Nach Attacke auf Schiedsrichter : Al-Dersimspor kommt mit mildem Urteil davon

Der Berlin-Ligist hat vom Sportgericht des Berliner Fußballverbandes lediglich zahlreiche Auflagen bekommen. Ein Spieler erhielt eine harte Strafe.

Sicherer Abgang. Die Schiedsrichter werden beim BSV Al-Dersimspor noch mehr geschützt.
Sicherer Abgang. Die Schiedsrichter werden beim BSV Al-Dersimspor noch mehr geschützt.Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Der vom BSV Al-Dersimspor befürchtete Präzedenzfall ist ausgeblieben: Der Berlin-Ligist wird nach der vorläufigen Suspendierung durch den Berliner Fußball-Verband (BFV) nicht endgültig suspendiert – sondern muss lediglich einige Auflagen erfüllen. Damit entschied sich das Sportgericht bei der mündlichen Verhandlung am Freitag für ein mildes Urteil. Grund dafür war unter anderem die Tatsache, dass die Spieler die Vorkommnisse unumwunden zugaben und sich beim Schiedsrichter entschuldigten. Dieser wiederum gab an, sich auf dem Platz nicht bedroht gefühlt zu haben – auch das spielte für das Strafmaß eine Rolle.

Grund für das Einschreiten des Sportgerichts waren die Vorkommnisse beim Heimspiel des BSV Al-Dersimspor am 22. September gegen den Frohnauer SC. Nachdem Schiedsrichter Stefan Paffrath auf dem Feld vier Spielern der Gastgeber die Rote Karte gezeigt hatte, wurde er von einem bereits früh ausgewechselten Spieler im Kabinentrakt attackiert.

Diesen Spieler sperrte das Sportgericht bis Ende 2020. Will er danach wieder spielen, muss er an einem Anti-Gewalt-Training des Verbandes teilnehmen. Danach stünde ihm eine Rückkehr zum BSV Al-Dersimspor offen, hatte der Sportliche Leiter Erdal Güncü bereits vor der Verhandlung am Freitag mitgeteilt. Die vier Spieler, die mit Roten Karten vom Platz geflogen waren, erhielten vom Sportgericht Strafen von einem bis zu vier Spielen. Zudem müssen alle 17 Spieler, die auf dem Spielberichtsbogen standen, bis Ende März 2020 eine Regelkunde-Schulung absolvieren.

Die drei seit der vorläufigen Suspendierung angesetzten und vorläufig gegen Al-Dersimspor gewerteten Spiele gegen den Berliner SC, Türkyemspor und die Füchse Berlin werden bis Anfang November nachgeholt. Ab dem Heimspiel gegen die Spandauer Kickers am Sonntag muss der BSV Al-Dersimspor dem Schiedsrichter fünf Ordner nennen, die auch als solche für jedermann klar erkennbar sein müssen. Zudem ist der Klub verpflichtet, der jeweiligen Gastmannschaft sowie dem Schiedsrichter zu ermöglichen, das Spielfeld über den Seitenaufgang am Askanischen Platz zu ermöglichen. Sollten die Auflagen nicht eingehalten werden, wird das Verfahren neu eröffnet – mit dann schwerwiegenderen Folgen für Al-Dersimspor.

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