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Zuletzt spielte Matheus Krauchuk in der Türkei, nun kommt er nach Berlin.
© FIVB

Matheus Krauchuk kommt zu den BR Volleys: Endlich wieder Volleybälle küssen!

Die Volleys holen sich Verstärkung im Angriff von einem Spieler, der eine ganz besondere Tradition pflegt. Aber auch beim Rest des Teams ist einiges los.

Von Inga Hofmann

Dass die Pandemie die Sportwelt durcheinandergebracht hat, ist nichts Neues. Positive Testergebnisse, Hygieneverordnungen und kurzfristig abgesagte Matches stellten den Spielplan und das Leben der Sportler*innen auf den Kopf. Matheus Krauchuk Esquivel Rodrigues aber stand vor einer besonderen Herausforderung: Er durfte plötzlich nicht mehr den Volleyball küssen, den er normalerweise vor jedem Aufschlag mit den Lippen berührte.

„Der Ball ist mein Arbeitsgerät und hat mir und meiner Familie ein besseres Leben ermöglicht“, sagt er. Ein kleiner Kuss zwischendurch sei Ausdruck seiner Dankbarkeit. „Ich liebe diesen Sport. In diesem Augenblick sind es nur der Ball und ich.“ Letzte Saison musste Krauchuk sein kleines Ritual aufgrund der Pandemie unterlassen, umso mehr freue er sich darauf, bald wieder einen Ball zu küssen und zwar einen blau-gelb-gestreiften mit der Aufschrift „Deutscher Volleyball-Verband“.

Denn der Brasilianer hat einen Einjahres-Vertrag bei den BR Volleys unterschrieben und soll dabei helfen, die Lücke, die Diagonalangreifer Benjamin Patch hinterlassen hat, zu füllen. Der 24-Jährige küsste bereits in zahlreichen Ländern den Volleyball, zuletzt in der Türkei, wo er bei Bursa Büyüksehir Belediyesi spielte. „Ich freue mich so sehr, nach Berlin zu kommen“, erzählt er begeistert. „Es war ein großer emotionaler Moment, als meine Familie und ich diese Entscheidung getroffen haben.“ Seine Frau Amanda wird ihn nach Deutschland begleiten, auch sie spielte früher Volleyball und arbeitete anschließend als Scout in der brasilianischen Profiliga. „Wir sind sehr christlich. Meine Frau unterstützt mich bei jedem Spiel, seit wir geheiratet haben, und betet für mich.“

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Für Krauchuk ist es das erste Mal in Deutschland, seine Teamkollegen kennt er zwar noch nicht, aber er verfolgt mit, was sie während des Sommers so treiben. Trotz Sommerpause ist bei den Volleys ziemlich viel los. Cody Kessel, der erstmals für die US-Nationalmannschaft nominiert wurde, fährt mit seinem Team bei der Nations League aktuell einen Sieg nach dem anderen ein. „Japan ist eine unglaubliche Erfahrung“, erzählt er am Telefon. „Für mich ist es eine großartige Chance, bei den besten Spielern der Welt zu sein, mit ihnen zu konkurrieren und mein Können unter Beweis zu stellen.“

Aufbautraining im kühlen Nass

Mittelblocker Anton Brehme, der vergangenen Saison verletzungsbedingt ausfiel, arbeitet derweil an seinem Comeback – bei heißen Temperaturen weicht er für das Aufbautraining auch mal auf das kühle Schwimmbecken aus. In der kommenden Woche soll er zurück nach Berlin kommen und sein Training hier fortsetzen, genau wie Ruben Schott, der nach einem Eingriff am Knie nicht mit der Nationalmannschaft zur Nations League reisen konnte, sondern hier sein Aufbautraining absolviert und darauf hofft, im September an der WM teilzunehmen.

Apropos deutsche Nationalmannschaft: Hier läuft es momentan sportlich nicht besonders rund, sechs Niederlagen in Folge musste das Team einstecken, bevor ihm schließlich ein Sieg gegen Australien gelang. Kulinarisch läuft es dagegen umso besser, denn Satoshi Tsuiki, neuer Libero bei den Volleys, lud das Team um Volleys-Zuspieler Johannes Tille in das Restaurant ein, in dem er momentan arbeitet. In Berlin will er die gemeinsamen Essen fortsetzen – dann auch mit Krauchuk.

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