Dieselskandal : CO2-Emissionen von Neuwagen steigen erstmals seit Jahren wieder an

Klimaschädliche CO2-Emissionen von Neuwagen in der EU sind zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder angestiegen. Deutschland liegt dabei deutlich über dem Gesamtschnitt.

Blick auf die Auspuffrohre eines Diesel-Pkw.
Blick auf die Auspuffrohre eines Diesel-Pkw.Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Der Dieselskandal lässt die Klimaschutz-Bemühungen der Autoindustrie stocken. Nach jahrelangem Rückgang sind die CO2-Emissionen bei Neuwagen in Europa im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen. Wie die Europäische Umweltagentur EEA in Kopenhagen auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, stießen die 2017 registrierten Autos pro Kilometer 0,4 Gramm Kohlendioxid mehr aus als die des Vorjahres.

Seit 2010 gingen die Emissionen laut EEA allerdings um 22 Gramm pro Kilometer zurück. Nach den klimapolitischen Zielen der EU sollen die Autobauer den CO2-Ausstoß ihrer Flotten bis 2021 auf 95 Gramm pro Kilometer reduzieren, derzeit liegen sie bei 118,5 Gramm. 

Die Werte stiegen unter anderem deshalb an, weil nach dem Dieselskandal mehr Benziner gekauft wurden, deren CO2-Bilanz schlechter als die von Dieselfahrzeugen ist. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten, registrierte Deutschland mit die höchsten Werte bei den CO2-Emissionen neuer Pkw. Höhere Durchschnittswerte haben es nur in den drei baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland sowie in Polen gegeben. Wie weit die einzelnen Autohersteller noch von den EU-Vorgaben entfernt sind, erfasste die EEA nicht. Die Neuwagen in Deutschland erreichten dabei einen Schnitt von 127,1 Gramm pro Kilometer, eine leichte Steigerung gegenüber 2016, als der durchschnittliche Flottenausstoß 127,0 Gramm pro Kilometer betrug.

Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen durch die EEA waren Benziner die meistverkauften Autos. Sie hatten einen Marktanteil von 53 Prozent - gegenüber Diesel mit 45 Prozent, der in fast allen Staaten deutlich an Boden verloren hat. Hybrid- und E-Autos legten um 42 Prozent zu, ihr Marktanteil ist mit 1,5 Prozent aber weiterhin sehr gering. Den höchsten Anteil haben diese umweltfreundlicheren Fahrzeuge in Schweden mit 5,5 Prozent aller Neuzulassungen. (dpa/AFP)

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