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Noch einmal muss Cédric Énard die Daumen drücken, um die Meisterschaft zu gewinnen.
© IMAGO/Nordphoto

Letztes Finalspiel gegen Friedrichshafen: Die Volleys können heute doch noch die Meisterschaft gewinnen

Die Volleys wollen sich zum zwölften Mal zum Meister krönen. Die Meisterschale soll in in diesem Jahr aber nicht wieder abhanden kommen.

Von Inga Hofmann

Rund 20 Kilogramm wiegt die bronzefarbene Meisterschale, die die BR Volleys am Samstagabend in die Höhe stemmen wollen. Voraussetzung ist, dass die das fünfte und letzte Spiel in der Finalserie gegen den VfB Friedrichshafen gewinnen und sich damit zum zwölften Mal als Meister krönen.

In dieser Saison hat die Schale schon einige Kilometer zurückgelegt, am Mittwoch etwa reiste sie im Kofferraum des Kleinbusses erst sieben Stunden nach Neu-Ulm, wo das vierte Spiel anstand, und dann wieder zurück, weil es dem VfB nicht gelang, den Titel vorzeitig zu gewinnen. In der vorigen Saison soll sie während der Meisterfeier sogar kurzzeitig verschwunden sein, sodass die Volleys bereits beim Bus-Unternehmen anriefen. Zumindest wurde dies der Streamingplattform Spontent zugetragen. Letztlich soll sie dann bei einem Spieler, der wohl etwas zu heftig gefeiert hatte, gefunden worden sein. Das wollen die Volleys in diesem Jahr vermeiden und passen gut auf die Trophäe auf, die wohlverwahrt in der Halle liegt.

Sollte es den Volleys gelingen, das Heimspiel für sich zu entscheiden, wäre es erste Mal, dass eine Volleyball-Mannschaft einen 0:2 Rückstand in der Finalserie doch noch dreht. Diesen historischen Moment will sich offenbar niemand entgehen lassen und so erwartet der Verein rund 7000 Zuschauende, das wäre ein neuer Saisonrekord. Zumindest das Momentum ist auf ihrer Seite, nachdem sie die vergangenen beiden Spiele gewonnen haben. „Jetzt fühlen wir uns einfach bereit für dieses fünfte Spiel zuhause und freuen uns auf eine riesige Kulisse, vor der wir uns hoffentlich die Goldmedaille holen können“, sagte auch Angreifer Samuel Tuia nach dem zweiten Sieg.

Jetzt geht es darum, wer besser mit dem Druck umgehen kann

Trotzdem haben die Häfler bewiesen, dass sie kämpfen und es den Volleys schwer machen können. Geschäftsführer Kaweh Niroomand warnt deshalb: „Dieses Finale war vom ersten Punkt an ein Duell auf Augenhöhe.“ Insbesondere gegen den Block kamen die Berliner nur mit Mühe durch und mussten sich Unterstützung von Diagonalangreifer Marek Sotola holen, der Benjamin Patch vertrat und im Block überzeugte.

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Jetzt gehe es vor allem darum, wer besser mit dem Druck einer solchen Titelentscheidung umgehen könne, sagt Niroomand. Er hofft hierbei auf die Erfahrung von Spielern wie Sergej Grankin. Aber auch die Champions-League-Spiele gegen europäische Spitzenklubs wie St. Petersburg dürften das Selbstvertrauen der Volleys, mit Drucksituationen umzugehen, gestärkt haben.

Sollten sich aber die Gäste doch noch durchsetzen, wäre auch das eine kleine Premiere: Denn für Friedrichshafens Trainer Mark Lebedew, der dreimal mit den Volleys Deutscher Meister geworden ist, wäre es das erste Mal, dass er den Titel in der Max-Schmeling-Halle gewinnt. Während seiner Zeit als Volleys-Trainer holte sein Team immer auswärts den Titel.

Insofern steht schon vor dem Spiel am Samstagabend (18.30 Uhr/Spontent) fest: Egal, wer die Schale am Ende nach oben hievt, ein kleiner historischer Moment für den Deutschen Volleyball ist es so oder so.

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