Gesundheitsreport 2020 : Zahl der Fehltage wegen psychischer Erkrankungen so hoch wie nie

Im Schnitt fehlen Arbeitnehmer fast drei Tage im Jahr wegen psychischer Leiden, wie aus dem TK-Gesundheitsreport hervorgeht. So viel waren es noch nie.

Bürostress kann auf vielfache Weise krankmachen.
Bürostress kann auf vielfache Weise krankmachen.Foto: Oliver Berg/dpa

Die Deutschen haben einem Zeitungsbericht zufolge noch nie so häufig wegen psychischer Erkrankungen bei der Arbeit gefehlt wie im vergangenen Jahr. Das zeigt eine aktuelle Vorabauswertung des Gesundheitsreports 2020 der Techniker Krankenkasse (TK), wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten.

Demnach fehlten die Versicherten im Schnitt an 2,89 Tagen wegen eines psychischen Leidens wie zum Beispiel einer Depression. Im Jahr zuvor waren es noch 2,77 Arbeitsunfähigkeitstage, im Jahr 2017 insgesamt 2,71 Tage.

„Psychische Erkrankungen sind für rund 19 Prozent aller Fehlzeiten verantwortlich, das ist der höchste Wert im Vergleich zu anderen Diagnosen - noch vor Rückenbeschwerden und Erkältungskrankheiten“, sagte Albrecht Wehner von der TK.

Insgesamt sind die Fehltage den Daten zufolge jedoch leicht rückläufig. So waren Arbeitnehmer im vergangenen Jahr im Schnitt 15,37 Tage krankgeschrieben. Im Jahr zuvor waren es 15,49 Tage. Ein Grund für den Rückgang ist laut Krankenkasse die 2019 weniger stark ausgeprägte Erkältungswelle.

BKK-Report kam zu einem anderen Ergebnis

Dieser allgemeine Befund steht im Gegensatz zu Daten der Betriebskrankenkassen (BKK) für das Jahr 2019. Deren Report besagte im Dezember, die Zahl der krankheitsbedingten Fehltage habe einen neuen Höchststand erreicht. Im Schnitt blieb demnach jeder Arbeitnehmer an 18,5 Tagen wegen Krankheit zuhause. Das waren 0,8 Arbeitsunfähigkeits-Tage mehr als noch im Jahr davor.

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Als Hauptgrund für den Rekordwert nannte die BKK-Studie, anders der TK-Report, eine „stark ausgeprägte Grippewelle“ mit entsprechend vielen Atemwegserkrankungen und Infektionen.

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Die Zahl der Fehltage ist in den vergangenen zehn Jahren, von kleineren Ausschlägen abgesehen, kontinuierlich gestiegen. 2008 kamen die Arbeitnehmer in Deutschland im Schnitt noch auf 12,6 Krankheitstage – die Steigerung seither beträgt stolze 46,8 Prozent. (Tsp, KNA)

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