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Fordert von Deutschland mehr Energie: Guillaume Faury.
© Doris Spiekermann-Klaas
Exklusiv

„Wir dürfen keine Zeit verlieren“: Airbus-CEO Faury fordert mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren

Guillaume Faury sieht fehlende erneuerbare Energie als größte Hürde für eine dekarbonisierte Luftfahrt. Deutschland stehe vor einer enormen Herausforderung.

Airbus-Chef Guillaume Faury fordert einen schnelleren Ausbau von Grünstromanlagen. Nur so könne der Energiebedarf in der Luftfahrt bei der Umstellung auf klimafreundliche Antriebe gestillt werden.

„Das ist eine der größten Herausforderungen aktuell“, sagte Faury Tagesspiegel Background. „Um den Energiehunger in der gesamten Verkehrsbranche zu stillen, brauchen wir eine dekarbonisierte Stromerzeugung.“

Insbesondere Deutschland stehe hier vor enormen Herausforderungen, weil es sich vorgenommen habe, nach der Kernenergie auch aus der Kohlestromerzeugung auszusteigen. „Nun muss die Bundesrepublik kräftig in den Ausbau von erneuerbaren Stromanlagen investieren“, fordert Faury.

Faury erwartet von Staats- und Regierungschefs, den regulatorischen Rahmen so zu gestalten, dass das Geld in die klimafreundliche Energieerzeugung fließt. Teilweise passiere das schon, „aber eben nicht schnell genug. Wir dürfen keine Zeit verlieren“.

Airbus plant, die Antriebe seiner Flugzeuge auf Hybridantriebe umzustellen. Ein weiterer Baustein zur CO2-Reduktion sieht der Flugzeugbauer in synthetischem Kerosin, für dessen Herstellung erneuerbarer Strom nötig ist.

„Ein modernes Flugzeug der Airbus-Flotte kann heute mit 50 Prozent synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Und wir streben 100 Prozent an.“ Die Herausforderung sei die ausreichende Verfügbarkeit dieser Kraftstoffe, so Faury.

Zwischen 2025 und 2027 will Airbus mit der Entwicklung eines Wasserstoffflugzeugs beginnen und 2035 den ersten klimafreundlichen Jet präsentieren. Bis die Hälfte der Flotte mit grünem Wasserstoff fliege, könne es bis Mitte des Jahrhunderts dauern, so der französische CEO.

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