Logbuch des Schreckens : Was Kinder im Flüchtlingslager Moria erleiden mussten

Ein Notizbuch aus dem abgebrannten Camp dokumentiert unmenschliche Zustände, unter denen dort Minderjährige lebten. Eine Reportage von Investigate Europe.

Stavros Malichudis Iliana Papangeli
Schutzbedürftig: Kinder im Flüchtlingslager Moria auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2018.
Schutzbedürftig: Kinder im Flüchtlingslager Moria auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2018.Foto: Elias Marcou/REUTERS

Es ist ein kalter Novembermorgen im Jahr 2018, an dem der Sozialarbeiter Fanis * eine abscheuliche Entdeckung in der „Safe Zone“ des Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos macht. Er will für die Kinder im Camp Mandarinen aus dem Wachraum holen. Zwischen den Früchten findet er eine tote Ratte.

Es ist nicht das erste Mal. „Ernsthafte Probleme mit den Ratten, und Gefahr der Übertragung von Krankheiten auf die Bewohner und das Personal“, wird Fanis später am Ende seiner Schicht in sein Logbuch notieren. Und die Ratte ist nicht seine einzige Sorge an diesem Morgen.

In der Nacht zuvor hatte es stark geregnet. Der Wachraum ist überflutet, schreibt Fanis*. In dem Raum befinden sich die Heizung und der Kühlschrank der „Safe Zone“. Und auch in den „Container Nr. 5“ ist Wasser gesickert. 

Dort sind einige der unbegleiteten Minderjährigen untergebracht. Ohne Isolierung und Schutz, warnt Fanis*, bleibe die Situation lebensgefährlich. „Gefahr durch tödliche Stromschläge“, schreibt der Sozialarbeiter, bevor er den Stift zur Seite legt und das Notizbuch zuklappt.

Ein Notizbuch, das die schreckliche Geschichte Morias dokumentiert

Moria war das berüchtigtste Flüchtlingslager Europas. Tausende Bewohner lebten hier unter unmenschlichen und gefährlichen Bedingungen, bis am Abend des 8. September 2020 mehrere Brände das Lager verwüsteten und unbewohnbar machten. 

Die „Safe Zone“ war in der Mitte des Camps eingerichtet worden, um unbegleitete Kinder und Jugendlichen besser zu schützen. Sie durften den Bereich zwar tagsüber verlassen, mussten die Nächte aber dort verbringen.

Eine Szene aus Moria vom Februar 2020.
Eine Szene aus Moria vom Februar 2020.Foto: Alkis Konstantinidis / REUTERS

Wenige Tage nach dem Brand fand der Autor dieses Textes, der griechische Reporter Stavros Malichudis vom Journalistenteam Investigate Europe in den Ruinen des Lagers ein Notizbuch. 

Das Buch lag unweit der „Safe Zone“ zwischen zerstörten Zelten in der Asche. Dank seines dicken Umschlags hatte es das Feuer überstanden. Die Notizen umfassen einen Zeitraum von etwa sechs Monaten. Der erste Eintrag stammt vom 3. November 2018, der letzte vom 7. Mai 2019.

Die handschriftlichen Notizen entpuppen sich als Logbuch von mindestens elf Mitarbeitern der Internationalen Organisation für Migration (IOM), die zu den Vereinten Nationen gehört. Die IOM ist in Moria in dieser Zeit für die sogenannte „Safe Zone“ zuständig, in der vor allem unbegleitete Minderjährige leben. 

Die Moria-Mitarbeiter sind laut der Organisation „Kinderschutzarbeiter, Psychologen, Anwälte, Betreuer, Krankenschwestern und Dolmetscher“, die „den Kindern helfen und alle ihre Bedürfnisse decken“ sollen. Das Buch aber zeigt, wie hilflos und alleingelassen sie sich bei dieser Aufgabe fühlten.

