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Mit Hang zum Militärischen: Die Fans von Dynamo Dresden beim Auswärtsspiel in Karlsruhe.

© dpa

DFB-Urteil: Nur eine milde Strafe für Dynamo Dresden

Dynamo Dresden muss 75.000 Euro wegen seiner Fans zahlen. Der Klub ist damit noch gut weggekommen. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Martin Einsiedler

Die ersten Redaktionen hatten am Donnerstag ihr Urteil über das Urteil schnell gefasst: Eine harte Strafe sei das für Dynamo Dresden. 75 000 Euro muss der Verein für die jüngsten Randale seiner Fans in der vergangenen Spielzeit bezahlen. Außerdem kommt es nach dem Urteil des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zu zwei Zuschauerausschlüssen – auf Bewährung. Und die besonders martialisch auftretenden „Ultras Dynamo“ bekommen in der nächsten Saison keine Auswärts-Dauerkarten mehr, sondern müssen sich ihre Tickets von Spiel zu Spiel besorgen.

Setzt man die Strafen ins Verhältnis mit den Vorgängen zum Beispiel beim Spiel der Dresdner im Mai in Karlsruhe, als durch die Dynamo-Fans über 30 Personen zu Schaden kamen, so ist zu konstatieren: Dieser Urteil ist kein hartes Urteil. Es ist ein sehr mildes Urteil. Und dennoch ist es richtig.

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„Krieg dem DFB“

Zum einen deshalb, weil Härte und Restriktion gerade im Umfeld der Dynamo-Fans nicht zielführend wären. Das Gegenteil wäre der Fall. Drastische Strafen sind für den harten Kern der Dynamo-Fans vielmehr Nährboden für neuerliche Aktionen gegen den DFB, die fast immer unbescholtene Zuschauer oder – wie in Karlsruhe – Ordner treffen. Das Urteil des Sportgerichts entzieht den Dresdner Krawallmachern erst einmal die Legitimation für weitere Anfeindungen gegen den Verband, von dem sie sich seit jeher gegängelt fühlen.

Zum anderen ist es ein kluges Urteil, weil es noch das eine oder andere Hintertürchen für härtere Schritte gegen Dynamo offen hält. Denn sollten Dynamos Fans bis zum nächsten Frühjahr erneut auffällig werden, müssen sie bei zwei Auswärtsspielen zuhause bleiben. Zudem soll ein beträchtlicher Teil der Geldstrafe in Gewaltprävention fließen.

Das DFB-Sportgericht hat Dynamo Dresden nicht bestraft, sondern Fans und Klubs eine Chance gegeben, aus den wiederkehrenden Negativ-Schlagzeilen herauszukommen. „Krieg dem DFB“, war das Motto der einheitlich im Military-Look auflaufenden Dynamo-Anhänger in Karlsruhe. Das Urteil vom Donnerstag kann Grundlage dafür sein, das Kriegsbeil zu begraben. Ob Dynamos Fans das auch so sehen, bleibt abzuwarten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ihre Lust auf Ärger groß ist.

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