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Ich grüße sie! Der Weg des deutschen Mannschaftsbusses führt nur über Holland ins Viertelfinale.

© dpa

Vor dem Spiel Deutschland - Niederlande: Das wird eine "ganz heiße Kiste"

Das zweite Turnierspiel war für Deutschland oft schwierig, aber was sollen erst die Holländer sagen? „Für sie ist es schon ein Finale, für uns noch nicht“, sagt Teammanager Oliver Bierhoff.

Kurz bevor sich der Bus „Germany“ am Dienstagmorgen mit allerlei blinkendem Polizeigedröhn seinen Weg Richtung Flughafen Danzig bahnte, hat Oliver Bierhoff die letzten Neuigkeiten aus dem Innersten der deutschen Mannschaft kundgetan. Da mittlerweile auch die Sonne irgendwie einen Weg durch die Wolken gefunden hatte, hätten die Spieler das erste Mal seit ihrer Ankunft vor über einer Woche auf der Terrasse ihres malerisch gelegenen Quartiers essen können. Anschließend hätten sie ein bisschen gedöst und geplaudert und später in den luftigen Zelten das Abendspiel des Co-Gastgebers Ukraine verfolgt. Doch mit der Lauschigkeit ist es erst einmal vorbei.

Dienstagmittag tauchten die Deutschen nach einem Zweistundenflug zum Spielort Charkiw in die brütende Junihitze des ukrainischen Ostens ein. Was für eine Einstimmung auf das Duell mit den angezählten Niederländern, von dem Oliver Bierhoff sagte, es werde eine „ganz heiße Kiste“.

Dabei benötigt dieses prestigebeladene Nachbarschaftsduell keinerlei zusätzliche Aufladung. Und doch gibt es dieses Mal eine besondere Brisanz. „Für sie ist es schon ein Finale, für uns noch nicht“, sagte Bierhoff. Das könne gut, aber auch schlecht sein für die Deutschen. Man wisse ja, dass man sich in der Vorrunde keine Schwäche erlauben dürfe. Genau das aber taten die Niederländer beim 0:1 gegen Dänemark, weshalb es für den Vizeweltmeister von 2010 bereits ein K.-o.-Spiel ist.

Doch die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw darf sich nicht zu sicher wähnen. In der jüngeren Vergangenheit hielt das jeweils zweite Vorrundenspiel bei Turnieren für sie stets Niederlagen parat, so dass man vor dem letzten Gruppenspiel gehörig unter Druck geraten war. Von einem Fluch zu sprechen wäre sicher übertrieben. Dennoch hofft Bierhoff darauf, „dass es dieses Mal nach dem zweiten Spiel anders ist“.

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Erinnert sei an die beiden Turniere der Löw-Ära. Bei der EM 2008 ging nach dem Auftaktsieg über Polen das zweite Gruppenspiel gegen Kroatien 1:2 verloren. Erst ein Gewaltschuss Michael Ballacks in Wien gegen Co-Gastgeber Österreich sicherte den Deutschen das Weiterkommen. Ähnlich war es bei der WM vor zwei Jahren, als dem 4:0-Sieg über Australien in Durban ein 0:1 gegen Serbien in Port Elizabeth folgte. Mesut Özil traf im entscheidenden dritten Gruppenspiel in Johannesburg zum 1:0-Sieg über Ghana.

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Dieses Mal sind die Deutschen mit einem 1:0 über Portugal ins Turnier gestartet, was allgemein als druckmindernd empfunden wurde. Grundsätzlich aber habe sich die Situation nicht verändert. Man habe schon vor dem Turnier gesagt, „dass wir das Spiel gegen Holland gewinnen wollen und müssen“, erzählte Bierhoff. Der Unterschied sei maximal der, dass die Holländer nicht mit einem Sieg gestartet sind und nun schon vor dem Aus stehen.

„Sie haben jetzt großen Druck“, sagte Bierhoff. Man selbst wolle sich vor dem dritten Gruppenspiel gegen die Dänen das Leben nicht unnötig schwer machen. Joachim Löw jedenfalls hat inmitten all der Lauschigkeit der vergangenen Tage die Richtung vorgegeben. Er werde sich nicht nach Holland richten. „Wir müssen unser Spiel gut machen, unser Spiel durchbringen.“ Nur so kommt Germany durch.

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