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Remis der Berliner gegen Aue : Der 1. FC Union bleibt mittelmäßig

Was für ein langweiliges Jubiläum: Der 1. FC Union "feiert" sein 400. Zweitligaspiel mit einem torlosen Remis gegen Aue. Der Klub bleibt im Mittelmaß.

Aues Mario Kvesic kämpt um den Ball gegen Unions Grischa Prömel (r).
Aues Mario Kvesic kämpt um den Ball gegen Unions Grischa Prömel (r).Foto: dpa

André Hofschneider ging richtig aus sich heraus. Zumindest für seine Verhältnisse. Der Trainer des 1. FC Union Berlin sprang an der Seitenlinie immer wieder auf und gestikulierte in Richtung seiner Spieler. Er warf seine Arme nach vorne, er ruderte mit ihnen und Mitte der ersten Halbzeit hob er beide Hände, führte seine Finger mehrmals zusammen und dann auseinander. Redet mehr miteinander, sollte das nach einem unnötigen Ballverlust von Felix Kroos heißen. Besonders viel bewirkte Hofschneiders Animation aber nicht, denn gegen Erzgebirge Aue zeigten die Berliner erneut eine sehr durchwachsene Leistung. Vor 21 788 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei trennten sich beide Mannschaften in ihrem jeweils 400. Zweitligaspiel 0:0. „Das ist zuhause natürlich nicht genug“, sagte Kroos. Union bleibt als Achter im Mittelfeld der Tabelle.

Hofschneider veränderte seine Startelf auf zwei Positionen. Für die verletzten Michael Parensen und Simon Hedlund spielten Stephan Fürstner sowie Akaki Gogia. Marcel Hartel stand nach seiner Nicht-Berücksichtigung in Kaiserslautern zwar wieder im Kader, saß wie Toni Leistner aber anfangs auf der Bank.

Union startete ordentlich und hatte schon in den ersten zehn Minuten zwei halbwegs gefährliche Abschlüsse. Einen Schuss von Philipp Hosiner lenkte Aues Torwart Martin Männel über die Latte. Kurz darauf eroberte Grischa Prömel einen bereits verlorenen Ball und legte wenige Meter vor dem Tor quer. Gogias Schuss wurde allerdings von einem Abwehrbein geblockt.

Das war es aber schon mit der schwungvollen Anfangsphase. „Da hat mir der Mut gefehlt, wir haben uns zu früh zurückgezogen“, bemängelte Hofschneider. Union war die Verunsicherung der vergangenen Zeit anzumerken. Im Spiel ohne Ball bewegten sich die Berliner nicht genug und so gingen die Pässe meist zur Seite, nach hinten – oder komplett ins Nirgendwo. Gegen die gut verschiebende Abwehr der Gäste, die bei Bedarf von einer Dreier- zu einer Fünferkette wurde, fehlte der Zug zum Tor und so hatte Union Glück, dass die stark abstiegsbedrohten Sachsen zwar besser ins Spiel fanden, nach vorne aber sehr harmlos waren.

Auch in Hälfte zwei kam von Union nicht viel Konstruktives

Die beste Chance der Berliner durch Steven Skrzybski gehörte fast zwangsläufig in die Kategorie Zufall. Unions bester Torschütze wartete jedoch einen Moment zu lange und schoss den einzigen in der Nähe stehenden Gegner an. Kurz vor der Halbzeit versuchte sich Skrzybski dann als Vorlagengeber. Nachdem er Torwart Männel den Ball stibitzt hatte, fand seine Flanke in der Mitte aber keinen Abnehmer. Der verletzte Sebastian Polter hätte sich solch eine Chance vermutlich nicht entgehen lassen und fehlte im Angriffszentrum nicht nur mit seiner Abschlussstärke, sondern auch als Anspielstation. Mit dem Halbzeitpfiff wäre Union dann fast doch noch in Führung gegangen, Grischa Prömels Schlenzer von der Strafraumgrenze tropfte aber auf die Latte.

In der zweiten Hälfte änderte sich erst mal nichts. Union hatte mehr Ballbesitz, konnte damit aber nicht viel Konstruktives anstellen. Auf der anderen Seite gaben Pascal Köpke und Dimitrij Nazarov immerhin leichte Lebenszeichen der Auer Offensive ab. Das Niveau des Spiels sank allerdings zusehends.

Als sich Hofschneiders Körpersprache langsam von antreibend zu ratlos wandelte, gelang Union der beste Angriff des Tages. Gogia und Skrzybski spielten einen feinen Doppelpass und am Fünfmeterraum reagierte Hosiner am schnellsten. Den Kopfball des Österreichers hielt Männel aber mit einem überragenden Reflex.

Hofschneider wechselte danach offensiv, auch Hartel und Dennis Daube konnten das Angriffsspiel jedoch nicht mehr beleben. „Am Schluss ging es hin und her wie beim Eishockey“, sagte Hosiner. Dabei war Aue dem Siegtreffer sogar näher als Union, Nazarov stocherte den Ball unter Bedrängnis aber am Tor vorbei.

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