Nach dem 0:1 gegen Mexiko : Hat sich Löw bei Marco Reus verkalkuliert?

Nach der Niederlage gegen Mexiko wird vor allem der späte Einsatz von Marco Reus kritisiert. Das war aber exakt die Strategie des Bundestrainers, verrät der Nationalspieler.

Trainer Joachim Löw spricht mit Marco Reus.
Trainer Joachim Löw spricht mit Marco Reus.Foto: Ina Fassbender/dpa

Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat nach dem WM-Fehlstart der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den speziellen Plan von Bundestrainer Joachim Löw mit ihm verraten. „Ich wusste es schon im Trainingslager“, sagte der 29 Jahre alte Dortmunder zu seiner Reservistenrolle beim 0:1 gegen Mexiko am Sonntag in Moskau.

Der Grund dafür sei gewesen, „weil wir davon ausgehen, dass das Turnier sehr lang geht“ und er „vor allem in den wichtigen Spielen“ gebraucht würde. „Natürlich war das Spiel auch wichtig. Aber wir haben einen breiten Kader. Da wird jeder gebraucht und deshalb war das so abgesprochen.“ Reus war gegen die Lateinamerikaner nach einer Stunde eingewechselt worden.

Im zweiten Gruppenspiel am kommenden Samstag in Sotschi gegen Schweden, das für Weltmeister Deutschland nun schon von enormer Wichtigkeit ist, müsste Reus demnach eigentlich von Anfang an auflaufen.

"Müller als zweite hängende Spitze, Reus über außen"

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus sieht das auf jeden Fall schon mal so und fordert in der "Bild": „Marco Reus, der zunächst auf der Bank saß, hätte bei mir eine Stammplatzgarantie und müsste immer spielen“. Der 57-Jährige kritisiert Mittelfeldspieler Mesut Özil: „Bei Mesut Özil vermisse ich die Geschwindigkeit und Körpersprache. Er hat so viele Freiheiten von Jogi Löw, aber es kommt nichts zurück.“ Auch Thomas Müller habe in seiner Rolle auf der rechten Seite enttäuscht.

„Ich würde Müller als zweite hängende Spitze aufstellen, Reus über außen kommen lassen“, riet Matthäus. Für den Auftritt des Titelverteidigers zum Auftakt des Turniers in Russland fand der 150-malige Nationalspieler harte Worte: „Ich habe die deutsche Mannschaft bei einem großen Turnier lange nicht mehr so schwach gesehen.“ Nach der Niederlage gegen Mexiko steht die DFB-Auswahl schon im zweiten Gruppenspiel gegen Schweden am Samstag in Sotschi stark unter Zugzwang. (dpa)

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