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Da hängen die Köpfe. Die Füchse verloren in Magdeburg denkbar knapp.
© Christian Schroedter/Imago

Die Füchse Berlin nach der Niederlage in Magdeburg: „Wir haben immer noch sieben Spiele!”

Die Handballer der Füchse schauen nach der schmerzhaften Niederlage in Magdeburg nach vorn. Noch ist viel drin im Ligaendspurt - sagt Trainer Siewert.

Die Vorfreude war groß. SCM gegen Berlin, Erster gegen Dritter, Landeshauptstadt gegen Hauptstadt – das ist ein Spiel, für das Sportler gemacht sind. „Die Spannung war schon die ganze Woche da. Ich freue mich da riesig drauf und habe richtig Bock”, hatte Füchse-Kapitän Paul Drux vor dem Derby in Magdeburg gesagt.

Nach der 27:28-Niederlage gegen den Tabellenführer war dem 27-Jährigen die gute Laune allerdings gründlich vergangen. Dabei hatten die Vorzeichen an sich für die Berliner gesprochen. 21 Tage waren die Füchse nicht im Einsatz gewesen, einzig die Nationalspieler hatten zwischendurch einen kurzen Auftritt bei der Länderspielwoche gehabt, während die Sachsen-Anhalter noch das DHB Final Four und ein European-League-Spiel in den Knochen hatten. Weiter hatte Trainer Jaron Siewert ausgiebig Zeit, um seinen Spielern die gewünschte Taktik zu vermitteln und dabei allen voran die letzten zwei Niederlagen der Elbestädter gegen Kiel herangezogen.

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Und zunächst sah es auch so aus, als ob die Füchse daraus Profit schlagen könnten. Mit einem gut aufgelegten Dejan Milosavljev im Tor erspielte Siewerts Sieben schnell einen kleinen Vorsprung, auch, weil Routinier Hans Lindberg einen Sahnetag erwischte. Der Däne erzielte die ersten vier Tore für seine Mannschaft, warf mit seinem achten Treffer in der 21. Minute die erste Drei-Tore-Führung heraus. Grund für den prominenten Auftritt des Dänen war indes nicht nur seine Kaltschnäuzigkeit von Außen, sondern ebenso die zahlreichen Siebenmeter, die sein Team zugesprochen bekam.

Doch so leicht ließ sich Magdeburg nicht abschütteln, glich immer wieder aus und profitierte besonders in der Schlussphase von den Ungenauigkeiten der Berliner. „Das war ein Spiel mit lauter Auf und Abs. Über die ganze Zeit machen wir extrem wenig Fehler und dann kommen diese Dinger am Ende, die natürlich richtig weh tun”, analysierte Siewert nach Abpfiff. „Darauf hätten wir gut verzichten können. Aber solche Spiele stellen eben unter Beweis, dass Magdeburg zu Recht Deutscher Meister ist.”

Ähnlich sah es Paul Drux: „Das war das erwartet enge Spiel. Wir machen das eigentlich richtig gut, aber wenn wir in der 50. Minute mit vier führen, müssen wir das cleverer spielen. Zum Schluss werfen wir das viel zu leichtfertig weg.” Im Vorfeld hatte der Berliner betont, wie wichtig zwei Punkte für die Moral und das Selbstempfinden im Saisonendspurt wären, nun musste er mit seinem Team die vierte Liga-Niederlage gegen den SCM in Folge hinnehmen – einmal ganz vom schmerzhaften Misserfolg im letzten European-League-Finale abgesehen.

„Hier zu verlieren ist immer extrem schmerzhaft. Gerade nach so einem Spiel, wo wir das Geschehen phasenweise bestimmt haben. Aber bei uns fehlen da in den entscheidenden Situationen einfach ein oder zwei Prozent”, sagte Drux, der mit seiner Mannschaft in der Bundesliga-Tabelle nun aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die SG Flensburg-Handewitt vorbeiziehen lassen musste und sich aktuell mit Platz vier begnügen muss.

„Trotzdem ist das Thema Champions League noch nicht abgehakt”, befand Siewert. Schließlich stünden noch sieben Spiele bevor, habe das Duell mit Magdeburg auch gezeigt, dass durchaus mit der Spitze mitgehalten werden kann. „Wir haben jetzt eine normale Woche”, erklärte der Coach ohne sich großem Trübsal blasen hingeben zu wollen. „Mit einigen Dingen können wir sehr zufrieden sein, andere müssen wir aufarbeiten. Das wird nicht leicht, aber wir haben immer noch sieben Spiele, um alles zu entscheiden.”

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