• Hertha-Manager spricht über Investor: Wie Michael Preetz das Verhältnis zu Lars Windhorst sieht

Hertha-Manager spricht über Investor : Wie Michael Preetz das Verhältnis zu Lars Windhorst sieht

Hertha-Manager Preetz hält sich in Sachen Ondrej Duda bedeckt. Dafür beschreibt er das Verhältnis des Klubs zu seinem neuen Investor.

Dynamisch - so stellt sich Manager Preetz künftig auch die Profimannschaft vor.
Dynamisch - so stellt sich Manager Preetz künftig auch die Profimannschaft vor.Foto: picture alliance/dpa

Michael Preetz löst die Situation clever und mit einem gewissen Charme. Zum Abschluss des Trainingslagers von Hertha BSC in Florida soll der Manager des Fußball-Bundesligisten am Donnerstagvormittag (US-Ortszeit) im Teamhotel Auskunft über etwaige Personalien erteilen, zum Beispiel über Ondrej Duda.

Geht der Slowake nun in die Premier League zum abgeschlagenen Tabellenletzten Norwich City, wie einige Boulevardmedien übereinstimmend berichteten?

„Tut mir leid, das habe ich jetzt nicht richtig verstanden“, sagt Preetz und schaut kurz an die Decke, „dafür ist die Klimaanlage einfach zu laut.“ In der Runde, die ihre Mikrofone und Aufnahmegeräte vor ihm aufgebaut hat, wird gelacht und geschmunzelt.

Über ungelegte Eier, das ist hinlänglich bekannt, spricht Preetz grundsätzlich nicht, erst recht nicht bei offenem Transferfenster. Aber man muss es ja zumindest einmal versuchen. Immerhin bestätigt er: Duda ist auf dem Sprung, eine Einigung mit einem Klub stehe kurz bevor, Ausleihe ohne Kaufoption. Nur den Verein nennt er nicht.

Ein paar bemerkenswerte Sätze sagt der 52-Jährige, der sich in den letzten Wochen rar in der Öffentlichkeit gemacht hat, dann aber doch. Zunächst geht es ihm darum, seine Sicht der Dinge zum Einstieg von Investor Lars Windhorst und zur Amtsübernahme von Jürgen Klinsmann darzulegen.

Preetz mit medialer Darstellung unzufrieden

In einigen Punkten war Preetz zuletzt ganz offensichtlich nicht einverstanden mit der medialen Darstellung seines Arbeitgebers. „Ich bin in den vergangenen Jahren nicht ohne Grund häufiger in die USA geflogen und habe mich mit der Personalie Klinsmann auseinandergesetzt“,  sagt er.

Grundsätzlich habe man im Verein das Verständnis, dass Berlin als Stadt und Hertha als Verein ein Gebilde sei, das eine Figur wie Klinsmann im Sinne der Weiterentwicklung braucht. „Wenn das mit einer volleren Kriegskasse zusammentrifft, was jetzt der Fall ist, kann das hochgradig Sinn machen. Damit haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit, konkret an diesem Schritt zu arbeiten“, sagt Preetz.

Er legt zudem großen Wert auf die Feststellung, dass die beteiligten Parteien des Deals unabhängig voneinander sind. „Lars Windhorst spricht für Tennor und sein Investment, wir sprechen nach wie vor für Hertha BSC. Aber wir sprechen miteinander – nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht. Da gibt es überhaupt keinen Dissens.“

Bei einem Blick auf die Bundesliga-Tabelle vor dem Rückrundenstart am 19. Januar gegen die Bayern musste zuletzt ja schon die Frage gestattet sein, wie sich Alltag und Anspruch bei Hertha vertragen. „Wir haben bewusst nach jemandem geschaut, mit dem wir größere Ambitionen formulieren können, das ist völlig in Ordnung“, sagt Preetz.

"Meine Aufgabe ist es, hier und da ein bisschen auf die Bremse zu treten"

„Auf der anderen Seite müssen wir gucken, dass wir das realistisch einordnen. Meine Aufgabe ist es, hier und da ein bisschen auf der Bremse zu stehen.“ 19 Punkte, die Hertha bislang in der laufenden Saison gesammelt hat, dürften jedenfalls nicht reichen, um die Klasse zu halten. „Wir sind ja nicht blind“, sagt Preetz.

Deshalb will sich der Manager in den nächsten Wochen auch noch nicht mit einer Nachfolgeregelung für Jürgen Klinsmann beschäftigen, der nur bis Sommer als Trainer fungieren soll. „Wir haben Gedanken, Ideen und Szenarien“, sagt Preetz, „aber wir brauchen noch etwas Zeit, um zu sehen, wohin der Weg geht.“

Schließlich müssen die Parameter für den potenziell neuen Coach zumindest grob abgesteckt sein. Was übernimmt er – und vor allem: wen übernimmt er?

Bei dieser Frage könnte in den nächsten Tagen noch einmal Bewegung reinkommen, wenn Herthas Profis wieder zurück in Berlin sind. Am Donnerstagabend startete ihre Maschine vom Flughafen Orlando, am Freitagmittag um 12.15 Uhr wird die Mannschaft in Tegel erwartet.

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Beim freigestellten Salomon Kalou etwa deutet sich dem Vernehmen nach eine Lösung für seine nicht zufriedenstellende  Situation bei Hertha an. Die Florida-Rückkehrer dürfen sich unterdessen auf zwei trainingsfreie Tage freuen. Am Sonntag steht dann das dritte Testspiel der Wintervorbereitung gegen den polnischen Erstligisten Pogon Stettin an – allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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