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Wirtschaft: Auf amerikanische Art Berlin verkaufen

René Gurka beginnt als Chef der Berlin Partner

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Berlin - Unternehmensgründer, Solarfirmen und die neue Internetgeneration (Web 2.0) sind die wesentlichen Zielgruppen des neuen Chefs der Berliner Wirtschaftsförderung. René Gurka, der zum 1. April dieses Jahres sein Amt als Geschäftsführer der Berlin Partner antritt, stellte sich am Mittwochabend der Presse vor. Die vergangenen sechs Jahre, die der 35-Jährige in den USA verbrachte, waren dabei unüberhörbar. „Ich bin vom Naturell her mehr outgoing“, beschrieb sich Gurka. Gemeint ist der offensive Umgang mit Unternehmen und Investoren draußen auf dem weiten Feld der freien Marktwirtschaft. Das interne Klein-Klein im Büro als Chef von 80 Mitarbeitern ist seine Sache wohl nicht. Was das Administrative anbelangt, „werde ich mich freischaufeln“, kündigte der neue Geschäftführer der Partner an.

Gurka folgt auf Roland Engels, der in den Vorstand des Gebäudedienstleisters Gegenbauer wechselt und der in den vergangenen Jahren vor allem damit beschäftigt war, die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit der weitgehend privaten Marketingorganisation Partner für Berlin zu fusionieren. „Engels war der richtige Geschäftsführer zur richtigen Zeit“, meint Gurka anerkennend über seinen Vorgänger. Gurka selbst, 1971 im friesländischen Varel geboren, führte in den vergangenen Jahren die Deutsch-Amerikanische Handelskammer in San Francisco. Davor war er, in ähnlicher Funktion, in Atlanta tätig.

Berlin profitiert womöglich von der US-Zeit seines künftigen Chefverkäufers. Er kennt viele Leute und hat denn auch schon für den Herbst eine zehnköpfige Delegation aus der kalifornischen Solarwirtschaft nach Berlin eingeladen. Überhaupt Solar: In den vergangenen drei Jahren habe es in dieser Zukunftsbranche deutsch-amerikanische Geschäfte im Umfang von 500 Millionen Euro gegeben, an denen Gurka und sein Büro in San Francisco beteiligt waren. „Da ist noch eine Menge Musik drin“, sagt Gurka und meint nicht zuletzt die Anziehungskraft des Wissenschaftsstandorts Berlin-Adlershof. Derzeit gebe es zum Beispiel Verhandlungen mit einer Solarfirma, die in Adlershof forschen und in Brandenburg produzieren wolle.

Gurka, der mit seiner Frau eine Wohnung in Friedrichshain bezogen hat, um „das pulsierende Berlin mitzukriegen“, verspricht sich viel von Unternehmensgründern und Internetfirmen. „Das ist ein Bereich, in dem man einiges in Berlin machen kann.“ Man müsse die Start-ups aber „auch mal gewähren lassen“, meint Gurka, der sich Mitte der 90er Jahre in Osnabrück mit einer Handyfirma selbstständig gemacht hatte. Doch die jungen, viel versprechenden Firmen müssten eben auch frühzeitig identifiziert werden, um sie Wagniskapitalgebern anbieten zu können. „Die finden die Berliner Szene sehr interessant“, sagt Gurka. Und meint natürlich vor allem Investoren aus den USA.

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