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Die Volleys mussten zum Teil ziemlich kämpfen, um sich gegen Düren, Frankfurt und Friedrichshafen durchzusetzen.
© IMAGO/Marcel Lorenz

Trotz des Dauerbrenners im Finale: Die Volleyball-Bundesliga wird endlich wieder spannender

Im Finale der Meisterschaft treffen Berlin und Friedrichshafen aufeinander – mal wieder. Dabei hätte die Saison auch ganz anders zu Ende gehen können.

Von Inga Hofmann

Das war ja wieder klar, werden sich aktuell wohl viele Volleyball-Fans denken. Wie hätte es auch anders sein können? Zum neunten Mal in Folge treffen die BR Volleys und der VfB Friedrichshafen im Finale um die Meisterschaft aufeinander. Die Volleys kündigten bereits das „Duell der Giganten“ an, bei dem ihr Team – „wie kann es anders sein“ – auf Friedrichshafen stoßen werde.

Ganz so absehbar war der Ausgang der Halbfinalserien allerdings nicht; tatsächlich hätte die Saison auch anders enden können, denn gerade der VfB tat sich zu Beginn schwer. Das lag zum einen an zahlreichen Coronafällen und zum anderen daran, dass Friedrichshafen keine eigene Halle hat und für jedes Heimspiel nach Ulm fahren muss.

Hinzu kam, dass ihr Libero Blair Bann lange Zeit ausfiel, so dass der VfB nur auf dem vierten Platz in die neu geschaffene Zwischenrunde startete, noch hinter Berlin, Düren und Frankfurt.

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Der Rückstand auf Düren betrug nach der Hauptrunde zehn Punkte und auch in der Zwischenrunde konnte der nicht wettgemacht werden. Damit wäre der Verein eigentlich auf dem vierten Platz gelandet, was bedeutet hätte, dass er schon im Halbfinale gegen Berlin rangemusst hätte. Eigentlich. Denn die Liga zog Frankfurt wegen „wiederholter Verstöße“ im Lizenzierungsverfahren Punkte ab, sodass der Verein in der Tabelle nach unten und Friedrichshafen auf Platz drei rutschte.

Volleys verloren gegen Frankfurt

Dadurch spielte der VfB stattdessen gegen Düren und zeigte eine deutliche Leistungssteigerung, wodurch er sich nach drei Siegen frühzeitig für das Finalserie qualifizierte. Die Volleys hingegen taten sich schwer und brauchten vier Spiele gegen die Frankfurter, die sich in dieser Saison nicht zuletzt durch ihren Trainer Christophe Achten und herausragende Spieler wie Daniel Malescha oder Satoshi Ide enorm gesteigert haben. Im vergangenen Jahr schafften sie es vor den Play-offs gerade einmal auf Platz sieben und schieden bereits im Viertelfinale aus.

Mit der Unterstützung ihrer Fans gewann Frankfurt am Samstag immerhin einen Satz.
Mit der Unterstützung ihrer Fans gewann Frankfurt am Samstag immerhin einen Satz.
© IMAGO/Marcel Lorenz

Der Kampf in der Ligaspitze ist deutlich enger geworden, was auch mit der Schaffung der Zwischenrunde zusammenhängen dürfte, bei der die besten vier Teams und Platz fünf bis acht gegeneinander spielen. Dazu ist auch die Fancommunity der Vereine dank der neuen Streamingplattform Twitch gewachsen, sodass in der Ballsporthalle in Frankfurt am Samstag mit 1719 Zuschauenden so viele dabei waren wie noch nie in dieser Saison. Die Fans trugen mit dazu bei dass Frankfurt immerhin einen Satz gewann.

Berlin hingegen hat in dieser Saison erneut seine Favoritenrolle unter Beweis gestellt und musste sich auf nationaler Ebene nur dreimal geschlagen geben – einmal im Pokalendspiel gegen Friedrichshafen. Insofern könnte auch die Finalserie noch ein paar Überraschungen bereit halten.

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