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Union Berlin gegen Erzgebirge Aue : Felix Kroos macht's wie Toni

Der Ex-Kapitän trifft kurz vor Schluss mit einem sehenswerten Freistoß zum 1:0 für die Köpenicker. Trainer Urs Fischer kann trotzdem nur bedingt zufrieden sein.

Gut gemacht. Unions Kapitän Christopher Trimmel (r.) lobt Ex-Kapitän Felix Kroos.
Gut gemacht. Unions Kapitän Christopher Trimmel (r.) lobt Ex-Kapitän Felix Kroos.Foto: Annegret Hilse/dpa

Als Aues Christian Tiffert den Unioner Sebastian Andersson zu Fall brachte, war sie plötzlich da, die große Chance. Freistoß für den 1. FC Union in bester Position. Wenige Minuten vor dem Ende. Felix Kroos schnappte sich den Ball und lief an. Was folgte, war Perfektion in Reinform. 20 Meter lang flog der Ball durch die Luft und direkt ins Netz. Ein Traumtor! Und der Sieg für den Berliner Fußball-Zweitligisten, der Erzgebirge Aue zum Auftakt der neuen Saison mit 1:0 (0:0) bezwang.

Dass Kroos dieses Spiel entschied, war die nette Pointe einer ansonsten an Pointen armen Begegnung. Der Mittelfeldspieler war zwei Jahre Kapitän gewesen. Doch dieses Amt übt nun Christopher Trimmel aus. Selbst für einen Platz in der Startelf hatte es bei Kroos nicht gereicht. Erst knapp zehn Minuten vor seinem Treffer war er eingewechselt worden. Äußern wollte er sich nach Spielschluss nicht. Dafür antwortete Trainer Urs Fischer auf die Frage nach dem Gemütszustand des ehemaligen Kapitäns: „Ich denke nicht, dass er sich allzu negativ fühlt.“

Um kurz vor halb vier hatte Fischer auf einem weißen Plastikstuhl Platz genommen. Er stand dann noch einmal auf, begrüßte den Vierten Offiziellen Steffen Brütting. Danach begann für Fischer das erste Pflichtspiel. Und für Union die Hoffnung auf bessere Zeiten nach der von Abstiegssorgen begleiteten vergangenen Rückrunde.

Fischer hatte vier Neuzugänge von Beginn an gebracht: Torwart Rafal Gikiewicz, Ken Reichel, Manuel Schmiedebach und Sebastian Andersson. In der Abwehr setzte der Trainer auf Erfahrung: Nicht Lars Dietz (21) spielte, sondern der 32-jährige Michael Parensen. Zudem entschied sich Fischer im Mittelfeld für Akaki Gogia statt Simon Hedlund.

Es lief nicht alles rund beim Debüt. Das galt zum einen für den Trainer. Er bereitete in der zweiten Halbzeit mit seinen Assistenten die Einwechslung von Joshua Mees vor. Schiedsrichter Benjamin Cortus gab nach einem Blick zur Seitenlinie bereits das Zeichen zum Wechseln. Moment, Moment, lautete das Signal von Union-Seite. Das Spiel ging erst einmal weiter. Auch auf dem Rasen war noch viel Luft nach oben. „Es war ein typisches erstes Spiel. Beide haben wenig riskiert, keiner wollte verlieren“, sagte Parensen. „Aber wir haben die drei Punkte. Mehr geht nicht.“

Union hatte zweimal großes Glück

Spielerische Glanzlichter brachte die Partie nicht hervor. Exemplarisch dafür stand der Einsatz von Aues Fabian Kalig, der den Ball von der Mittellinie aus in eine der unteren Tribünenreihen auf Höhe des Strafraums drosch. Union bemühte sich zwar, hatte anfangs - wie von Trainer Fischer gefordert - viel Ballbesitz, kam aber kaum durch. Die beste Chance resultierte aus einem Weitschuss von Gogia in der Anfangsphase, den Torwart Martin Männel zur Ecke klärte.

Aue ließ sich Zeit, aktiv am Geschehen teilzunehmen, kam aber nach gut einer halben Stunde gefährlich auf. Zunächst musste Gikiewicz den flatternden Ball bei einem Freistoß von Mario Kvesic prallen lassen. Die kurze Unsicherheit blieb folgenlos. Danach hatte Union zweimal großes Glück: Kalig war zu überrascht, um den Ball aus fünf Metern ins Tor zu schießen. Zwei Minuten später stand Dimitrij Nazarov sogar nur drei Meter vor dem Tor, brachte das Spielgerät aber auch nicht zur Führung der Gäste unter.

Den ersten Treffer der jungen Saison hätten die Gastgeber nach Wiederanpfiff gern mit einem Handelfmeter erzielt, doch Schiedsrichter Cortus ließ richtigerweise weiterlaufen. Danach zeigte Union einmal, wie es gehen könnte. Als Aue weit aufgerückt war, trieb Gogia den Ball nach vorn und bediente Schmiedebach. Der flankte an den Fünfmeterraum, wo Andersson wartete. Doch Torwart Männel griff zu und machte die Chance zunichte.

Trainer Fischer sah sich zum Handeln gezwungen, brachte Hedlund und Mees für Gogia und Kenny Prince Redondo. Sowie eben später noch Kroos. Der hatte nach seinem Tor eine weitere Gelegenheit aus fast identischer Position. Diesmal legte er ab, daraus ergab sich nichts. Aber auch so wurde Kroos zum Mann des Tages und Trainer Fischer konnte bilanzieren: „Der Sieg ist glücklich, aber aufgrund der zweiten Halbzeit nicht unverdient.“

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