• Fußball-WM in Russland: Doping und Menschenrechte bereiten Fifa-Chef keine schlaflosen Nächte

Fußball-WM 2018

Fußball-WM in Russland : Doping und Menschenrechte bereiten Fifa-Chef keine schlaflosen Nächte

„Die bisher beste WM“: Elf Tage vor Beginn der WM in Russland meldet sich Fifa-Chef Infantino zu Wort. Selten sei er vor einem Turnier so entspannt gewesen, sagt der Funktionär.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Fifa-Chef Gianni Infantino
Russlands Präsident Wladimir Putin und Fifa-Chef Gianni InfantinoFoto: dpa

Kurz vor dem Anpfiff der Fußball-Weltmeisterschaft hat Fifa-Präsident Gianni Infantino Gastgeber Russland überschwänglich gelobt. „Ich bin sehr froh über das, was wir erwarten können“, sagte der Chef des Fußball-Weltverbandes am Montag in Zürich.

„Russland will bei dieser WM der Welt beweisen, dass es ein offenes Land ist, in das Menschen kommen können, in dem Menschen feiern können, Fußball feiern können. Russland hat viel zu bieten, Geschichte, Kultur“, fügte Infantino an. Russland werde sein Ziel erreichen, die bisher beste WM zu organisieren, versicherte der 48-Jährige

Auch kontrovers diskutierte Themen wie Menschenrechte, Doping oder Hooliganismus bereiteten ihm für das Turnier vom 14. Juni bis 15. Juli in elf russischen Städten keine schlaflosen Nächte, versicherte Infantino in einem Gespräch mit internationalen Nachrichtenagenturen. „Ich bin selten so entspannt gewesen.“ In 20 Jahren habe er keinen Turniergastgeber erlebt, der so viel Engagement gezeigt habe.

"Wenn der Ball rollt, konzentriert sich die Welt auf Fußball"

Mögliche Boykotte durch internationale Politiker angesichts der umstrittenen Arbeit von Russlands Staatschef Wladimir Putin sieht Infantino nicht als Problem an. „Was die Fifa angeht, konzentrieren wir uns auf den Fußball. Für uns hat das keine Relevanz“, sagte er.

Überhaupt solle der Sport im Mittelpunkt stehen. „Nein, wenn der Ball rollt, wird sich die Welt auf den Fußball konzentrieren. Die Politik muss uns dann nicht bekümmern. Die Menschen sind dann froh, wenn ihr Team gewinnt, sie sind traurig wenn es verliert.“

In der russischen Doping-Problematik hält Infantino das eigene Vorgehen für optimal. „Wenn es um das Thema Doping geht, haben wir alles getan, was wir tun konnten. Tests und Re-Tests, doppelte Test und nochmal Tests - und die Kontrolle der Proben und Behälter. Alles in Kooperation mit der WADA. Bei der WM werden alle Spieler getestet, auf Blut und Urin, alle Tests finden ohne Einfluss Russlands statt. Wir machen alles mit zusätzlicher erhöhter Aufmerksamkeit wegen der Situation in der Vergangenheit.“

Mit gewalttätigen Fan-Ausschreitungen rechnet Infantino trotz des latenten Problems in Russland nicht. „Für ein Ereignis wie eine WM, ist die Aufmerksamkeit sehr hoch und die Maßnahmen sind es auch. Es wird sichergestellt, dass Russland eine sichere WM veranstaltet. Ich bin auch froh, dass die Zusammenarbeit der Polizeikräfte verschiedener Länder extrem gut ist. Jeder ist sensibel. Man kann nicht alles garantieren, aber ich würde keinem empfehlen nach Russland mit der Absicht zu reisen, Ärger machen zu wollen.“

Mehr lesen? Jetzt E-Paper testen + Geschenk sichern!

4 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben