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In der verbotenen Zone. Hertha greift nach dem letzten Strohhalm.

© dapd

Letzte Ausfahrt Castrop-Rauxel: Hertha geht ins Trainingslager

Trotz der traurigen Vorstellung zuletzt gegen Kaiserslautern kann Hertha weiter den Klassenerhalt schaffen. Damit das scheinbar Unmögliche klappt, fährt die Mannschaft vor dem Spiel auf Schalke ins Trainingslager.

Ganz hinten, fast am Ende der A2, da, wo sich die Autobahnen 42 und 45 kreuzen, liegt für Hertha BSC die Hoffnung. Sie trägt den Namen Castrop-Rauxel. In der Ruhrgebietsstadt beziehen die Berliner ab Mittwoch ein Trainingslager. Dort wollen sie sich auf das letzte Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstag beim FC Schalke 04 vorbereiten, auf die wohl letzte Chance, die Klasse zu halten – oder auf den dann vielleicht feststehenden Abstieg.

„Wir waren mit dem Spiel gegen Kaiserslautern nicht einverstanden“, sagt Manager Michael Preetz, „dort wollen wir in Ruhe aufarbeiten, was war, und uns konzentriert und intensiv darauf vorbereiten, was kommt.“ Aber was kommt noch für die Berliner? Trotz gerade mal zwei Punkten Rückstands auf den Relegationsplatz – der Glaube an den Klassenerhalt ist in der Öffentlichkeit verloren gegangen.

Herthas Niederlage gegen Kaiserslautern in Bildern:

Dem will Hertha entfliehen, sich allen äußeren Einflüssen entziehen und einmauern. Wie auf dem eigenen Trainingsgelände, das immer mehr abgeschottet wird, bisher ohne positive Resultate. Nun eben in der Fremde. Die Berliner nutzen das Hotel Schloss Goldschmiede öfter bei Ausflügen in den Westen, auch ohne Trainingslager wäre Hertha dort abgestiegen. Nun kommt man ein paar Tage früher.

Über den Sinn der Kasernierung ließe sich debattieren. Warum erst jetzt, werden einige nach den Misserfolgen der letzten Monate fragen. Andere könnten fragen: Was soll das bringen, jetzt noch?

Hertha hat weiter große Personalprobleme

Zuletzt brachten solche Maßnahmen Hertha nicht den gewünschten Erfolg: Im März 2010 fuhren die Berliner mit Trainer Friedhelm Funkel ins Mini-Trainingslager ins Hotel Bayrisches Haus in Potsdam. Das Resultat waren ein 1:2 gegen den 1. FC Nürnberg und ein Platzsturm der Fans. Im Herbst 2009 wollte Trainer Lucien Favre in der Villa Medici in Bad Schönborn bei Karlsruhe der Krise zu Saisonbeginn entfliehen. Das Resultat waren eine 1:5-Niederlage bei der TSG Hoffenheim und Favres Entlassung. Das ist das Problem mit den Problemen: Man kann sie nicht einfach aussperren, sie kommen durch jede Tür und auf jede Reise mit.

Die Frage ist, wer von den Spielern die Reise mit antritt. „Wir hoffen, dass der ein oder andere zurückkommt“, sagt Preetz, gerade für die ausgedünnte Defensive. Christoph Janker lief am Montag um den Platz, ein Einstieg ins Mannschaftstraining kam noch zu früh. Neben seiner Leistenverletzung plagt ihn ein Margen-Darm-Infekt. Bei Roman Hubnik ist Hertha ein wenig optimistischer: „Wir tun alles , damit Roman zum nächsten Spiel fit wird“, sagte Teamarzt Uli Schleicher.

Wie Peter Niemeyer (Gelb-Rot) wird wohl auch Lewan Kobiaschwili gesperrt fehlen. Hertha erlitt mit dem Einspruch gegen dessen Sperre für zwei Spiele eine weitere Niederlage. Das DFB-Sportgericht blieb bei der Linie, Kobiaschwili habe bei der Roten Karte in Leverkusen eine klare Torchance verhindert. Da der folgende Elfmeter nicht verwandelt wurde, gebe es keinen Anlass, die Sperre zu verkürzen. Die Berliner wollten das nicht akzeptieren und legten Widerspruch ein. Hertha wartet nun auf einen neuen Termin, vermutlich wird am Donnerstag nachverhandelt.

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