Dokumentierte Hilflosigkeit: Zwei Seiten aus dem Logbuch.
Dokumentierte Hilflosigkeit: Zwei Seiten aus dem Logbuch.Foto: Stavros Malichudis

Vielmehr zeugen ihre Einträge von den psychischen Problemen der Minderjährigen und die lebensgefährlichen Zustände, in denen sie leben mussten – nicht nur außerhalb sondern auch in der „Safe Zone“. So war die Möglichkeit, durch einen Stromschlag schwer verletzt oder gar getötet zu werden, längst nicht die einzige Gefahr im Alltag der Minderjährigen.

Ständige Dunkelheit über der Sicherheitszone

Ständig, so ist es im Buch zu lesen, bricht in dieser Zeit die Stromversorgung zusammen, vor allem nach starken Regenfällen. Manchmal dauert es Tage, bis das Problem behoben wird. 

Wenn nachts der Strom ausfällt, können die Sozialarbeiter nicht mehr erkennen, wer den Stacheldraht überwindet, der die Zone vor dem Rest des Camps schützen soll. Am 24. November 2018, der Strom war bereits seit mehreren Tagen ausgefallen, greift ein Mitarbeiter zum Notizbuch. Es ist die Schicht von Fanis*, Maria* und Giannis*, die ihre Unterschriften unter den Eintrag setzen. Ihr Ton klingt verzweifelt.

Zerstört. Nach den Bränden Anfang September 2020 wurde das Lager geschlossen.
Zerstört. Nach den Bränden Anfang September 2020 wurde das Lager geschlossen.Foto: Manolis Lagoutaris/AFP

„Die Untätigkeit der Verantwortlichen bedeutet für uns, dass wir zumindest in der kleinen Safe Zone wieder einmal keinen Strom haben und noch nicht einmal ein Licht“ heißt es in dem Eintrag. 

„Wir bringen Taschenlampen von uns zu Hause mit und bei völliger Dunkelheit versuchen wir zu erkennen, wer den Zaun der Safe Zone so gut wie jeden Tag in beide Richtungen überwindet. Diese Bedingungen sind inakzeptabel, und egal wie oft sich die Sozialarbeiter nunmehr fast täglich beschweren, scheint sich die Situation nicht zu verbessern.“ Die Sorge der Autoren war berechtigt, denn außerhalb der Zone, waren die Jugendlichen oft schlimmer Gewalt ausgeliefert.

Eine traurige Weihnachtsnachricht

„Frohe Weihnachten!!!“ steht in großen Buchstaben quer über eine Seite des Buchs. Es ist der 25. Dezember 2018, und die Jugendliche S. aus der Sicherheitszone hat den Sozialarbeitern einen Zettel zugesteckt. Darauf steht der Name eines Mannes, „einem Betrunkenen, der sie draußen geschlagen hat“, notieren sie. 

„Wir haben den Polizisten gerufen, der sagte, er würde eine Patrouille zu Fuß vorbeschicken. Mal sehen was rauskommt.“ Den Eintrag unterzeichneten Fanis* und Dimitris*. Ihr resignierter Ton lässt vermuten, dass sie kaum erwarten, dass die Polizisten die Tat ahnden werden.

Fundstück: Das Notizbuch der Betreuer aus der "Safe Zone".
Fundstück: Das Notizbuch der Betreuer aus der "Safe Zone".Foto: Stavros Malichudis


Die Sozialarbeiter waren früher am Tag von einem aufgebrachten Mann angesprochen worden – es wird aus dem Eintrag nicht ganz klar, ob es derselbe ist, der später S. schlagen sollte. Er habe das Mädchen beschuldigt, ihm Geld gestohlen zu haben, erzählte er den Hilfsbetreuern, „im Austausch für Dinge, die nicht beschrieben werden können“. Die Sozialarbeiter schickten den Mann weg. Im Logbuch steht nicht, was nach dem Vorfall geschah. So bleibt unklar, ob dem misshandelten Mädchen geholfen oder die Tat für den Man Konsequenzen hatte.

Auf Fragen von Investigate Europe antwortete die Internationale Organisation für Migration (IOM) nur allgemein, dass „psychologische Unterstützung für Kinder zur Prävention oder Bewältigung auftretender Konflikte“ unter ihrer Aufsicht geleistet wurde.

