• Ohne Zuschauer wegen des Coronavirus: Warum die Formel 1 nun doch nach Hockenheim zurückkehren könnte
Update

Ohne Zuschauer wegen des Coronavirus : Warum die Formel 1 nun doch nach Hockenheim zurückkehren könnte

Es gibt erste Gespräche zwischen Machern der Formel 1 und Geschäftsführung des Hockenheimrings. Ursprünglich konnten sie sich finanziell nicht einigen.

Notplan mit Hockenheim. Die Formel 1 könnte aufgrund des Coronavirus zurückkehren.
Notplan mit Hockenheim. Die Formel 1 könnte aufgrund des Coronavirus zurückkehren.Foto: Jan Woitas/dpa

Die Formel 1 könnte in ihren Notkalender für diese Saison Medienberichten zufolge auch ein Rennen auf dem Hockenheimring aufnehmen. Die Geschäftsführung der Rennstrecke bestätigte dem SWR erste Gespräche mit den Machern der Rennserie über die Option, einen Grand Prix ohne Zuschauer zu veranstalten.

„Wir würden eine konkrete Anfrage prüfen und uns Gesprächen nicht verschließen“, sagte Jorn Teske, der neben Jochen Nerpel die Geschäfte auf dem Traditionskurs führt, am Mittwoch. „Wir stehen ohnehin mit den Rechteinhabern in unregelmäßigem und lockerem Austausch.“

Hockenheimring ist finanziell nicht so stark betroffen

Da jedoch Großveranstaltungen in Deutschland bis Ende August untersagt sind, habe es noch keine konkreten Verhandlungen gegeben. Zuvor hatte bereits die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über eine Anfrage der Formel-1-Rechteinhaber in Hockenheim berichtet. Dabei sei es vor allem um die Frage der notwendigen Vorlaufzeit für die Organisation eines Rennens gegangen.

Doch zunächst wäre zu klären, ob selbst ein Geisterrennen unter den aktuellen Bestimmungen in der Coronavirus-Pandemie überhaupt möglich ist. Auch ohne Zuschauer wären neben Fahrern, Ingenieuren und Mechanikern der zehn Teams wohl Hunderte weitere Menschen für den Ablauf eines WM-Laufs nötig. Zudem ist offen, ob die allesamt im Ausland beheimateten Rennställe überhaupt einreisen dürften.

Der Hockenheimring hatte für dieses Jahr ursprünglich keine finanzielle Einigung mit der Formel 1 über einen deutschen Grand Prix erzielen können. Nun könnte der PS-Zirkus wegen der Corona-Krise, in der Deutschland besser als viele andere Länder dasteht, doch wieder nach Nordbaden kommen wollen.

[Behalten Sie den Überblick: Jeden Morgen ab 6 Uhr berichten Chefredakteur Lorenz Maroldt und sein Team im Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint über die aktuellsten Entwicklungen rund um das Coronavirus. Jetzt kostenlos anmelden: checkpoint.tagesspiegel.de.]

Finanziell ist der Hockenheimring weniger stark von den Folgen der Krise betroffen als andere Rennstrecken, weil kein Formel-1-Rennen geplant war. „Zweifelsfrei wäre es eine deutliche finanzielle Belastung gewesen, wenn die Formel 1 im Kalender gestanden hätte und das Rennen dann ausgefallen wäre“, sagte Jorn Teske, Geschäftsführer der Hockenheim-Ring GmbH der „Rheinischen Post“.

Auftakt der Saison soll nun am 5. Juli in Österreich sein. Allerdings ist die Austragung des Rennens dort vom Sicherheitskonzept der Veranstalter abhängig. Ob die Regierung den Grand Prix in Spielberg erlauben werde, „hängt total davon ab, welches Sicherheitskonzept die Veranstalter mitbringen“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Mittwoch.

Bis Ende August will die Formel 1 ausschließlich in Europa fahren, auch Silverstone und Budapest haben bereits Gespräche bestätigt. Von September an sollen dann auch Grand Prix auf anderen Kontinenten folgen.

Das Saisonfinale ist für Dezember in Abu Dhabi geplant. Angepeilt werden 15 bis 18 Rennen. Aber Formel-1-Chef Chase Carey sagte auch: „Alle unsere Pläne können sich offensichtlich ändern, da wir viele Probleme zu lösen haben.“ (Tsp, dpa)

Jetzt neu: Wir schenken Ihnen 4 Wochen Tagesspiegel Plus!