Lücken zu finden. Wir haben es individuell nicht gut gemacht. Primär war aber der Einzug ins Achtelfinale“, sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc.

So erfreulich die Bilanz für den deutschen Fußball auch sein mag: Ein besonders erquickender Abend war es für die Vertreter der Bundesliga nicht. Dem Tabellenführer Dortmund fehlte gegen Belgiens Meister die Leichtigkeit der vergangenen Wochen. Vielleicht lag es daran, dass Trainer Lucien Favre gleich fünf Wechsel vorgenommen hatte. Unter anderem spielte Paco Alcacer von Anfang an. Aber vom Spanier, nach Einwechslungen immer sofort gefährlich, war wenig zu sehen. In seinem zehnten Einsatz für den BVB stand er erst zum zweiten Mal 90 Minuten auf dem Platz – und blieb zum dritten Mal ohne Tor.

Erstmals seit der Saison 2014/2015 steht Schalke wieder im Achtelfinale

Die Dortmunder ließen es ruhig angehen, hatten den Ball und die Kontrolle und schienen damit weitgehend zufrieden zu sein. Richtig gefährlich für die Gäste aus Belgien wurde es nur punktuell. In der zehnten Minute spielte Marco Reus im Strafraum Christian Pulisic frei, der aber traf den Ball nicht richtig und konnte Torhüter Ethan Horvath mit seinem Schuss nicht in Bedrängnis bringen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde hatte Reus eine noch bessere Chance. Mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte wurde Brügges komplette Defensive überspielt, Dortmunds Kapitän lief relativ unbehelligt auf das Tor zu, setzte den Ball aber wenige Zentimeter neben den Pfosten.

In der zweiten Hälfte waren die Dortmunder erkennbar um mehr Geschwindigkeit bemüht, um die massive Defensive der Gäste zum Tanzen zu bringen. Dass Brügge einen Sieg brauchte, um die Chance aufs Achtelfinale am Leben zu erhalten, war zu keiner Zeit zu erkennen. Die Offensivspieler bewegten sich nun besser, spielten schneller und kamen dadurch häufiger gefährlich in den gegnerischen Strafraum als vor der Pause.

Der Eifer war dem BVB nicht abzusprechen. Vor allem Marco Reus tat sich hervor. Nach einem Ballverlust und einem Konter der Belgier sprintete er Richtung eigener Hälfte zurück, setzte an der Mittellinie zur Grätsche an und eroberte mit seinem formvollendeten Tackling den Ball. Es gab Szenenapplaus von den Rängen. Vielleicht auch, weil es offensiv nichts zu bejubeln gab. Die Belgier verrammelten ihren Strafraum. Favre brachte mit Jadon Sancho einen weiteren Offensivspieler – ein Tor aber wollte seiner Mannschaft an diesem Abend nicht gelingen.

Schalke verlor sogar 1:3 (0:0) in Porto. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco stand aber schon vor dem Anpfiff sicher im Achtelfinale – weil Lokomotive Moskau am früheren Abend 2:0 gegen Galatasaray Istanbul gewonnen hatte. Gegen Porto ging es nur noch um den Gruppensieg. Den aber haben die Schalker durch die Niederlage definitiv verspielt. Nabil Bentaleb verkürzte durch einen Handelfmeter in der 89. Minute zwar noch auf 1:2, quasi im Gegenzug aber fiel das 3:1 für die Portugiesen. Die Schalker dürften es verkraften. Erstmals seit der Saison 2014/15 stehen sie wieder in der K.-o.- Runde der Champions League. (Tsp)

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