Coronavirus in der Formel 1 : Niko Hülkenberg gibt Comeback in Silverstone

Nach dem positiven Corona-Fall von Sergio Perez startet Niko Hülkenberg beim Formel 1-Rennen am Sonntag beim Großen Preis von Großbritannien. Sein letztes Rennen fuhr Hülkenberg 2019.

Hülkenberg gab sein Formel1-Debüt 2010 in Bahrain.
Hülkenberg gab sein Formel1-Debüt 2010 in Bahrain.Foto: Sergei Grits/dpa

Der deutsche Rennfahrer Nico Hülkenberg gibt ein überraschendes Blitz-Comeback in der Formel 1. Nach dem positiven Coronavirus-Fall des Mexikaners Sergio Perez übernimmt der 32-Jährige aus Emmerich kurzfristig das freie Cockpit beim Team Racing Point. Das gab der Rennstall am Freitag bekannt. Hülkenberg, der die Erfahrung von 177 Rennen in der Motorsport-Königsklasse mitbringt, wird beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone schon am Freitagmittag ins Auto steigen und das erste Training bestreiten. Das Rennen findet am Sonntag (15.10 Uhr/RTL und Sky) statt.
Hülkenberg fuhr bis 2016 mit einer Unterbrechung vier Jahre lang für Racing Points Vorgänger-Rennstall Force India und ist derzeit ohne Vertrag. Zuletzt war der Deutsche von 2017 bis 2019 für Renault aktiv und hatte im Vorjahr keinen neuen Kontrakt mehr für 2020 erhalten. In diesem Jahr arbeitet er auch als TV-Experte für den Fernsehsender RTL. Bereits seit Donnerstagabend hielten sich Gerüchte, er könne bei seinem ehemaligen Arbeitgeber für Perez einspringen. Zunächst war aber noch ein negativer Coronavirus-Test notwendig, erst wenige Minuten vor dem Training durfte er kurz vor 12 Uhr auf das Gelände.

[Wenn Sie alle aktuellen Nachrichten live auf Ihr Handy haben wollen, empfehlen wir Ihnen unsere runderneuerte App, die Sie hier für Apple- und Android-Geräte herunterladen können.]

Den konnte der 30 Jahre alte Perez am Donnerstag nicht nachweisen und sorgte für den ersten prominenten Corona-Fall in der Formel 1. Der WM-Sechste darf nicht in Silverstone starten und befindet sich derzeit in Quarantäne. Auch ein Start beim zweiten Grand Prix in England in einer Woche an gleicher Stelle scheint nicht möglich.

Perez hatte auch Kontakt mit Teammitgliedern von Racing Point

Nach einem zunächst nicht eindeutigen Ergebnis war erst sein zweiter Test positiv. Perez hatte auch Kontakt mit wenigen Teammitgliedern von Racing Point, die vorsorglich ebenfalls isoliert wurden. Der Austragung des Rennens steht nichts im Wege, da sich Perez noch gar nicht an der Strecke befunden hatte. Der Zutritt zum Gelände wäre nur mit einem negativen Testergebnis möglich gewesen. Das Personal der Formel 1 wird regelmäßig getestet, mindestens alle fünf Tage.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Zunächst galten die Mercedes-Ersatzfahrer Stoffel Vandoorne aus Belgien und Esteban Gutierrez aus Mexiko als heißeste Kandidaten auf den freien Platz hinter dem Steuer. Doch die Entscheidung fiel für den deutschen Routinier, der sein bislang letztes Formel-1-Rennen beim Saisonfinale im November 2019 in Abu Dhabi bestritten hatte.
Hülkenberg gab sein Debüt 2010 in Bahrain für Williams und holte einmal die Pole Position. Er hält den unrühmlichen Rekord für die meisten Rennstarts ohne Podestplatzierung und holte in seiner Laufbahn 511 WM-Punkte. Sein größter Erfolg ist der Triumph beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans 2015 mit Porsche. Der nächste Einsatz in einem Rennauto sollte eigentlich erst Mitte August beim ADAC GT Masters auf dem Nürburgring erfolgen. Dort will Hülkenberg als Gaststarter einen Lamborghini Huracán GT3 Evo steuern. (dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!