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Mahnt und warnt. Jean Todt, Präsident des Welt-Automobilverbands Fia.
© Fabian Sommer/dpa

Coronavirus beeinflusst Rennreform: In der Formel 1 geht noch mehr

Zugunsten der kleinen Teams wird das Budget der Rennställe weiter begrenzt. Das ist bemerkenswert, reicht aber noch nicht. Ein Kommentar.

Von David Joram

Das Coronavirus hat auch etwas Gutes. Plötzlich führen die prägenden Köpfe in der Formel 1 Grundsatzdebatten – und kommen sogar zu Ergebnissen. Ein zentrales Resultat lautet, dass die Serie egalitärer werden soll – noch egalitärer als ohnehin beschlossen.

Größere Siegchancen also für die kleinen Teams, härtere Sparmaßnahmen bei den großen. Statt bei rund 160 Millionen Euro wird die Budgetgrenze ab kommender Saison bei 137 Millionen Euro liegen. Das ist bemerkenswert, weil bislang gar kein Limit galt, Mercedes, Ferrari und Red Bull 350 Millionen Euro plus x in den WM-Kampf investieren konnten.

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Und trotzdem sollte der finanzielle Rahmen weiter eingegrenzt werden. Jean Todt, der Präsident des Automobilweltverbands Fia hat da völlig Recht. Seit das Virus für die Absage von neun Rennen gesorgt hat, geht es eben um mehr als nur Chancengleichheit.

„Dramatisch wäre es, wenn wir in der Formel 1 zum Beispiel vier Teams verlieren. Ich hoffe wirklich, dass alle das große Gesamtbild im Auge behalten – und nicht nur auf sich selbst schauen“, sagte Todt in einem Interview mit dem Fachportal „motorsport-total“.

Just daran, am Egoismus der Spitzenteams, haperte es, dass viele Jahre lang überfällige Reformen verschoben wurden. Nun wird gehandelt, weil gehandelt werden muss. Damit einher geht ein Machtverlust der Großen, die den Kleinen zum Wohl der Serie entgegenkommen müssen.

Denn umso niedriger die finanziellen Hürden, umso höher die Wahrscheinlichkeit, dass das Teilnehmerfeld nicht schrumpft. Das muss nun allen bewusst sein, auch jenen, die Einzelinteressen vertreten.

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