• Nach drei Niederlagen in Folge: Der 1. FC Union gewinnt mit Effizienz gegen Augsburg
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Nach drei Niederlagen in Folge : Der 1. FC Union gewinnt mit Effizienz gegen Augsburg

Nach einer ereignislosen ersten Halbzeit bringt Neven Subotic den 1. FC Union in Führung. Mit etwas Glück reicht es für einen wichtigen Heimsieg.

Rein damit. Marcus Ingvartsen (Nummer 32) schoss das 2:0 für Union.
Rein damit. Marcus Ingvartsen (Nummer 32) schoss das 2:0 für Union.Foto: Andreas Gora/dpa

Der Himmel hing grau über Köpenick, als die Bundesligaspieler des 1. FC Union am Samstag ins Stadion An der Alten Försterei einliefen. Nasskalt war es, und obendrein hieß der Gegner auch noch FC Augsburg, eine Mannschaft von überschaubarem Unterhaltungswert. Es gibt also weiß Gott angenehmere Fußballnachmittage. Für die Berliner spricht, dass sie solche Aufgaben trotzdem seriös angehen. 2:0 (0:0) gewannen sie dank der Tore von Neven Subotic und Marcus Ingvartsen nach 95 zähen Minuten.

„Heute war wichtig, dass wir selbst aus einem super ekligen Spiel, in dem wir uns eigentlich nicht wohlfühlten – weil das ja fast kein Fußball mehr war – drei Punkte mitnehmen können“, sagte Subotic. Dem Verteidiger gelang direkt nach der Pause das so erlösende 1:0, es war zugleich Subotics erstes Bundesliga-Tor seit Mai 2015. Damals hatte er für Dortmund gegen Hertha BSC getroffen.

„Es war für uns von größter Bedeutung, dass wir in diesem Spiel in Führung gehen“, sagte Urs Fischer. Wie die 22.012 Zuschauer im ausverkauften Stadion hatte auch Fischer ein zerfahrenes Duell erlebt, mit wenig offensivem Esprit und zahlreichen lang geschlagenen Bällen.

In Halbzeit eins fehlte die Kreativität

Die Defensivreihen dominierten zunächst – obschon Fischer mit Anthony Ujah einen zweiten Stürmer neben Sebastian Andersson aufgeboten hatte. Marius Bülter blieb nur die Ersatzbank, ebenso wie Abwehrmann Michael Parensen, den etwas überraschend Keven Schlotterbeck ersetzte.

Zäh flossen vor allem die ersten 45 Minuten dahin, geprägt von vielen Fehlpässen hüben wie drüben. Über die Außenpositionen um Kapitän Christopher Trimmel, der nach überstandener Krankheit Julian Ryerson wieder auf die Bank verdrängte, und Christopher Lenz fanden die Berliner keine Lösungen, im Zentrum fehlte jedwede Kreativität. Der dafür zuständige Ingvartsen passte die Bälle meist dorthin, wo keiner seiner Mitspieler stand. Augsburgs Torwart Tomas Koubek musste sich nur einmal richtig strecken, als Lenz in der Anfangsphase aus 20 Metern abzog.

Die Gäste verzeichneten lediglich zwei halbgare Chancen durch Freistoßspezialist Philipp Max, dessen Versuch deutlich übers Berliner Tor flog, und Ruben Vargas. „Wir waren vielleicht zu fest auf die Defensivstrategie fixiert und haben das Spiel nach vorne vergessen“, analysierte Gästetrainer Martin Schmidt.

Nach etwas über einer halben Stunde wanderten die ersten Union-Fans zu den Imbissbuden ab, eine gute Entscheidung. Außer den zahlreichen Rückpässen auf Torwart Rafal Gikiewicz sahen sie kaum Bälle, die ein Unioner zielsicher zum nächsten spielte.

Gikiewicz reagiert spektakulär

Nur einmal schrien die Fans auf, als nämlich Augsburgs Jeffrey Gouweleeuw dem sprintenden Lenz an der Seitenlinie wüst in die Parade fuhr. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus zeigte dem Verteidiger die Gelbe Karte. Es war der grellste Farbtupfer einer inhaltsleeren ersten Hälfte.

Es konnte folglich nur besser werden und das tat es prompt, insbesondere für den 1. FC Union. Trimmel trat einen Eckball nach innen, den Augsburgs André Hahn an den langen Pfosten verlängerte - wo er in Subotic einen dankbaren Abnehmer fand. Und es kam noch schöner für die Heimelf, als Ingvartsen nach einer Stunde auf 2:0 erhöhte. Die Vorlage hatte Robert Andrich gegeben, Ingvartsen den Ball aus zehn Metern in die rechte Ecke platziert. Augsburgs Koubek war macht- und auch ein bisschen sprachlos, ob der brutalen Effizienz der Berliner.

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Andrich selbst wäre kurz darauf fast das dritte Tor gelungen. Er verzog knapp, die engagierten Augsburger hofften weiter. Speziell in der Schlussphase drückten die Gäste nochmal gehörig aufs Berliner Tor, vergaben aber selbst beste Gelegenheiten. Und spätestens als der unauffällige Florian Niederlechner am spektakulär reagierenden Gikiewicz scheiterte, durften sich die Union-Fans auf den ersten Sieg nach zuletzt drei Niederlagen in Serie einstellen.

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