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Taiwo Awoniyi erzielte in der vergangenen Saison 20 Tore für Union.
© imago images/Contrast

Wechsel zu Nottingham Forest steht bevor: Taiwo Awoniyi sagt dem 1. FC Union Goodbye

Taiwo Awoniyi steht kurz vor einem Wechsel in die Premier League und hat sich am Mittwoch verabschiedet. Die Ablösesumme soll bei 20 Millionen Euro liegen.

Als die Fußballer des 1. FC Union am Mittwoch um 10.28 Uhr zum ersten öffentlichen Training der Vorbereitung auf den Rasen schlenderten, war einer schon wieder weg. Eine knappe halbe Stunde zuvor hatte Taiwo Awoniyi das Stadiongelände bereits verlassen. „Ich habe ihn gesehen“, sagte Trainer Urs Fischer. „Aber jetzt bitte nicht nachhaken. Ich werde dazu nichts sagen.“

Das war auch gar nicht nötig, denn ein Geheimnis ist es nicht mehr, dass der nigerianische Nationalstürmer den Verein verlassen wird. Schon bei der sportmedizinischen Untersuchung und den Leistungstests am Montag und Dienstag hatte Awoniyi gefehlt, nun soll er sich am Mittwoch vor dem Training von der Mannschaft verabschiedet haben. Englische und nigerianische Medien berichten übereinstimmend von einer Einigung mit Nottingham Forest. Der frühere Europapokalgewinner ist nach 23 Jahren gerade wieder in die Premier League zurückgekehrt und soll bereit sein, die festgeschriebene Ablösesumme in Höhe von 20 Millionen Euro zu zahlen.

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Für Union ist der Transfer sportlich ein großer Verlust, schließlich war Awoniyi in der vergangenen Saison mit wettbewerbsübergreifend 20 Treffern mit Abstand bester Torschütze der Berliner. Finanziell dringt der Europa-League-Teilnehmer damit allerdings in neue Dimensionen vor. Die bisher teuersten Abgänge waren Robert Andrich und Sebastian Andersson mit jeweils 6,5 Millionen Euro. Awoniyi bringt dem Klub drei Mal so viel ein. Im Verhältnis zum Etat wird die Größenordnung des Transfers besonders deutlich. In der vergangenen Saison plante Union für das Profiteam knapp 42 Millionen Euro ein.

Grüezi mitenand. Trainer Urs Fischer bereitet seine Mannschaft seit Montag auf die neue Saison vor.
Grüezi mitenand. Trainer Urs Fischer bereitet seine Mannschaft seit Montag auf die neue Saison vor.
© IMAGO/Matthias Koch

Awoniyi war nach einer einjährigen Leihe erst im vergangenen Sommer fest verpflichtet worden. Die Berliner zahlten dem FC Liverpool, bei dem Awoniyi zwar seit 2015 unter Vertrag stand, für den er jedoch nie ein Pflichtspiel machte, 6,5 Millionen Euro. Dabei soll sich der Verein von Jürgen Klopp jedoch eine Weiterverkaufsbeteiligung gesichert haben. Demnach müsste Union etwa zwei der 20 Millionen direkt nach Liverpool weiterleiten.

Auch wenn die Berliner nach dem Abgang von Awoniyi mit Sheraldo Becker, Andreas Voglsammer, Sven Michel und Kevin Behrens noch vier Profis im Kader haben, die im Sturmzentrum spielen können, wird Manager Oliver Ruhnert im Angriff noch einmal tätig werden. Ganz nach der Vereinsmaxime, die Präsident Dirk Zingler immer wieder betont: Geld ist nicht für die Schuldentilgung da, sondern für die Stärkung des Kaders.

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Mit Torwart Lennart Grill, Innenverteidiger Danilho Doekhi, den zentralen Mittelfeldspielern Janik Haberer und Paul Seguin sowie den Offensivkräften Milos Pantovic, Tim Skarke und Jamie Leweling hat Union bereits sieben Zugänge verpflichtet. Zudem kehren Rick van Drongelen, Tymoteusz Puchacz, Pawel Wszolek, Fabio Schneider und Tim Maciejeweski von ihren Leihen zurück. Angesichts dieses übervollen Kaders wird sich auch auf der Abgangsseite noch etwas tun.

Aktuell befinden sich die Nationalspieler Christopher Trimmel, Julian Ryerson, Genki Haraguchi, Andras Schäfer und Puchacz noch im Urlaub. Leweling absolviert nach seinem Außenbandriss im Sprunggelenk eine Reha. Doekhi wird am Donnerstag im Kurztrainingslager in Bad Saarow erwartet, Wszolek steigt in der kommenden Woche ein und Timo Baumgartl könnte nach seiner Hodenkrebserkrankung im zweiten Trainingslager in Österreich Mitte Juli zur Mannschaft stoßen. Auch wenn Fischer noch nicht alle seine Spieler beisammen hat, freut er sich, dass Union auf dem Transfermarkt mal wieder schneller war als große Teile der Konkurrenz. „Es hat uns in der Vergangenheit immer geholfen, wenn man die Jungs frühzeitig im Training hat“, sagte der Schweizer.

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