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Hertha BSC : Mitchell Weiser spielt nicht gegen RB Leipzig

Hertha BSC geht mit einer Doppelspitze ins Spiel gegen RB Leipzig. Über Mitchell Weiser fand der Trainer deutliche Worte.

Mitchell Weiser verlässt Hertha in Richtung Leverkusen.
Mitchell Weiser verlässt Hertha in Richtung Leverkusen.Foto: Soeren Stache/dpa

Eigentlich hatte Pal Dardai in der letzten Trainingswoche einen engagierten Mitchell Weiser registriert. Und so hatte der Trainer von Hertha BSC Weiser in Aussicht gestellt, noch einmal für die Berliner aufzulaufen, wenn sie im Saisonfinale der Fußball-Bundesliga am Samstag die Mannschaft von RB Leipzig empfangen und auf mehr als 60.000 Zuschauer hoffen. Doch als Dardai am Donnerstag den 24-Jährigen fragte, ob er sich fit fühle für das Spiel, entgegnete Weiser nur: "Hm, weiß ich nicht."

Weil dem Ungar diese Einstellung gar nicht gefiel, nominierte er Weiser nun nicht einmal für den Spieltagskader gegen Leipzig, wie in den vergangenen Wochen auch. "Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht. Ich mag ihn, ein Superspieler, wir haben viel Spaß gehabt mit ihm. Für ihn ist das wahrscheinlich auch eine neue Erfahrung: Er ist schon mit einem Bein weg, aber trotzdem noch hier", sagte Dardai.

Weiser wird die Berliner in Richtung Leverkusen verlassen, wo der U-21-Europameister einen Fünfjahresvertrag unterzeichnet hat. Rund zwölf Millionen Euro an Ablösesumme waren in seinem Vertrag ausgemacht für den Fall, dass er sich verändern will. Schon in den Wochen zuvor gab Weiser das Bild eines lustlosen Profis ab, der mit Hertha irgendwie abgeschlossen hatte.

Das letzte Heimspiel will Dardai mutig und offensiv angehen. Herthas Trainer will eine Doppelspitze aufbieten aus Kapitän Vedad Ibisevic und dem früheren Leipzig-Spieler Davie Selke, der im Hinspiel in seiner alten Heimat gleich zwei Tore beim viel beachteten 3:2-Auswärtssieg der Berliner erzielt hatte. „Vielleicht geht das Spiel 3:3 aus“, sagte Dardai im Scherz. Auf jeden Fall erwarte er einen großen Fight. „Ich habe die Spieler gebeten, richtig Dampf zu machen“, sagte Dardai. Dabei wird er auf Niklas Stark zurückgreifen können, der zu Wochenbeginn mit dem Training hatte aussetzen müssen. Dagegen werden sehr wahrscheinlich Valentino Lazaro und Ondrej Duda nicht zur Verfügung stehen.

Für Leipzig steht viel auf dem Spiel

Während es also für die Berliner maximal um einen letzten guten Eindruck geht, steht für die Leipzig so ziemlich alles auf dem Spiel. Die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl könnte im Idealfall sogar noch die Champions League erreichen, wenn Leverkusen daheim Hannover unterliegt und gleichzeitig Hoffenheim gegen Dortmund verliert. Trifft auch nur einer der Fälle nicht ein, wären die Leipziger bei einem Sieg in Berlin zumindest für die Europa League startberechtigt. Läuft es ganz dumm für die Sachsen, wären sie ganz raus aus dem internationalen Geschäft.

Ralph Hasenhüttl, über dessen Weiterbeschäftigung noch ein Fragezeichen hängt, wird in Berlin wieder auf die Stammspieler um Spielmacher Naby Keita und Abwehrchef Willi Orban zurückgreifen können. Beide Spieler haben ihre Sperren abgesessen. Ob es für Hasenhüttl (Vertrag bis 2019) in Leipzig weitergeht, soll er nach dem Spiel in Berlin besprochen werden. Der Leipziger Sportdirektor Ralf Rangnick deutete an, dass man sich Montag oder Dienstag zusammensetzen wolle.

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