Klarer Sieg gegen Göttingen : Bei Alba Berlin folgt Ansage auf Ansage

Die Berliner Basketballer spielen auch im fünften Ligaspiel der Saison groß auf. Gegner Göttingen ist chancenlos.

Her damit. Allzu viel konnten die Göttinger um Michael Stockton (r.) gegen Alba Berlin nicht mit dem Ball anfangen.
Her damit. Allzu viel konnten die Göttinger um Michael Stockton (r.) gegen Alba Berlin nicht mit dem Ball anfangen.Foto: Paul Zinken/dpa

Es war vor dem letzten Viertel am Samstagabend ohrenbetäubend laut in der Arena am Berliner Ostbahnhof. Die Basketballer von Alba Berlin standen vor ihrem fünften Sieg im fünften Ligaspiel dieser Saison. Gegner Göttinger - die Überraschungsmannschaft dieser Spielzeit - war vor rund 9200 Zuschauern chancenlos. Und dann stand in der Pause der kleine Fabi auf dem Feld und versenkte einen Freiwurf nach dem anderen. Auch nach der Schlusssirene wurde es nicht leiser. Alba hatte Göttingen mit 95:68 (51:24) besiegt und seinen furiosen Saisonstart fortgesetzt.

„Wir wollen einfach Spiele gewinnen, und das klappt. Wir sind wie eine Familie“, sagte Albas Rokas Giedraitis. Der Litauer war zusammen mit Martin Hermannsson der erfolgreichste Berliner Spieler (jeweils 17 Punkte).

Das Team von Trainer Aito Garcia Reneses legte los, als hätte es kein Mammutprogramm in den Knochen, als wäre der Gegner im Tabellenkeller verortet und als stünden Leistungsträger wie Peyton Siva oder Joshiko Saibou nicht verletzungsbedingt neben, sondern auf dem Parkett. Die ersten drei Versuche von jenseits der Dreipunkte-Linie landeten gleich mal im Göttinger Korb. 9:0, das war schon einmal eine Ansage an den Gegner. Das Frustrierende aus Sicht der Niedersachsen aber war, dass auf die Ansage viele weitere Ansagen folgten.

Michael Stockton vermisst verantwortungsbewusste Mitspieler

Alba war in den ersten beiden Vierteln nicht zu bremsen. Hermannsson und Gietraitis trafen von außen und unter dem Korb ließen sich die großen Spieler um Clint Chapman, Johannes Thiemann oder Luke Sikma hübsche Kombinationen einfallen. Orchestriert wurde das Ganze von Spielmacher Stefan Peno.

Der Gegner aus Göttingen hat in Michael Stockton, Sohn von NBA-Legende John Stockton, ebenfalls einen geschickten Spielmacher in seinen Reihen. Doch im Gegensatz zu seinem Vater, der den Ball im Zweifel immer dem Überspieler Karl Malone zupassen konnte, vermisste Stockton Junior Mitspieler, die Verantwortung übernehmen wollten. Mit 29:10 ging Alba ins zweite Viertel, zur Halbzeit stand es 51:24.

Dass bei Alba irgendwann der Spannungsabfall einsetzen würde, schien nur eine Frage der Zeit. Und tatsächlich, im dritten Viertel taten sich die Gäste immer leichter unter dem Korb der Berliner. Besonders Mihajlo Andric und Darius Carter wuchteten sich erfolgreich durch und ganz schnell war der 27-Punkte-Vorsprung auf 16 Punkte zusammengeschmolzen. Doch spätestens als Albas Center Clint Chapman einen Dreier zum 74:54 kurz vor Ende des dritten Viertels versenkte, stand der Sieger mehr oder weniger fest. Der glanzvolle Auftritt wurde im letzten Viertel noch dadurch abgerundet, dass der lange verletzte Center Dennis Clifford für ein paar Minuten das Feld betrat.

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