Hunderte unbegleitete Minderjährige lebten bis Herbst 2020 im Flüchtlingslager Moria.
Hunderte unbegleitete Minderjährige lebten bis Herbst 2020 im Flüchtlingslager Moria.Foto: Manolis Lagoutaris / AFP


Am Abend des 4. April 2019 notieren die Sozialarbeiter, dass der Jugendliche N. „wie üblich Feuerzeuggas geschnüffelt“ habe und anfing, „sich seltsam zu benehmen“. So habe er Steine auf die Wohncontainer geschleudert und Fenster zertrümmert. „Der diensthabende Offizier wurde informiert und kam schnell, aber N. sprang über den Zaun und war weg“, heißt es weiter.

Unzählige Vorfälle sind in dem Logbuch notiert, bei denen Minderjährige betrunken oder berauscht in die „Safe Zone“ zurückkehrten. Manchmal mehrere Tage hintereinander. Mitunter legten sie sich mit anderen Minderjährigen oder dem Pflegepersonal an – die dann die Polizei rufen müssen.

„Scheiß auf Moria!“

„Wir leben noch!!!“ lautet eine Notiz aus der Nacht vom 6. Dezember 2018, unterzeichnet von Dimitris* und Iosif*. „Als sie von draußen zurückkamen, waren Q., H. und A.Z. offensichtlich betrunken (und vielleicht auch high) und haben uns beschimpft, mit fuck you oder fuck police, Moria etc.“ Es blieb nicht bei den Beleidigungen.

Schutzzone: Ein Stacheldrahtzaun trennte den Bereich für geflüchtete Kinder von dem für Erwachsene ab.
Schutzzone: Ein Stacheldrahtzaun trennte den Bereich für geflüchtete Kinder von dem für Erwachsene ab.Foto: Stavros Malichudis

„Es ist schön, verrückt zu sein“, soll der Minderjährige S. immer wieder geschrien haben. Verrückt sein, das hieß für die anderen und ihn an diesem Abend vor allem, die „Safe Zone“ zu zerstören. In ihrem Notizbuch dokumentieren die Sozialarbeiter später die Schäden: „Es sind 13 doppelt verglaste Fenster kaputt, die Umkleiden haben wir nicht gecheckt, aber wir schätzen, dort sind drei bis vier kaputt. Auch Mülleimer sind zerstört worden.“

Spannungen unter den Minderjährigen

Die unmenschlichen Bedingungen in dem überfüllten Lager Moria hatten in den vergangenen Jahren immer wieder zu Spannungen zwischen den Bewohner geführt. 

Anfang des Jahres hatte auch Investigate Europe bereits über die Bedingungen berichtet, unter denen die Menschen dort leben musste. Sozialarbeiter sagten damals, dass die Menschen im Lager gestresst und frustriert seien, weil es „Verzögerungen in allen Bereichen“ gebe. 

Eine Szene aus Moria vom September 2020.
Eine Szene aus Moria vom September 2020.Foto: Ihab Abassi VIA REUTERS

So müssten die Menschen nicht nur in Unsicherheit leben, ob sie die Insel je verlassen dürfen, auch im Alltag mussten sie häufig lange warten und das mitunter nur darauf, die Toilette zu benutzen. 

„Es gibt viel Gewalt und Verbrechen“, sagte der Hilfsarbeiter des norwegischen Flüchtlingsrats Sozialarbeiter Patric Mansour damals. „Die Menschen kämpfen schon um kleine Dinge.“

In diesen verlassenen Zelt fand der Journalist Stavros Malichudis das Notizbuch der Betreuer von Moria.
In diesen verlassenen Zelt fand der Journalist Stavros Malichudis das Notizbuch der Betreuer von Moria.Foto: Stavros Malichudis

Das Notizbuch der IOM-Mitarbeiter dokumentiert, dass auch Minderjährige von der Gewalt im Lager betroffen waren. Ein Streit zwischen zwei Jungen führte etwa dazu, dass sich ein weiterer einmischte und schließlich von einem Arzt behandelt werden musste (26. November 2018). Zwei Brüder griffen einen dritten Jungen mit Holzlatten an (2. Dezember 2018).

Gesundheitsprobleme in der „Safe Zone“

Manchmal richteten die Minderjährigen ihre Gewalt auch gegen sich selbst. Am 6. November 2018 verletzte sich die Jugendliche S., die später über den Missbrauch berichten sollte, mit einem Rasiermesser in der Mädchendusche. Sie wurde zum Arzt gebracht. 

Die Sozialarbeiter notieren, die Wunde sei tief gewesen. Ein halbes Jahr später, am 8. März 2019, ritzte sich die Jugendliche A. und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie ein Psychiater untersuchte.

Nach den Bränden im Flüchtlingscamp von Moria machten ehemalige Bewohner mit Protesten auf ihr Leid aufmerksam.
Nach den Bränden im Flüchtlingscamp von Moria machten ehemalige Bewohner mit Protesten auf ihr Leid aufmerksam.Foto: imago images/ANE Edition

Im Notizbuch finden sich weitere Einträge, die dokumentieren, welchen psychologischen Traumata die Kinder im Lager ausgesetzt waren. Dabei wird häufig erwähnt, dass ein Militärarzt die Jugendlichen behandeln musste, der für das Lager zuständig war. In weiteren Fällen mussten die Minderjährigen in das Krankenhaus der Insel Lesbos gebracht werden. Nicht immer erhielten sie die Hilfe, die sie benötigten.

In der Nacht des 1. Dezembers 2018 begann ein Baby, das bei seiner jugendlichen Mutter in der Mädchenabteilung lebte, zu weinen. „Dem Baby war kalt, es weinte und muss etwas krank geworden sein. Der Feldarzt, zu dem wir es gebracht haben sagte, er habe keine Expertise mit Babys und dass sich jemand morgen darum kümmern sollte", schreibt ein IOM-Mitarbeiter und fügt hinzu, dass das Baby möglicherweise an Windpocken erkrankt sei.

In dieser Nacht ist in der „Safe Zone“ erneut der Strom ausgefallen. So dass die Sozialarbeiter nicht in der Lage sind, für das Baby in der kalten Dezembernacht zu heizen.

Die Konsequenzen, wenn man wiederholte Warnungen nicht hört

Das Protokoll vom 7. Dezember 2018 ist länger als üblich. Es enthält Warnungen, die Fanis* über zwei Seiten notiert. Er schreibt: „Es ist klar, dass es eine riesige Untätigkeit im Management und der strukturellen Aufsicht gibt, trotz unserer ständigen Beschwerden und Warnungen. Wir werden weiter informieren, arbeiten in nie dagewesenen und inakzeptablen Zuständen und lasst uns alle hoffen, dass wir nicht noch mehr schwere Vorfälle mit Geflüchteten und Kolleginnen haben.“

Ein Blick auf die "Safe Zone" vor den Bränden.
Ein Blick auf die "Safe Zone" vor den Bränden.Foto: Stavros Malichudis

Am Tag zuvor seien zehn weitere afghanische Jungen in die „Safe Zone“ verlegt worden. Fanis* warnt, dass die Neuzugänge die Spannungen in der kleinen Gruppe nur verschlimmern könnten. Er schreibt: „Die Alten haben das Gefühl, sie müssten etwas beweisen und die Neuen fühlen den Druck der Gemeinschaft, in die sie gerade gekommen sind. Der Zuzug von Geflüchteten sollte langsam passieren, da sowohl ihre Anzahl als auch ihre Nationalität eine Rolle spielt, sonst werden Vorfälle wie gestern alles in der ‚Safe Zone‘ auf den Kopf stellen.“

Fanis* kritisiert auch, dass ältere Jungen, die in der Vergangenheit in Gewalttaten verwickelt waren, anscheinend in der „Safe Zone“ bleiben und den Sozialarbeitern Angst machen. In dem Notizbuch berichtet er von Begegnungen mit ihnen und warnt vor ähnlichen Vorkommnissen in der Zukunft.

„Es ist mindestens problematisch, Mütter mit Babys, unbegleitete Kinder und Kriminelle und sogar Menschen mit selbstgemachten Waffen und Messern in der Hand an einem Ort zusammenleben zu lassen. Der Zweck und die Existenzberechtigung der Safe Zone muss von Grund auf neu definiert werden, und das ist eine Diskussion, die ohne weitere Verzögerung stattfinden muss“, schließt er seine Warnung.

Dieses Foto von der "Safe Zone" hat ein damaliger Bewohner gemacht.
Dieses Foto von der "Safe Zone" hat ein damaliger Bewohner gemacht.Foto: Investigate Europe

Am Tag des letzten Eintrags, dem 8. Mai 2019, lebten mehr als 4750 Menschen in Moria, obwohl das Lager nur für 3100 Menschen ausgelegt war. In den Monaten danach sollte sich die Einwohnerzahl sogar noch vervielfachen. Die „Safe Zone“ war für 150 unbegleitete Minderjährige fassen, doch in dem Zeitraum, der in dem Notizbuch beschrieben wird, lebten dort bereits zwischen 300 und 600 Minderjährige.

Drei Monate nach dem letzten Eintrag der Mitarbeiter in dem Notizbuch, am 25. August 2019, passierte dann, was die Sozialarbeiter befürchtet hatten. Ein 15-jähriger Junge aus Afghanistan wurde in der „Safe Zone“ erstochen.

Keine Vorkehrungen für unbegleitete Minderjährige im neuen Lager

Inzwischen gibt es das Lager Moria nicht mehr. Es ist samt der „Safe Zone“ niedergebrannt. Hat sich die Situation für die Minderjährigen dadurch verbessert?

Unmittelbar nach dem Feuer wurden 400 unbegleitete Minderjährige aus der „Safe Zone“ auf das griechische Festland gebracht. Sie sollen auf zehn EU-Staaten verteilt werden, die sich bereit erklärt hatten, die Jugendlichen aufzunehmen.

Innenansicht eines Wohncontainers in Moria vor den Bränden, fotografiert von einem Bewohner.
Innenansicht eines Wohncontainers in Moria vor den Bränden, fotografiert von einem Bewohner.Foto: Investigate Europe


Doch seitdem sind auf Moria weitere Minderjährige eingetroffen, deren Schicksal unklar ist. Die griechische Regierung hat ein neues Lager auf einem ehemaligen Schießplatz der griechischen Armee errichtet, das Flüchtlinge und NGOs „Moria 2.0“ nennen. 

[* Aus Datenschutzgründen hat Investigate Europe alle Namen der Sozialarbeiter geändert und die Namen der Minderjährigen auf ein Initial gekürzt. Investigate Europe ist ein paneuropäisches Journalistenteam, das gemeinsam Themen von europäischer Relevanz recherchiert und die Ergebnisse europaweit veröffentlicht. IE wird von privaten Spendern und folgenden Stiftungen unterstützt: Adessium Foundation, Schöpflin-Stiftung, Rudolf-Augstein-Stiftung, Hübner & Kennedy-Stiftung, Fritt Ord Foundation, Open Society Initiative for Europe, Gulbenkian Foundation, Cariplo Foundation. Hier gibt es mehr zum Projekt und zum kostenlosen Newsletter. Diese Recherche entstand in Kooperation mit dem griechischen Magazin Solomon.]

So sah es in Moria nach den Bränden aus.
So sah es in Moria nach den Bränden aus.Foto: Stavros Malichudis

Denn die Bedingungen unter denen die Menschen im neuen Lager „Kara Tepe“ leben, sind weiterhin unmenschlich: Nur einmal pro Tag erhalten die Menschen dort etwas zu essen. Es gibt keine Duschen. Stattdessen, so berichten es Bewohner, waschen sich die Menschen im Freien, Eltern und ihre Kinder versuchen, sich im Meer zu reinigen.

In dem neuen Lager leben Familien in Zelten, in denen keine Betten stehen. In anderen, größeren Zelten werden fast 100 alleinstehende Männer gemeinsam untergebracht. Sie schlafen in Etagenbetten. Für die schwächsten unter den Schwachen an Europas Grenzen, die unbegleiteten Minderjährigen, gibt es hier nicht einmal mehr eine „Safe Zone“.

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