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Die Eislöwen Dresden trainieren bereits auf der Eisfläche im Rudolf-Harbig-Stadion.

© PR/City-Press

Winter Game zwischen Eislöwen und Eisbären: Das Ostderby soll den Winterblues vertreiben

In Dresden treten zum siebten Mal zwei DEL-Teams zu einem Eishockey-Pflichtspiel im Fußballstadion an. Trotz Tief Elli sind beide Mannschaften elektrisiert vor diesem Duell.

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Die Verhältnisse am 5. Januar 2013 wollten so gar nicht zum Anlass passen. Beim ersten Eishockey-Pflichtspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in einem Fußballstadion unter freiem Himmel nieselte es fast durchgehend.

Im Spiel zwischen den Thomas Sabo Ice Tigers, wie das gastgebende Team aus Nürnberg damals noch hieß, und den Eisbären Berlin hatten die Spieler auf dem schwierig zu bespielenden Eis teilweise große Probleme mit der Kontrolle des Pucks. Am Ende setzte sich Nürnberg mit 4:3 durch.

André Rankel, der heute als Co-Trainer der Berliner arbeitet, war damals mit von der Partie. Er sagt dennoch: „Die Erfahrung, die ich gemacht habe, werde ich nie vergessen. Das ganze Drumherum war ein besonderes Erlebnis.“

Nach der Open-Air-Premiere mit 50.000 Zuschauenden – einem damals neuen europäischen Rekord für ein Freiluftspiel – hat sich das Winter Game fest etabliert. Bei der siebten Auflage am Samstag empfangen die Dresdner Eislöwen im Rudolf-Harbig-Stadion die Eisbären zum Ostderby (17 Uhr, Magentasport).

Beide Mannschaften haben in der DEL Probleme

Das Spiel ist ausverkauft. 32.000 Eishockey-Fans werden erwartet, rund 10.000 davon aus Berlin. Neben allem Spaß, den die Gästefans bei diesem Event haben wollen, sehen sie ihre Mannschaft auch unter Druck. Durch das 3:4 in Iserlohn am Donnerstag haben es die Eisbären verpasst, wichtige Punkte zu sammeln, um den Pre-Play-offs im besten Fall zu entkommen.

Die Bedingungen werden auch dieses Mal nicht einfach. Denn es dürfte bitterkalt werden – so, wie man es sich bei einem Winter Game eigentlich vorstellt. Sturmtief Elli, das großflächig für Schnee und Glatteis sorgt, könnte dennoch für Überraschungen sorgen. Bereits in den vergangenen Tagen musste rund um die Eisfläche viel Schnee geschippt werden.

Für einige Spieler wird es ein einmaliges Erlebnis sein – und das sollen sie genießen.

Gerry Flemming, Trainer der Dresdner Eislöwen

Stéphane Richer, Sportdirektor der Eisbären, kündigte bei der Pressekonferenz zum Winter Game an, mehrere Pullover eingepackt zu haben, um sich bestmöglich zu wärmen. Für die Spieler ist Jammern ohnehin keine Option – schon gar nicht übers Wetter. Berlins Kapitän Jonas Müller sagte gegenüber Magentasport: „Man kann ja schlecht einen Pullover unter der Ausrüstung anziehen. Deswegen einfach alles wie immer. Wenn man in Bewegung bleibt, braucht man nicht unbedingt dickere Kleidung.“

Abgesehen von den Unsicherheiten beim Wetter, die zu einem solchen Winter Game dazugehören, sind die Eislöwen regelrecht berauscht von dem anstehenden Event. Der triste Ligaalltag mit Platz 14 und bereits 13 Punkten Rückstand auf die Löwen Frankfurt rückt in den Hintergrund.

Dresden setzt auf Know-how aus Berlin

„Dass wir hier im Stadion gegen die Eisbären spielen dürfen, ist die Erfüllung eines großen Wunsches“, sagt Eislöwen-Geschäftsführer Maik Walsdorf, der Berlin als Eishockey-Fixpunkt im Osten schlechthin betrachtet. „Es gibt hier viele, die die Eisbären unterstützen.“ Vor dem Aufstieg seines Klubs sei Berlin der einzige Anlaufpunkt gewesen, um DEL-Eishockey im Osten des Landes zu sehen.

Zudem wurde eine Menge Berliner Know-how nach Dresden geholt. Gerry Flemming ist seit Anfang Dezember neuer Headcoach, Craig Streu assistiert ihm. Beide arbeiteten einst in Berlin als Co-Trainer mit Serge Aubin zusammen. Jens Baxmann, der als Verteidiger sieben Titel mit den Eisbären gewann, hat gerade als Sportlicher Leiter bei den Eislöwen begonnen.

32.000
Zuschauende werden das Spiel trotz klirrender Kälte voraussichtlich sehen

Für Flemming spielt der Faktor Outdoorspiel eine besondere Rolle. Schon zweimal hat er ein solches Event erlebt. „Für einige Spieler wird es ein einmaliges Erlebnis sein – und das sollen sie genießen.“ Für den Kanadier weckt das Spiel zudem Erinnerungen an seine Kindheit, als er trotz Wind und Wetter nichts lieber tat, als Eishockey zu spielen.

Welchen Stellenwert ein Outdoorgame gerade in Nordamerika hat, zeigte sich auch am vergangenen Sonntag. Bill Peters, der seit dieser Saison die Augsburger Panther trainiert, nutzte die Pressekonferenz nach dem 3:6 seines Teams in Berlin, um Werbung für dieses Format zu machen.

„Ihr müsst alle unbedingt zu diesem Spiel gehen“, sagte der langjährige NHL-Coach über seine persönlichen Erfahrungen. „Es war brutal kalt, aber man erinnert sich für immer an diese Spiele.“ Er empfahl sogar, das winterliche Treiben mit einem Bier zu begleiten, in dem sich die eine oder andere Schneeflocke niederlässt.

Wenngleich vielen eher nach etwas Wärmendem zumute sein dürfte, angesichts der prognostizierten Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt.

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