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Vorsicht bei der Buchung: Nicht immer bekommt man das, was man will.
© dpa/Fabian Sommer

Ärger bei der Reisebuchung: Booking gebucht, Lastminute bekommen

Wie ich plötzlich bei Lastminute landete und nicht nur Nerven verlor.

Eine Reise zu buchen, ist leicht. Fix ins Internet, Angebote vergleichen und buchen. Zigmal habe ich das gemacht. Probleme gab es eigentlich nie. Bis jetzt.

In der Woche vor Ostern wollte ich mit meinem Sohn nach Valencia fahren. Flug und Hotel gefunden und gebucht auf Booking.com. Wegen Corona hatte ich teurere Zimmer genommen, die ich dafür aber kurzfristig kostenfrei stornieren konnte. Auch beim Flug mit Easyjet wähnte ich mich auf der sicheren Seite. Zwar ist das pauschale Angebot, Flüge kostenlos umzubuchen, Ende März ausgelaufen, aber die 45 Euro, die Easyjet jetzt pro Person und Flug für Umbuchungen verlangt, sind ja auch nicht die Welt.

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Ich stutzte, als meine Buchungsbestätigung kam – nicht von Booking, sondern von Lastminute.de. „Vielen Dank, dass Sie bei uns gebucht haben“, schrieben sie. Hatte ich das? Ich war verblüfft.

Am Telefon kommt man nicht weiter

Aber egal, dachte ich. Die Preise waren identisch, warum sich aufregen? Doch dann drohte vorübergehend ein Streik der Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen und ich wollte von Lastminute wissen, was in diesem Fall mit unserer Reise passiert und wer mit Blick auf mögliche Entschädigungen unser Vertragspartner ist. Ist Lastminute Veranstalter oder nur Vermittler? Ich schrieb eine Mail, bekam eine Eingangsbestätigung. dann passierte tagelang nichts mehr. Ich rief an und landete in der Telefonschleife. Kein Mensch am Apparat, nur eine Computerstimme und sechs Optionen, unter denen ich wählen konnte. Keine passte. Viele Tage später kam eine Antwort per Mail, doch meine Kernfrage blieb unbeantwortet.

Der Streik vor Ostern kam dann zwar nicht, aus persönlichen Gründen fiel die Reise nach Valencia aber ins Wasser. Ich stornierte bei Lastminute. Die Kosten für das Hotel bekam ich erstattet, die Flugkosten nicht. Der Last-Minute-Spaß kostete mich unterm Strich 678,99 Euro.

Besser direkt buchen: Bei Easyjet kann man einen Flug gegen Gebühr umbuchen, bei Last Minute war das Geld für den Flug weg.
Besser direkt buchen: Bei Easyjet kann man einen Flug gegen Gebühr umbuchen, bei Last Minute war das Geld für den Flug weg.
© REUTERS/Hannbibal Hanschke

Booking sagt, die Kunden werden vorher informiert

Ich fragte nach. Bei Last Minute und bei Booking. Ich erfuhr, dass die Partnerschaft seit November 2017 besteht. „Wir bieten zwar keine Pauschalreisen an, aber durch die Zusammenarbeit mit einer Reihe von Partnern können wir die größtmögliche Auswahl bieten und gleichzeitig sicherstellen, dass unsere Verpflichtungen in Bezug auf Reiseschutz und Lizenzen erfüllt werden“, teilte Booking auf meine Anfrage mit. Transparenz sei Booking sehr wichtig, deshalb weise man zu Beginn des Buchungsprozesses darauf hin, dass Lastminute.de die Flug- und Hotelbuchung durchführt. Ich will nicht ausschließen, dass sie das getan haben, aber ich hatte das bei der Buchung nicht bemerkt. Ich glaube, viele andere tun das auch nicht.

Was heißt das nun? Ob Lastminute Veranstalter ist oder nicht, hänge vom jeweiligen Produkt ab, sagt eine Sprecherin. Viel schlauer hat mich das nicht gemacht. Vor allem, weil man niemanden persönlich fragen kann. Zumindest das soll sich ändern. Noch 2022 will man ein neues Kundenzentrum im Raum Bochum eröffnen. Für mich kommt das zu spät.

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