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Neuzugang Chidera Ejuke (l.) kam im Test gegen West Bromwich Albion zum Einsatz.
© IMAGO/Matthias Koch

Ende des Trainingslagers: Trainer Sandro Schwarz sieht Hertha BSC trotz Niederlagen auf gutem Weg

Die Berliner verpatzen auch die Generalprobe vor dem DFB-Pokal. Trainer Schwarz hebt dennoch die Fortschritte hervor.

Hertha-Trainer Sandro Schwarz ärgerte sich über das Ergebnis bei der verpatzten Pflichtspiel-Generalprobe seines Teams. Deswegen in komplette Unzufriedenheit verfallen wollte er aber keinesfalls. „60 Minuten fand ich sehr gut, sehr ordentlich. Da hatten wir die Kontrolle“, sagte der 43-Jährige nach dem 1:2 der Berliner gegen den Zweitligisten West Bromwich Albion zum Abschluss des Trainingslagers in England.

Die eine oder andere Situation hätte sein Team noch zu einer Großchance herausspielen können. Hinten raus habe dann am letzten Tag des Trainingslagers die Konzentration etwas gefehlt. „Die Gegentore haben wir zu einfach kassiert. Trotzdem war es ein guter Test“, sagte Schwarz.

Es war die dritte Niederlage für Hertha in England, nachdem das Team auch gegen Derby County und Nottingham Forest verloren hatte. In kürzeren Tests gegen unterklassige Teams gab es Siege.

Doch Ergebnisse in Testspielen - ob nun positiv oder negativ - sollten nicht überbewertet werden. Auch wenn der Pflichtspiel-Start nur eine Woche weg ist. Viel wichtiger sind dem Coach die Fortschritte seiner Profis und wie sie das neue Spielsystem verinnerlichen.

„Wir wissen, dass das weiter ein Prozess ist, in der Art und Weise, wie wir Fußball spielen wollen“, sagte er. „Der ist auch nächste Woche nicht abgeschlossen, nur weil der Pokal losgeht. Dennoch siehst du Fortschritte, Entwicklung und immer mehr Automatismen.“

Einige Kaderfragen sind noch offen

Jede Trainingseinheit in England, jeder Test habe dabei geholfen. „Wir sind auf dem Weg, wie wir es haben wollen“, sagte Schwarz. Nach zwölf Tagen intensiver Arbeit bekommen die Profis nun zwei freie Tage, bevor es in Berlin weitergeht.

Offen sind auch noch einige Kaderfragen. Jordan Torunarigha und Santiago Ascacíbar verließen den Club zuletzt. Der offensive Flügelspieler Chidera Ejuke wurde geholt, kam gegen West Bromwich erstmals zum Einsatz. Doch weitere Abgänge sind wahrscheinlich und ein neuer Mittelstürmer soll wenn möglich ebenfalls kommen.

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Der Coach ist im engen Austausch mit Geschäftsführer Fredi Bobic, will es aber nehmen, wie es kommt. „Es ist unsere Aufgabe im Trainerteam, dass wir uns mit den Jungs beschäftigen, die da sind“, sagte Schwarz. Man werde einfach schauen müssen, was noch passiere.

Eine andere Personalfrage ist dagegen schon seit einigen Tagen geklärt. Marvin Plattenhardt wird Nachfolger von Dedryck Boyata als Kapitän. Das sei keine Entscheidung gegen den Belgier gewesen, sagte Schwarz. „Wir wollten eine Veränderung dort haben, und Platte hat einen extrem hohen Stellenwert in der Mannschaft und im Verein.“

Der 30 Jahre alte Außenverteidiger spielt seit 2014 in Berlin und war gegen Ende der vergangenen Saison einer der Hauptgaranten, dass der Klassenerhalt noch geschafft wurde.

Am kommenden Wochenende werden Schwarz sechzig gute Minuten nicht genügen, wenn am Ende das Ergebnis nicht stimmt. Dann treten die Berliner am Sonntag (18.00 Uhr) bei Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig in der ersten Runde des DFB-Pokals an. Eine Woche später will die Hertha endlich mal wieder einen Derby-Erfolg, zum Bundesliga-Auftakt beim Stadtrivalen Union Berlin (15.30 Uhr/Sky). (dpa)

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