
© IMAGO/Eibner
Leipzig vs. Berlin – ein Vergleich: Von der Nähe zur großen Eishockey-Bühne
Der Wechsel von der kleinen Eisarena in Leipzig in die riesige Uber Arena in Berlin ist wie der Wechsel von einer gemütlichen, vertrauten kleinen Wohnung in eine riesige Villa. Ein subjektiver Vergleich.
Stand:
Die Leipziger Eishockey-Arena Anona icedom ist mit ihrer Kapazität von 2200 Menschen klein. Trotzdem ist die Stimmung immer ausgelassen, laut und intensiv. Die Fans vermitteln ein familiäres Gefühl und in der Pause unterhält sich jeder mit jedem. Man spürt einfach die große Leidenschaft, die in jedem einzelnen Zuschauer steckt. Da geht mir als Fan der Icefighters, die in der Oberliga Nord spielen, das Herz auf.
Leipzig – das vertraute Wohnzimmer
Der einzige Nachteil im Vergleich zu Berlin ist die Lage der Eishockeyhalle in Leipzig. Denn sie befindet sich nicht sehr zentral, was es für überregionales Publikum schwerer macht, die Halle zu erreichen. Doch für viele spielt das kaum eine Rolle, denn die emotionale Bindung zum Team ist hier besonders stark. Viele kennen sich untereinander, man grüßt sich und tauscht sich vor und nach dem Spiel über Taktiken, Spielerleistungen und die Hoffnungen für die Saison aus.
Das Leipziger Publikum zeichnet sich zudem durch seine Kreativität aus. Choreografien, Spruchbänder und Fan-Gesänge sind ein wichtiger Teil der Spieltage und helfen dem Team nicht den Mut zu verlieren.
Berlin – die imposante Arena
Die Uber Arena in Berlin hat eine Kapazität von 14.200 Menschen und ist somit mehr als sechsmal so groß wie die Leipziger Arena. Das macht die Stimmung aber nicht zwangsläufig besser. Durch die hohe Anzahl der Personen grenzen sich beispielsweise die Ultras stark von den anderen Zuschauern ab. Trotzdem ist auch dort eine irre Stimmung und die Fans, vor allem natürlich die in der Fankurve, sind begeistert und feuern die Spieler an.
Berlin bietet eine beeindruckende Kulisse. Die moderne Arena, ausgestattet mit riesigen Videowänden und moderner Lichttechnik, sorgt dafür, dass sich hier jeder Besucher als Teil eines großen Spektakels fühlt.
Die Preise im Vergleich
Bei den Icefighters liegt die Preisspanne pro Ticket zwischen 17 und 136,86 Euro, in der Uber Arena liegt diese zwischen 18 und 275 Euro. Das hört sich erstmal nach keinem großen Unterschied an. Trotzdem sitzt man in Berlin für das gleiche Geld viel weiter hinten und hat einen distanzierteren Blick zu den Spielern, weil die Arena selbst viel größer ist. Dadurch kann man aber nicht zwangsläufig schlechter sehen, da die Tribüne angeschrägt bis weit nach oben verläuft.
Ein weiteres Detail ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Essen und Getränken. In Leipzig sind die Preise für Snacks und Getränke deutlich niedriger als in Berlin, wo man für ein Bier oder eine Bratwurst viel mehr bezahlen muss. Für Familien kann der Besuch in der Uber Arena schnell teurer werden.
Ein spannendes Thema, das oft diskutiert wird, ist die Identifikation mit dem Team. In Leipzig ist die Distanz zwischen den Fans und Spielern sehr gering, oft sieht man die Spieler nach dem Match noch in der Halle oder sogar in der Stadt. Man kann mit ihnen sprechen oder ein Foto machen. In Berlin hingegen gibt es eine klare Trennung zwischen den Spielern und den Fans. Einerseits wirkt das professioneller, andererseits auch distanzierter.
Wer also den persönlichen Kontakt und das Gefühl eines engen Zusammenhalts sucht, wird sich in Leipzig wohler fühlen. Wer hingegen ein großes Event mit viel Show und Inszenierung bevorzugt, dürfte in Berlin beeindruckt sein. Beide Orte haben ihren ganz eigenen Charme und machen Eishockey auf ihre Weise zu einem besonderen Erlebnis.
Das Gefühl im Vergleich
Es ist ein starker Kontrast zwischen Vertrautheit und beeindruckender Größe. Leipzig fühlt sich an wie ein Ort, an dem man dem Team nahe ist und direkt mitfiebern kann. In Berlins Arena fühlt man sich, als würde man an etwas ganz Großem teilhaben. Sobald die Fans mit Konfetti werfen und laut singend miteinander tanzen, entsteht in beiden Arenen das Gefühl, als hätten sie für einen kurzen Moment die Welt um sich herum ganz vergessen. Und ich glaube, das ist das Wichtigste, dass die Spieler und Zuschauer einfach einen schönen Abend haben.
Man könnte auch sagen, es ist eine Typsache. Dem einen gefällt es besser, sich unter das große Treiben zu mischen, dem anderen wiederum mehr, ganz nah bei und mit dem Team mitzufeiern. Beide Erfahrungen sind großartig und werden in Erinnerung bleiben, soviel ist sicher.
Die Autorin ist 16 Jahre alt und absolvierte ein Schülerpraktikum in der Sportredaktion des Tagesspiegels
- showPaywall:
- false
- isSubscriber:
- false
- isPaid: