Klangkunst : Sound Art Gehör verschaffen

Der Projektraum "SoundsAbout" präsentiert klangkünstlerische Werke und Ideen von Studierenden.

Judith Sander Kathrin Rusch
Die Werke werden in der Galerie Zwitschermaschine in Schöneberg gezeigt.
Die Werke werden in der Galerie Zwitschermaschine in Schöneberg gezeigt.Foto: Catarina Trigo

„Mit ,SoundsAbout’ wollen wir für die Studierenden einen Raum schaffen, in dem sie ihre Kunst frei entfalten können und sich gleichzeitig der Herausforderung stellen, ihre Arbeit der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren“ – so beschreibt der Klangkünstler und Dozent Daisuke Ishida die Gründungsidee von „SoundsAbout“.

Wir treffen Federica Sosta, Kassiani Goulakou, Martin Moolhuijsen – drei Mitglieder des fünfköpfigen Organisationsteams von „SoundsAbout“ – und ihren Mentor Daisuke Ishida in den Räumlichkeiten des englischsprachigen Masterstudiengangs Sound Studies and Sonic Arts im dritten  Stock des UdK-Standorts in der Lietzenburger Straße 45.

Die Stimmung ist ungezwungen. Als die vier beginnen, von ihrer Arbeit zu erzählen, ist sofort klar: Wer bei diesem Projekt mitmacht, ist mit 100 Prozent Einsatzbereitschaft dabei, egal ob im organisatorischen Bereich oder als Kreativer.

Seit Januar 2019 hat der Masterstudiengang – angesiedelt am Berlin Career College – eine Zusammenarbeit mit der Galerie Zwitschermaschine in Berlin-Schöneberg aufgenommen. Jedes Jahr von Januar bis März sowie im November übernimmt der neue studiengangseigene Projektraum „SoundsAbout“ die Galerie in der Potsdamer Straße 161. In dieser bei Künstlerinnen, Künstlern und Kulturschaffenden angesagten Straße voller Galerien mit Anknüpfungspunkten zur kreativen Nachbarschaft findet „SoundsAbout“ die ideale Umgebung, um klangkünstlerische Werke und Ideen von Studierenden zu präsentieren, zu diskutieren und zu feiern. Die Arbeiten der Studierenden zählen zur Sound Art, einem Zusammenspiel aus verschiedenen künstlerischen Bereichen: Dort fließen sowohl instrumental erzeugte Klänge als auch alltägliche Geräusche in die Komposition ein und es entstehen beispielsweise Klangskulpturen oder intermediale Performances.

"Die Studierenden können tun und lassen was sie wollen"

Bei der Ideenfindung und Umsetzung von „SoundsAbout“ sind kaum Grenzen gesetzt, und die Masterstudierenden können sich für die Teilnahme bewerben. Durch regen und persönlichen Austausch versucht das Organisationsteam, auf alle Bedürfnisse und Wünsche einzugehen: „Die Studierenden können tun und lassen was sie wollen“, sagt Daisuke Ishida. Doch man solle sich keiner Illusion hingeben, bemerkt Kassiani Goulakou, Studentin im vierten Semester. Denn für die Studierenden bedeute die Mitarbeit bei „SoundsAbout“ neben all den bereichernden Erfahrungen auch einen erheblichen Arbeitsaufwand, den sie parallel zum Studium bewältigen müssen. Innerhalb von nur einer Woche hat das Team die erste Ausstellung auf die Beine gestellt, ohne dabei auf vorherige Erfahrungen zurückgreifen zu können, erzählt Federica Sosta: „Wir haben wirklich einen guten Job gemacht und das erste Mal für so eine Produktion zusammengearbeitet. Es hat wahnsinnig gut funktioniert!“

Die erste Ausstellung von „Sounds- About“, die Anfang dieses Jahres stattfand, hieß „Let there be Wifi“. Zum Opening zeigten sieben Studierende Performances und Installationen in einer Gruppenausstellung. Weitere Projekte von Alumni und Studierenden folgten bis März. Die Idee ist stets, einen kreativen Raum zu schaffen, in dem verschiedene Dinge passieren und sich entwickeln können.

Der Austausch zwischen Sound-Art-Kennern und Laien bereichert

Die vier Organisatoren schwärmen vom positiven Feedback zu „SoundsAbout“ und betonen den bereichernden Austausch zwischen Sound-Art-Kennern und Laien: „Es war besonders toll, eine Rückmeldung von Leuten zu bekommen, die sich mit Sound Art nicht so gut auskennen“, sagt Martin Moolhuijsen, Student im zweiten Semester. Durch die Anwesenheit der Präsentierenden selbst wird den Besuchern die Möglichkeit zu einem direkten Austausch geboten.

Im November lässt „SoundsAbout“ wieder einiges von sich hören und sehen. Die Vorbereitungen für die Ausstellungen in den sich immer wieder veränder- und erweiterbaren Räumlichkeiten laufen bereits auf Hochtouren. „Für uns war es schön zu sehen, dass wir etwas geschaffen haben, was die allgemeine Sound Art repräsentiert“, sagt Federica Sosta.

Alle Informationen zu „SoundsAbout“ und zum November-Programm finden sich auf der Website www.about.sounds.berlin