Erhöhung der Sozialbeiträge für 2020 : Gutverdiener müssen deutlich mehr zahlen

Wegen der Lohnentwicklung steigen die Bemessungsgrenzen der Sozialversicherung 2020 besonders stark. Gutverdiener kostet das bis zu 552 Euro mehr im Jahr.

Bis zu 552 Euro mehr im Jahr: Gutverdiener bekommen die Sozialbeiträge erhöht.
Bis zu 552 Euro mehr im Jahr: Gutverdiener bekommen die Sozialbeiträge erhöht.Foto: dpa

Es ist die übliche Beitragserhöhung durch die Hintertür und ohne jegliche politische Aufregung: Wegen neuer Bemessungsgrenzen haben Gutverdiener und ihre Arbeitgeber im nächsten Jahr mehr für die gesetzliche Kranken-, Renten, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu zahlen. Allerdings fällt der Aufschlag wegen der gestiegenen Durchschnittskommen im Land diesmal besonders happig aus.

Betroffen sind alle Beschäftigten mit mehr als 4538 Euro im Monat

Betroffen sind alle Beschäftigten mit mehr als Betroffen sind alle Beschäftigten, die im Jahr mehr als 54.450 Euro beziehungsweise knapp 4538 Euro im Monat verdienen. Je nach Gehalt kann die stillschweigende Beitragserhöhung für sie nach den geltenden Sätzen bis zu 551,76 Euro im Jahr ausmachen – die kassenindividuellen Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherer noch gar nicht eingerechnet.

In der gleichen Größenordnung werden die Arbeitgeber belastet, da sie für ihre Beschäftigten die Hälfte der Sozialbeiträge aufzubringen haben. Mit der Bemessungsgrenze steigt übrigens auch der Arbeitgeberzuschuss für privat krankenversicherte Arbeitnehmer entsprechend.

Die Beitragsbemessungsgrenzen deckeln den Teil des Einkommens, auf den Sozialbeiträge entrichtet werden müssen. Sie orientieren sich an der Einkommensentwicklung und werden jährlich neu errechnet. Bei der Kranken- und Pflegeversicherung steigt diese Grenze nun bundeseinheitlich um 150 Euro auf 4687,50 Euro im Monat. Bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung erhöht sie sich im Westen monatlich um 200 auf 6900 Euro – und im Osten sogar gleich um 300 Euro auf 6450 Euro im Monat.

Zugrunde liegt dieser Erhöhung die Einkommensentwicklung des Jahres 2018. Der Statistik zufolge betrug sie in den westlichen Bundesländern 3,06 Prozent und im Osten 3,38 Prozent.

Auch die sogenannte Versicherungspflichtgrenze wird 2020 kräftig angehoben. Um von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung wechseln zu dürfen, muss ein Arbeitnehmer dann mindestens 62.550 Euro Euro pro Jahr verdienen – das sind 1800 Euro mehr als bisher.

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