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DFB-Präsident Reinhard Grindel und Jogi Löw
© AFP/Patrik STOLLARZ

Aus bei der Fußball-WM 2018: Warum Joachim Löw das Scheitern verantwortet

Dass die deutsche Nationalelf bei der WM nicht funktionierte, liegt vor allem an Joachim Löw. Doch auch DFB-Präsident Grindel könnte Ungemach drohen. Ein Kommentar.

Es ist ein beispielloses WM-Desaster der deutschen Nationalmannschaft, noch nie schied ein DFB-Team in der Vorrunde aus. Turbulente Wochen stehen bevor. Es gibt gute Gründe, dass Joachim Löw als Bundestrainer trotz seines bis 2022 verlängerten Vertrags aufhört. Denn er trägt die Verantwortung, dass die Mannschaft in Russland nicht funktionierte, weil es angefangen beim Fall Özil/Gündogan zu viele Ungereimtheiten gab.

Es gibt aber auch gute Gründe, dass Löw als Bundestrainer weitermacht, denn bis auf die schwachen Leistungen von Russland hat er insgesamt 14 Jahre die Mannschaft von Erfolg zu Erfolg geführt. "Zusammen" sollte das WM-Motto sein, jetzt ist daraus ein Zusammenbruch geworden. Er kam in dieser Form absolut unerwartet, denn noch vor einem Jahr gewannen die Deutschen mit einem Perspektiv-Team den Confed-Cup und die U-21-Europameisterschaft.

Gegen Schweden und Südkorea war die Einstellung und der Siegeswille des Teams nicht zu beklagen – und trotzdem bleibt der Eindruck haften, dass sich die Nationalmannschaft auf und neben dem Platz zu überheblich präsentierten. Damit hat die deutsche Nationalmannschaft unendlich viele Sympathien bei den Fans verloren, so sehr ihnen Millionen Anhänger eine erfolgreiche Titelverteidigung gewünscht hätten.

Löw muss nun gegen Häme ankämpfen

Löw muss nun entscheiden, ob er weitermacht. Ob er die Kraft aufbringt, gegen massive Kritik und bittere Häme anzukämpfen, ob er damit fertig wird, dass künftig erst mal alles in Frage gestellt wird und seine beachtlichen Verdienste um dem Aufschwung der Nationalmannschaft nicht mehr gewürdigt werden.

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Berti Vogts wollte nach zweimaligen Viertelfinal-Aus bei der WM 1994 und 1998 nicht aufhören, musste dann aber im Herbst 1998 feststellen, dass ein Rücktritt doch sinnvoller ist. Es begann eine wirre Suche nach einem Nachfolger, und Erich Ribbeck war sicher kein Glücksgriff. Rudi Völler trat noch in der Nacht nach dem Vorrunden-Aus bei der EM 2004 in Portugal zurück, wieder wurde es turbulent. Am Ende wurden Jürgen Klinsmann und Jogi Löw engagiert – eine für den deutschen Fußball trotz anfänglicher Widerstände rundum positive Entscheidung.

Trotzdem ging es hoch her hinter den Kulissen, im DFB begehrte man gegen die Alleingänge Gerhard Mayer-Vorfelders auf und der Sommer 2004 war folglich der Anfang vom Ende für den damaligen Präsidenten. Ein ähnliches Schicksal könnte jetzt auch Reinhard Grindel drohen, der durch seine begrenzte Fußball-Kompetenz und einen rigiden Führungsstil neben einigen Freunden viele Gegner im DFB und in der Liga hat.

Harald Stenger

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