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Das Logo des Immobilien-Anbieters Deutsche Wohnen klebt auf der Scheibe des Servicepoints des Unternehmens in Britz.
© dpa/Paul Zinken
Update

Berliner Immobilien-Konzern legt Bilanz vor: Deutsche Wohnen verbucht im ersten Corona-Jahr zwei Milliarden Euro Gewinn

Deutsche Wohnen verbucht abermals erhöhten Gewinn. Berlins Mietendeckel senkt Mieteinnahmen um vier Prozent. Klimaneutralität 2040 angestrebt.

Der im Dax notierte Immobilienkonzern Deutsche Wohnen hat sein Ergebnis im Pandemiejahr 2020 abermals steigern können: Mit einem "Ergebnis vor Steuern" von 2,24 Milliarden Euro übertraf die in Berlin ansässige Firma das Vorjahresergebnis (2,1 Mrd. Euro). Der Erfolg geht zum größten Teil auf Bewertungsgewinne zurück (1,9 Milliarden Euro). Wegen des in Berlin eingeführten "Mietendeckels" ging das "Ergebnis aus der Wohnungsbewirtschaftung" zurück auf 720 Millionen Euro (Vorjahr: 729,8 Millionen Euro).

"Wir stehen zu unserem Versprechen, dass keine Mieterin und kein Mieter die Wohnung oder das eigene Geschäft aufgeben muss, weil sie oder er aufgrund der Corona-Pandemie Schwierigkeiten hat", sagte Lars Urbansky, Vorstandsmitglied der Deutschen Wohnen. Die Einbußen bei den Mieten sind im Krisenjahr allerdings gering: Sie erreichten mit 837,6 Millionen Euro "etwa das Niveau des Vorjahres", wie der Konzern mitteilte.

Corona-Fonds noch kaum angetastet

Auch der "Corona-Fonds" der Firma ist noch kaum angetastet: Von den 30 Millionen Euro seien noch 28 Millionen Euro vorhanden, sagte Konzern-Chef Michael Zahn. Zahlungsunfähige Mieter wurden die Forderungen vorerst "gestundet". Die Firma bleibe bei der Regelung, wonach von den Mietern maximal 30 Prozent des Haushaltseinkommen für die Bruttowarmmiete verlangt werde - und in der Pandemie niemand gekündigt werde wegen Mietschulden.

Mit sozialer Mietenpolitik gegen den Volksentscheid

Das erfolgreich in den zweite Unterschriften-Sammlung gestartetes Volksbegehren "Deutsche Wohnen &Co enteignen" sieht Zahn als "Ansporn besser zu werden". Mieter- und Mitarbeiterbefragungen hätten eine Zufriedenheit von mehr als 80 Prozent mit dem Konzern und seiner Mietenpolitik ergeben. "Wir werden investieren und Renditen erwirtschaften, andererseits soziale Verantwortung übernehmen", so Zahn. Die Sorgen der Mieter, sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten zu können, sollten "im Rahmen einer Wirtschaftsordnung, die uns erfolgreich gemacht hat" begegnet werden.

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Die Volksinitiative strebt eine "Vergesellschaftung" aller Firmen mit mehr als 3000 Wohnungen an. Zurzeit läuft die Sammlung von Unterschriften der Initiative "Deutsche Wohnen&Co enteignen". Sie streben eine Entscheidung über die Enteignung am Tag der Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zum Bundestag im Herbst an.

Konzern besitzt mehr als 155.000 Wohnungen

Der Wohnungsbestand der Aktiengesellschaft umfasste Ende vergangenen Jahres insgesamt rund 155.400 Wohn- und 2900 Gewerbeeinheiten. Ein großer Teil der Immobilien stehen in Berlin. Zuletzt hatte die Deutsche Wohnen auch mit dem Neubau von Objekten begonnen.

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"Der Berliner Mietendeckel im vergangenen Geschäftsjahr zu einem Rückgang der Bestandsmiete im Gesamtportfolio um 4,1 Prozent auf durchschnittlich 6,70 Euro pro Quadratmeter geführt", hieß es weiter. Im zweiten Quartal 2021 rechnet der Vorstand mit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe über den Berliner Sonderweg bei der Regulierung der Mieten.

Ein Drittel des Neubaus in Berlin

Um "weiter wachsen" zu können, investiert die Deutsche Wohnen in Neubau und Sanierung von Wohnungen: Pläne für 18.000 neue Wohnungen zu Kosten von sieben Milliarden Euro seien "in der Pipeline". Fast ein Drittel entstehen in Berlin, 27 Prozent in Dresden und Leizpig. Auch in Süddeutschland investiert die Firma künftig: In München soll jede fünfte neue Wohnung entstehen und nach Stuttgart acht Prozent der Investitionen fließen.

In Berlin plant der Konzern etwa den Bau von 287 Wohnungen in der Daumstraße im Bezirk Spandau - und das als Holzhybrid-Konstruktionen.

Ein grüner Anstrich für den Konzern

Das liegt auf der Linie der Bemühungen um ein grünes klimafreundliches Anstrich der Deutschen Wohnen: Bis 2040 soll der Konzern "klimaneutral" werden. Dazu sollen 1,5 Milliarden Euro in die energetische Sanierung der Wohnungen investiert werden. Weitere 500 Millionen Euro sollen für Bau und Umstellung klimafreundlicherer Energieversorgung wie Solarstrom und Blockheizungskraftwerke fließen.

Dividende von 1,03 Euro vorgeschlagen

Aufsichtsrat und Vorstand werden der Hauptversammlung am 1. Juni 2021 eine Dividende von 1,03 Euro pro Aktie vorschlagen.

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