Nationalmannschaft : Manuel Neuer feiert Comeback gegen die U 20

Wird Torhüter Manuel Neuer noch fit für die WM? Einen ersten Härtetest hatte der Keeper am Montag.

Manuel Neuer stand am Montag 30 Minuten im Tor.
Manuel Neuer stand am Montag 30 Minuten im Tor.Foto: Christian Charisius/dpa

Normalerweise führt es nicht gerade zu ausgelassener Heiterkeit, wenn man nach der Hälfte seines Urlaubs vom Arbeitgeber zurück in die Heimat beordert wird. Bei den Fußballern der deutschen U-20-Nationalmannschaft war das anders, als sie sich am Samstag, zwei Wochen nach dem letzten Spieltag der Bundesligasaison, in Frankfurt am Main getroffen haben. Gemurrt hat keiner. „Alle sind am Start“, sagte Frank Kramer, der Trainer der U 20. „Weil sie einfach Bock darauf haben.“ Bock auf zwei Spiele gegen den Weltmeister.

Am Montagnachmittag standen sich die U 20 und die A-Nationalmannschaft zum ersten Mal auf dem Trainingsgelände in Eppan gegenüber. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw besiegte die Junioren mit 7:1. Die Tore für die Nationalmannschaft erzielten Leroy Sané (2), Julian Brandt, Leon Goretzka, Joshua Kimmich, Nils Petersen und Mario Gomez. Görkem Saglam traf für die U 20.

Viel spannender als das Ergebnis und die Torschützen war dabei der Fakt, dass Manuel Neuer in der zweiten Hälfte im Tor stand. Die Öffentlichkeit war ausgeschlossen, weil es kein normales Testspiel war, sondern die möglichst praxisnahe Simulation des Ernstfalls. Die Nachwuchskicker, darunter Maximilian Mittelstädt, Sidney Friede und Jordan Torunarigha von Hertha BSC, sollten sich so verhalten, wie Bundestrainer Joachim Löw es bei der Weltmeisterschaft in Russland von den Gruppengegnern Mexiko (17. Juni), Schweden (23. Juni) und Südkorea (27. Juni) erwartet.  

Am Mittwoch wird es ein weiteres Duell geben

Frank Kramer, 46, war vorab von Löws Co-Trainer Marcus Sorg und Chefscout Urs Siegenthaler gebrieft worden, wie sich seine Mannschaft verhalten sollte. Es waren klare taktische Anweisungen zu befolgen. „Wir sagen nicht: Wir spielen Südkorea“, erklärte der U-20-Trainer. „Wir sagen: Wir laufen jetzt hoch an.“ Oder sie verteidigen so tief, wie es vermutlich die Schweden bei der WM tun werden. „Wir sind dazu da, um bestimmte Lösungsansätze zu provozieren“, sagte Kramer, der seit zwei Jahren für die U 19/U 20 verantwortlich ist und zuvor unter anderem die Profis von Greuther Fürth, der TSG Hoffenheim und Fortuna Düsseldorf trainiert hat.

Am Mittwoch wird es ein weiteres Duell geben – mit neuem Anforderungsprofil für die U 20. Vor vier Jahren, vor der Weltmeisterschaft in Brasilien, war das Nachwuchsteam zum ersten Mal als Sparringspartner im Trainingslager der A-Nationalmannschaft dabei. „Die U 20 ist eine gute Hilfe“, hatte Löw damals gesagt.

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Für die U-20-Spieler ist das Duell mit dem Weltmeister laut Kramer „eine ganz besondere Nummer“. Seine Mannschaft hat die Saison unbesiegt überstanden und unter anderem den neuen U-20-Weltmeister England 2:1 geschlagen. „Das ist eine Belohnung für die abgelaufene Saison“, sagte er über das Spiel gegen Löws Mannschaft. „Die Spieler haben sich qualifiziert für diese besondere Maßnahme.“ Und vielleicht, so sagte Frank Kramer, könnten sie „ein ganz, ganz, ganz kleiner Teil“ einer großen Erfolgsgeschichte sein.

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