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Pablo Perez (M.), Kapitän der Boca Juniors

© dpa/Gustavo Ortiz

Update

River Plate gegen Boca Juniors: Spieler bei Krawallen verletzt – Finale der Copa Libertadores verschoben

Fans von River Plate bewarfen den Bus der Gegner in Buenos Aires mit Steinen. Mehrere Spieler wurden verletzt, das Match soll einen Tag später stattfinden.

Das Finale der Copa Libertadores zwischen River Plate und den Boca Juniors ist nach schweren Ausschreitungen vor dem Stadion verlegt worden. Mehrere Profis der Boca Juniors erlitten Schnittwunden und klagten über Atembeschwerden, als ihr Bus am Samstag von Fans des Erzrivalen River Plate mit Steinwürfen angegriffen wurde. Das Spiel wurde auf Sonntag (21 Uhr/MEZ) verschoben, wie der Präsident des südamerikanischen Dachverbands Conmebol, Alejandro Domínguez, erklärte. Keiner der beiden Vereine wolle nach den Ausschreitungen antreten. Das Hinspiel im Boca-Stadion war 2:2 (2:1) ausgegangen.

Bocas Kapitän Pablo Pérez musste in einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, wo eine Augenverletzung des Mittelfeldspielers festgestellt wurde. Mehrere weitere Spieler, unter ihnen Starstürmer Carlos Tévez, wurden von Pfeffer- oder Tränengas getroffen, das durch die zerstörten Fenster in den Bus eindrang.

Fans des Stadtrivalen River Plate bewarfen mit Steinen den Bus, mit dem das Team am Stadion ankam. Mindestens vier Fenster des Fahrzeuges wurden zerstört.
Fans des Stadtrivalen River Plate bewarfen mit Steinen den Bus, mit dem das Team am Stadion ankam. Mindestens vier Fenster des Fahrzeuges wurden zerstört.

© Jose Romero/telam/dpa

Die Verlegung des Endspiels wurde erst nach zweifacher Verschiebung des Anpfiffes beschlossen. Tévez erklärte, Boca Juniors befinde sich nicht in dem Zustand, antreten zu können. Die Conmebol wolle sie jedoch zwingen, trotz der Verletzung von Pérez das Finale auszutragen. Drei Mal habe das Team das blaugelbe Trikot an- und wieder ausgezogen, bis endlich die Verlegung auf Sonntag bekanntgegeben wurde.

Auch die FIFA soll Druck auf die attackierte Mannschaft ausgeübt haben. Auf Twitter berichteten mehrere Journalisten, der Verband habe mit Disqualifikation gedroht, sollten die Boca Juniors nicht antreten.

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Während eines Interviews: Clubpräsident muss fliehen

Die 66.000 Eintrittskarten für das Rückspiel um den Titel der südamerikanischen Champions League waren allesamt an River-Fans verkauft worden. Seit 2013 dürfen in ganz Argentinien wegen zahlreicher Gewalttätigkeiten keine Gästefans mehr ins Stadion. Vor dem Stadion kam es zu zahlreichen Zusammenstößen von Fans ohne Ticket mit der Polizei, bei denen 56 Menschen festgenommen wurden. Es waren 2.100 Polizisten im Einsatz.

River Plates Präsident Rodolfo D'Onofrio musste fliehen, als bei einem Gespräch mit dem Sender Fox Sports im einem Gang des Stadions eine Menschenmasse auf ihn zurannte. Die frustrierten Fans suchten den Ausgang. Viele von ihnen hatten bis zu sechs Stunden in der Sonne vergeblich auf den Spielanpfiff gewartet.

Der Sicherheitssekretär der Stadt Buenos Aires, Marcelo D'Alessandro, schrieb die Verantwortung für die Ausschreitungen kriminellen Fans zu, gegen die die Justiz ermittle. D'Alessandro bezog sich auf eine Hausdurchsuchung in der Wohnung eines berüchtigten Anführers von gewalttätigen River-Fans, bei der am Freitag 300 Tickets für das Finale und zehn Millionen Peso (240.000 Euro) beschlagnahmt wurden. Der illegale Weiterverkauf von Tickets zu Preisen von bis zu umgerechnet 5000 Euro florierte vor dem Finale.

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