
© Torsten Silz/dpa
„Ich bin selbst erschrocken“: Dominik Kohr bittet Gegenspieler nach Roter Karte um Entschuldigung
Der Mainzer Dominik Kohr überholt mit dem Platzverweis gegen Hoffenheim Jens Nowotny und Luiz Gustavo. Am Tag danach entschuldigt er sich bei seinem Gegenspieler.
Stand:
Dominik Kohr vom FSV Mainz 05 hat am Tag nach seiner Roten Karte öffentlich um Entschuldigung gebeten. Das Ausmaß seiner Aktion habe er erst auf den TV-Bildern gesehen. „Ich bin selbst erschrocken. Das hätte auch anders ausgehen können. Max, bitte entschuldige – ich bin erleichtert und froh, dass dir nicht mehr passiert ist und du weiterspielen konntest“, schrieb Kohr bei Instagram.
Der Mainzer richtete sich mit den Worten an seinen Hoffenheimer Gegenspieler Max Moerstedt, den er in der Schlussphase des Spiels in der Fußball-Bundesliga (1:1) am Freitagabend böse gefoult hatte. Nach Sichtung der Videobilder entschied Referee Sascha Stegemann auf Platzverweis. Das Foul sorgte für erneut deutliche Kritik an der Spielweise von Kohr.
Kompromisslos zu verteidigen, sei Teil seiner fußballerischen DNA, schrieb dieser. Er gehe aber niemals in einen Zweikampf mit der Absicht, jemanden zu verletzen. „Ich möchte mich auch entschuldigen bei meiner Mannschaft, die ich gestern hängen gelassen habe, und bei unseren Fans, in deren Dienst ich stehe und für die ich immer alles geben will“, schrieb Kohr weiter.
Mainz-Trainer Eriksen spricht mit Kohr
FSV-Trainer Bo Henriksen hatte direkt nach dem Spiel gesagt, dass er mit Kohr wegen der Roten Karte ein Gespräch führen werde „Alle sagen, das war nicht klug. Ich muss mir die Szene ansehen und mit Dominik morgen sprechen. Wir müssen klug sein in solchen Situationen“, sagte Henriksen über den 31-Jährigen, der bereits zum neunten Mal in der höchsten deutschen Spielklasse des Feldes verwiesen wurde.
Kohr, der erst im September gegen den FC Augsburg vom Feld flog, übertraf nun Jens Nowotny (früher unter anderem Bayer Leverkusen) und Luiz Gustavo (unter anderem Bayern München), die in ihrer Karriere jeweils acht Platzverweise in der Bundesliga erhielten.
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„Ich gieße jetzt nicht weiter Öl ins Feuer, aber es war eine glasklare Rote Karte. Moere hat seine Spuren, er ist sauber abgestempelt worden. Er hat es bis auf einen Bluterguss gut überstanden“, sagte Hoffenheims Trainer Christian Ilzer über Kohrs Einsteigen gegen Moerstedt. Zuvor bei Sky hatte Ilzer gesagt, er habe schon „lange kein so hartes Foul mehr gesehen“.
Im Abstiegskampf müssen die Mainzer nun wieder ohne ihren Defensivspieler auskommen. „Das wird Dome am meisten frusten, dass er zugucken muss. Uns natürlich auch. Er ist niemand, der sowas mit Absicht macht“, sagte Sportdirektor Niko Bungert.
Die Mainzer hatten sich gegen Hoffenheim dank Joker Danny da Costa ein 1:1 erkämpft. Verteidiger Andreas Hanche-Olsen war zuvor ein Eigentor unterlaufen. Da Costa urteilte, Kohrs Treffer bei dem Foul sei „sehr, sehr übel“ gewesen. Der Torschütze verteidigte seinen langjährigen Mitspieler aber gegen Kritik und erklärte, dieser spiele zwar aggressiv, aber nicht per se unsportlich. (dpa)
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