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Peter John Lee

© imago images / Christian Thiel/Christian Thiel

Peter John Lee feiert 70. Geburtstag: Der Mann, der die Eisbären zum Champion formte

Vor 30 Jahren wechselte Lee als Spieler nach Berlin. Danach managte er die Berliner zum besten deutschen Eishockeyteam. Die Eisbären sind sein Lebenswerk.

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Es wird mit Sicherheit kein einfacher Abend werden für Peter John Lee. Wenn die Eisbären am Freitagabend die Löwen Frankfurt in der Friedrichshainer Arena empfangen (19.30 Uhr, Magentasport), wird er mit voller Leidenschaft das Spiel begleiten.

Obwohl er 2021 vom Management in den Aufsichtsrat gewechselt ist und seitdem die Führungsriege als Berater unterstützt, verpasst er praktisch kein Heimspiel. Die Auftritte des Deutschen Meisters auf fremdem Eis verfolgt er im Stream. „Ich freue mich noch genauso wie früher, wenn wir gewinnen, und bin nicht happy, wenn wir verlieren“, sagt er. Entsprechend war er zuletzt ziemlich selten happy.

Peter John Lee (l.) und der frühere Trainer Don Jackson haben eine Ära geprägt.

© Imago/Contrast/O.Behrendt

An diesem Abend allerdings wird Lee womöglich ein klein wenig gelassener auf seine Eisbären blicken können. Denn passend zum ersten Auftritt im ersten Jahr feiert er seinen 70. Geburtstag. „Man wundert sich schon manchmal, wie schnell die Zeit vergeht.“

Peter John Lee musste auch schwierige Zeiten überstehen

Am 2. Januar 2016, seinem 60. Geburtstag, sah die Welt der Eisbären etwas schwieriger aus. Zweimal in Folge endet die Saison in den Pre-Play-offs – 2014 gegen den späteren Meister Ingolstadt, 2015 gegen die Nürnberg Ice Tigers. Der Dominator der Deutschen Eishockey Liga (DEL) früherer Jahre gehörte zum Mittelmaß der Liga, der spätere Aufschwung nahm erst langsam wieder Fahrt auf.

Jeder Titel hat etwas Besonderes, seine eigene Geschichte.

Peter John Lee

Die aktuelle Phase mag schwierig sein, aber ganz grundsätzlich befinden sich die Berliner wieder auf der Sonnenseite des deutschen Eishockeys. „Jede Saison ist eine neue Reise“, sagt Lee, „es gehört auch mal dazu, dass es Schwierigkeiten gibt und es nicht nur gut läuft.“

Als Spieler lief es für Lee zunächst sehr rund. Nach 450 Spielen in der National Hockey League (NHL) wechselte er 1983 zur Düsseldorfer EG und gewann in zehn Jahren viermal die Meisterschaft. Nach einer kurzen Findungsphase kam er 1996 zu den Eisbären, 1997 beendete er hier mit 41 seine Karriere. „Das war eine riesige Chance. Damals habe ich mir natürlich keine Gedanken gemacht, wohin das alles in Zukunft führen wird“, sagt er.

Nach seiner Spielerlaufbahn wurde Lee zunächst Co-Trainer bei den Eisbären, wenig später nach der Entlassung von Ron Kennedy Cheftrainer, und legte insgesamt drei eher glücklose Jahre hin. Und hatte sogar Glück, dass der damalige Manager Lorenz Funk an ihm festhielt. Später hatte Funk mal gesagt: „Mein größter Fehler war, dass ich den Trainer nicht gefeuert habe.“

Lee war das perfekte Bindeglied zwischen Nordamerika und Dynamo

Auch Lee denkt immer wieder an diese Zeit zurück. „Ein paar Jahre lief es nicht besonders gut, aber wir haben es hinbekommen.“ Insbesondere als er ins Management wechselte, als er mit der Anschutz Gruppe (AEG), dem neuen Eigner, eine sportliche Erfolgsgeschichte schmiedete.

„Unsere Vision hat sie sofort überzeugt“, erinnert sich Lee. Er war das perfekte Bindeglied zwischen der nordamerikanischen Welt und den Dynamo-Wurzeln. Zwischen 2005 und 2013 wurden die Eisbären siebenmal Deutscher Meister. Nach einer Leistungsdelle folgte ab 2021 dann die zweite Welle der Dominanz.

„Jeder Titel hat etwas Besonderes, seine eigene Geschichte“, sagt Lee. „Beim ersten hatte keiner so richtig daran geglaubt.“ Doch nach und nach konnte kein anderer Klub mithalten. Seit dem Umzug von Hohenschönhausen in die Arena in Friedrichshain strömen Eishockeyfans aus ganz Berlin und aus der Umgebung zu Spielen der Eisbären – das hat bis heute nicht nachgelassen.

„Ich war nie Manager einer Mannschaft. Ich war immer Manager von Menschen“, hatte er vor zehn Jahren anlässlich seines Geburtstages gesagt. „Da hängen Familien, Schicksale und Wünsche dran an einem Spieler. Da geht es nicht nur um Eishockey.“

Eishockey wird an diesem Freitag natürlich eine große Rolle spielen. Auch wenn er inzwischen ins zweite Glied der Eisbären gerückt ist, sind alle Erfolge untrennbar mit dem Namen Peter John Lee verbunden.

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