Saxophon-Fotoausstellung : Vom Klischee befreit

Studentin Tessa Meyer setzt das Instrument des Jahres in Szene.

Claudia Assmann
Hinter Glas. Tessa Meyer inszeniert die Saxophone der Instrumentensammlung als sinnliche Körperschatten.
Hinter Glas. Tessa Meyer inszeniert die Saxophone der Instrumentensammlung als sinnliche Körperschatten.Foto: Tessa Meyer

Schemenhafte Umrisse lassen einen geschwungenen Instrumentenkörper hinter beschlagenem, milchigen Glas nur erahnen. Eine sinnliche Inszenierung hat Tessa Meyer, Studentin der Visuellen Kommunikation, gewählt, um im Auftrag der UdK-Bibliothek die acht Saxophone der UdK-Instrumentensammlung künstlerisch in Szene zu setzen. Meyer ist eine von fünf Studierenden, die im Kurs von Sebastian Herold, Leiter des Medienhaus-Fotostudios, Ideen für eine Ausstellung des vom Landesmusikrat ernannten „Instrument des Jahres“ erarbeiteten, um sie Ende Juni einer Jury zu präsentieren. Meyers Konzept überzeugte.

Ursprünglich hatte der Belgier Adolphe Sax sein Mitte des vorletzten Jahrhunderts patentiertes Saxophon für die klassische Konzertmusik entwickelt. Ein knappes Jahrhundert später entdeckte der Jazz den weichen, biegsamen Ton des Instruments für sich. In den 1980ern brach ein förmlicher Saxophon-Boom aus: von Wham bis Spandau Ballet, kein Pop-Song ohne sehnsuchtsvolles Sax-Solo, und so wurde das oft fälschlich als Blechblasinstrument bezeichnete Saxophon für viele zum Sinnbild der Hochglanz-Popkultur – mit leicht kitschiger Note.

Alles Glatte und Glänzende tritt in den Hintergrund

In ihren Fotografien lässt Tessa Meyer alles Glatte und Glänzende in den Hintergrund treten und befreit das Instrument vom Klischee. Die 22-Jährige fotografiert seit ihrem 13. Lebensjahr „tendenziell intuitiv statt hochprofessionell“, sagt sie.

Zum dritten Mal initiiert die UdK-Bibliothek eine Ausstellung, die sich dem „Instrument des Jahres“ widmet und so die Instrumentensammlung der UdK Berlin ins Licht der Öffentlichkeit rückt. Beim Rundgang sind Tessa Meyers Arbeiten und weitere Entwürfe im Foto-Seminarraum des Medienhauses (Raum 309) zu sehen. Später wird die Ausstellung in der Universitätsbibliothek gezeigt.